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PT-Magazin 4 2021

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Offizielles Magazin der Oskar-Patzelt-Stiftung. Titelthema: Wer wagt, gewinnt! Verfassung und Nation: Warum sich eine Beschäftigung mit der Reichsgründung heute lohnt. Napoleons Hosen: Ein Pathologe zum 200. Todestag Napoleons. Ab ins Rampenlicht: 667 Unternehmen erreichten die Jurystufe 2021. Bullshit Rules brechen: Julien Backhaus hinterfragt Leit- und Lehrsätze.

52 Wirtschaft Der Autor

52 Wirtschaft Der Autor Julien Backhaus hinterfragt Leitsätze der Gesellschaft und ermutigt dazu, neue Wege zu gehen. ach dich nicht lächerlich.“ Wir alle „Mkennen angebliche Leitsätze, die das Leben einfacher machen sollten und es doch oft unnötig erschweren. Julien Backhaus beschäftigt sich seit zehn Jahren beruflich mit Erfolgsprinzipien. Viele Ausnahmepersönlichkeiten sind vor allem deshalb so erfolgreich, weil sie sich kaum an die Regeln halten, die ihnen von außen auferlegt werden. Denn gerade in einer globalisierten Welt sind Flexibilität und Kreativität nötig, für Wirtschaft, Politik, Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit. PT-Magazin sprach mit dem Autor: PT-Magazin: Als Sie sich mit 18 Jahren selbständig machten, brachen Sie bereits die ersten, aufs Abwarten zielenden Bullshit- Regeln. Wie haben Sie diese Zeit damals erlebt? Julien Backhaus: Es war schon als Kind mein Traum, etwas Eigenes zu starten und selbstständig zu sein. Zum Glück habe ich früh begonnen, Biografien erfolgreicher Unternehmer zu lesen. „Abwarten und Tee trinken“ habe ich bei keinem gelesen. Eher so was wie „Erkenntnis kommt beim Tun“. Und deshalb bin ich einfach ins kalte Wasser gesprungen. Ich habe mir aber auch einen Bereich ausgesucht, in dem ich Leidenschaft hatte. Eine andere Bullshit-Regel war „Mache keinen Fehler zweimal“. Daran habe ich mich auch nicht gehalten. Ich bin einfach vorwärts gescheitert. Und es hat gut funktioniert. Trotzdem war es überaus anstrengend. Geholfen hatten mir immer die Erkenntnisse anderer Unternehmer, die ich in Büchern aufgesogen hatte. Deshalb wusste ich: Auch wenn man mal auf die Schnauze fällt, wartet hinter der nächsten Ecke wieder ein Erfolg. Man muss sich auf das Spiel einlassen. PT-Magazin: Ist unsere Gesellschaft heute „verhärteter“ als früher, oder anders gefragt: Wie flexibel ist das Regelsystem? brechen! © Julien Backhaus Julien Backhaus: Noch sehe ich das nicht. Aber es zeichnet sich eine beunruhigende Tendenz ab – besonders in der jungen Generation. Dort verlangt man zunehmend Regelgehorsam. Und wir erleben, dass sich ältere Generationen immer mehr gängeln lassen. Somit könnte die Gesellschaft tatsächlich verhärten. Ich setze jedoch auf Rule-Breaker wie Elon Musk, die offenkundig viele Regeln brechen und damit ein Vorbild sind. Denn wir kommen als Menschheit tatsächlich nur dann weiter, wenn einige bereit sind, die Regeln zu brechen. Was heute anders ist: Die Reaktionen sind durch Social Media und das Internet allgemein direkter und massiver. PT-MAGAZIN 4 2021 Elektro Maier GmbH Hauptstraße 27 84558 Kirchweidach info@elektro-maier.com www.elektro-maier.com Mit innovativer Kraft in die Zukunft Elektrotechnik Gebäudeautomation Sicherheitstechnik Datentechnik Regenerative Energie Medientechnik Baulicher Brandschutz Beleuchtungssysteme Planung Elektro Maier_196 x 94.indd 1 10.05.2021 14:58:55

