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PT-Magazin 5 / 2021

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PT-Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft Die Top-Themen: • Haiti - Ein interessanter Partner für deutsche Unternehmen? • Retro-Marketing - Eine Aufwertung der Erinnerung • Ashgabat, Turkmenistan ist die teuerste Stadt weltweit. Hongkong folgt • Controlling in der versus für die industrielle Forschung - ein Vergleich

08 Gesellschaft ©

08 Gesellschaft © www.piqsels.com-id-folot Vorsorge für die Zukunft: die Soziale Marktwirtschaft stärken 1.Gerade eine älter werdende Gesellschaft hat darauf zu achten, dass Risikoscheu, Vorsicht und Selbstzufriedenheit nicht die Werte wie Innovationsbereitschaft, Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem und Unternehmergeist verdrängen. Ebenso sollte sie sich vor der Neigung hüten, den Kräften des Marktes und den Eigenschaften des Unternehmertums zu misstrauen, dem Staat und seinen Fähigkeiten dagegen immer mehr an Vertrauen zu schenken. Bis zur Pandemie hat sich dieses Verhältnis- aus Gründen der Demographie aber auch aus anderen Gründen- zugunsten des Staates verändert. Oft hatte man den Eindruck, dass „mehr Staat-weniger privat“ die politische Devise war und noch ist. Schon mittelfristig kann sich das bitter rächen. 2.Die Pandemie, so ist zu hoffen, wird dieses Missverhältnis korrigieren. Denn die staatlichen Fähigkeiten zur Problembewältigung haben sicherlich nicht an Ansehen gewinnen können. Die für den Tagesspiegel schreibende Journalistin Fatina Keilani hat es anschaulich für uns alle auf den Punkt gebracht: den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung ist es leichter gefallen, eine ganze Gesellschaft in den Lockdown zu schicken, als die Gesundheitsämter mit einer einheitlichen Software auszustatten, geschweige denn, so sei hinzugefügt, die Klassenzimmer mit den entsprechenden Luftfilteranlagen zu versorgen. 3.Aus der Pandemie und ihren Lösungsversuchen sollten wir lernen: nicht alles, was öffentliche oder staatliche Aufgabe ist, ist auch vom Staat und seinen Verwaltungen zu leisten. Das hat die Politik im Laufe der Pandemie auch gelernt, Beispiel Testzentren. Viele Aufgaben des Staates können im Auftrag durch die Unternehmen und Unternehmer|innen wirtschaftlich wie qualitätsmäßig und serviceorientiert allemal besser erledigt werden als durch staatliche Bürokratien selber. Und dies gilt nicht nur im Falle der Bewältigung von Pandemien, das gilt auch für die Befähigung der Schulen hin zum digitalen Lernen wie auch, um ein einfacheres Beispiel zu nehmen, für die Kfz-Anmeldung. Die Palette an solchen Aktivitäten ist ergiebig. 4.Ein weiteres Phänomen älter werdenden Gesellschaften liegt in einem Missverhältnis zwischen konsumtivem und investivem Verhalten. So haben es in der politischen Entscheidungsfindung im Gegensatz zur Sozialpolitik Themen wie Mitarbeiterbeteiligung, Förderung von Start-ups, günstige Rahmenbedingungen für venture capital sehr schwer, ihren Platz auf der politischen Agenda zu finden. Im günstigsten Fall werden sie wenigstens nachrangig behandelt. Der Handlungsdruck auf diesem Feld ist riesig! PT-MAGAZIN 5 2021

• Elektroinstallation • Flughafeninfrastruktur • Steuerungs- und Kommunikationstechnik • Energieanlagen 09 5.Die Soziale Marktwirtschaft braucht ständig Nachwuchs an unternehmerischen Talenten. Wenn die Rahmenbedingungen aber nicht schnellstens so geändert werden, damit auch hier Unternehmen erfolgreich wirtschaften können, leidet der Wirtschaftsstandort und somit auch das Soziale. Denn Vorsorge kommt nicht vom Staat, sondern muss in der Wirtschaft erarbeitet werden. wenn es weh tut- siehe Schröders agenda 2010. Eine Agenda für die kommende Legislaturperiode findet sich in dem Werk „Neustaat“. Sie sollte Blaupause des politischen Handelns sein. Wir sind gespannt, ob die Umsetzung gelingt. Das hängt aber auch von uns Wählern und Wählerinnen ab. Wir, ob jung oder alt, sollten diejenigen ins Parlament wählen, von denen wir erwarten können, dass sie i.S. des „Neustaats“ handeln. gebracht: weniger Sozialpolitik im bisherigen Sinne. Das fängt schon bei solchen Themen wie home-office-Pflicht an. Karl Schiller hätte den Genossen zugerufen: lasst die Tassen im Schrank! Insgesamt bezogen auf das Wohlergehen unserer Gesellschaft meint Paradigmenwechsel: wieder mehr Vertrauen in die Kräfte, Fähigkeiten und Vorzüge des Marktes schaffen. Die Pandemie und die Versuche ihrer Herr zu werden, sind doch ein Lehrstück für die Vernünftigkeit dieser Maxime und bieten zugleich Orientierung für künftiges staatliches Handeln. ó 6.Was ist zu tun, damit älter werdende Gesellschaften dynamisch, innovativ und zukunftsorientiert bleiben? Es verlangt auch von der Politik und den staatlichen Organen die Bereitschaft zur Veränderung, die Bereitschaft zur Modernisierung, die Bereitschaft, Neues zu lernen. Dazu gehört der Mut, den Erkenntnissen auch Taten folgen zu lassen, auch 7.Denn das geht alle an. Die soziale Frage des 21. Jahrhunderts- auch angesichts der geopolitischen Herausforderungen- wird sein: ist die unternehmerische Basis unserer Gesellschaft ausreichend genug, um das Wohlstandsversprechen der Sozialen Marktwirtschaft auch einhalten zu können? Insofern ist es dringlich, einen Paradigmenwechsel in der Politik vorzunehmen. Auf den Punkt Dr. Hanspeter Georgi ist Politiker und Diplom- Volkswirt. Zuletzt war er saarländischer Minister für Wirtschaft und Arbeit. Er ist Mitglied des Präsidiums der Oskar-Patzelt-Stiftung. Über den Autor Am Puls der Energie • Steuerungs- und Kommunikationstechnik • Energieanlagen • Elektroinstallation • Flughafeninfrastruktur Zufriedene Kunden und repräsentative Objekte sind eine gute Empfehlung für Elektromontagen Leipzig. Wir sind leistungsfähig und kompetent für Ihre Vorhaben in Leipzig und Umgebung. Als Unternehmen der Elektrobranche blicken wir auf über 40 Jahre Erfahrung zurück. Durch Zuverlässigkeit, Qualität und Service haben wir uns einen Namen gemacht. 2008 Premier-Finalist, 2007 Ehrenplakette, 1995 Preisträger „Großer Preis des Mittelstandes“ www.elmo-leipzig.de Elektromontagen Leipzig GmbH | Heiterblickstraße 42 | 04347 Leipzig | kontakt@elmo-leipzig.de | www.elmo-leipzig.de

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