53 Interviewpartner Julien Backhaus PT-MAGAZIN 4 2021 PT-Magazin: Wie unterscheidet man, welche Regeln man brechen kann, um erfolgreich zu werden, und welche man einhalten muss, um keinen Shitstorm oder Cancel-culture-Angriff auszulösen? Julien Backhaus: Brechen sollte man vor allem solche Regeln, die andere eh nicht tangieren. „Schuster bleib bei deinem Leisten“? Machen Sie doch, was Sie wollen. Das hat doch andere nicht zu interessieren, wenn Sie einen neuen Weg einschlagen und etwas Neues lernen möchten. Wenn man Regeln brechen will, die auch andere betreffen, muss man Mut entwickeln. Manchmal kann es Sinn machen, Gesetze oder Verordnungen zu brechen, um etwas voranzubringen. Denken Sie an Uber, die eigentlich eine Art Taxi-Service betreiben, dafür aber nie eine Lizenz hatten. Das gab auch auf rechtlicher Ebene Ärger. Aber besonders die Taxifahrer haben lautstark protestiert. Trotzdem glaubt das Unternehmen, dass es letztlich etwas Gutes für Menschen und Wettbewerb tut und riskiert den Widerstand. Wenn die eigene Überzeugung stark genug ist, kann man das aushalten. Viele Errungenschaften erzeugten Widerstand. Auch Elon Musk wurde von der ganzen Industrie ausgelacht für seine Elektro-Pläne. Heute hat sich das Gesicht der Autoindustrie durch ihn völlig verändert – alle machen mit. PT-Magazin: Was ist der wichtigste Rat, den Sie heute einem 18-Jährigen geben würden, der daran denkt, sich selbständig zu machen. Julien Backhaus: Ein besseres Alter kann es gar nicht geben, um sich selbstständig zu machen. In der Regel hat man kaum Verpflichtungen, kann von Luft und Liebe leben und hat massig Energie. Und wenn es gehörig schiefgeht, hat man keinen großen Ruf, den man verlieren könnte, und kann einfach noch mal von vorn anfangen. Will sagen: Angst muss man als 18-Jähriger nicht haben. Aber Wissen sollte man aufbauen. Ich erlebe leider viele junge Menschen mit tollen Ideen, die pausenlos gegen die Wand laufen, weil ihnen bestimmte Informationen fehlen. Dafür gibt es heute keine Ausreden mehr. Wissen ist so verfügbar wie nie zuvor. In Büchern, Vorträgen und Videos geben erfolgreiche Menschen alles preis, was wichtig ist. Von A bis Z. Im Informationszeitalter sollten wir auf Information nicht verzichten. ó info Julien Backhaus Bullshit Rules. 50 Regeln, die Sie brechen müssen, um Erfolg zu haben 128 Seiten, Klappenbroschur, FBV 978-3-95972-489-0, EUR 15 Erscheinungstermin: 13. Juli 2021 ist Buchautor und Herausgeber mehrerer Zeitschriften. Mit seinen damals 24 Jahren galt er als jüngster Zeitschriftenverleger in Deutschland. 2014 gründete er mit dem von N24 bekannten Börsenmoderator Manuel Koch den Onlinesender Wirtschaft TV in Berlin. 2016 kam im Backhaus Verlag erstmals das ERFOLG Magazin als Printmagazin am Kiosk und als ePaper auf den Markt. 2019 folgte der ePaper Titel founders magazin. ROGER RANKEL Verkaufs- und Marketingexperte als „Regelbrecher“ Schon seit unserer Jugend lernen wir, dass wir entweder gewinnen oder verlieren. So kategorisieren wir immer alles in »Gewinn« oder »Verlust«. Regelbrecher wissen aber, dass es besser ist, die Dinge in »Gewinn« oder »Sinn« einzuordnen. Wenn du also nicht im klassischen Sinn gewinnst, hat der vermeintliche Verlust wenigstens einen tieferen Sinn … eine Erkenntnis. Zumindest dann, wenn du daraus eine Lehre für dich ableitest. Und so ist die Denke »Gewinn« oder »Sinn« die weit bessere Denke. So richtig bewusst wurde mir das aber erst, als ich mich mit 20 Jahren selbstständig gemacht hatte. Das war mein Klick-Moment. Zum Glück, denn wer einmal erkannt hat, dass alles für einen selbst und nicht gegen einen selbst ist, der wird immer der Gewinner im Leben sein. Immer. Sabine & Dieter Ernst: Wir lieben unseren Lebensmittelpunkt. Und unsere Kunden. Saarlandstraße 31, 66482 Zweibrücken

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