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PT-Magazin 4 2021

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Offizielles Magazin der Oskar-Patzelt-Stiftung. Titelthema: Wer wagt, gewinnt! Verfassung und Nation: Warum sich eine Beschäftigung mit der Reichsgründung heute lohnt. Napoleons Hosen: Ein Pathologe zum 200. Todestag Napoleons. Ab ins Rampenlicht: 667 Unternehmen erreichten die Jurystufe 2021. Bullshit Rules brechen: Julien Backhaus hinterfragt Leit- und Lehrsätze.

32 Wirtschaft Gendern in

32 Wirtschaft Gendern in KMU? © www.piqsels.com-id-zsgkj Trotz des Neins zum Gendern von einer deutlichen Mehrheit der Bevölkerung wird fleißig gegendert, ungeachtet der willkürlichen Verletzung des geltenden amtlichen Regelwerks. Nicht mehr nur in Hochschulen, Verwaltung, öffentlichrechtlichem Rundfunk, sondern neuerdings auch in Dax-Konzernen. Von welchen Überlegungen sollten sich KMU leiten lassen in dem Spannungsfeld zwischen Anpassung an einen (ideologisch basierten) Sprachgebrauch und kulturellstrategischen Aspekten? Seit Jahren bestätigt sich: Trotz – oder gerade wegen? - der Penetranz, mit der das Gendern publizistisch verbreitet und in volkspädagogischer Absicht gerade auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk praktiziert und missioniert wird: Gendern wird mehrheitlich abgelehnt, und zwar von einer beachtlichen und wachsenden Mehrheit der Bevölkerung. Dies belegt das aktuelle Ergebnis einer Befragung von Infratest Dimap im Auftrag der „Welt am Sonntag“ (23.5.2021), Tendenz der Ablehnung steigend: von 56% in 2020 auf 65% aktuell. Unter die Ablehnung fallen das Binnen-I ebenso wie die Sprechpause vor der zweiten Worthälfte mit Unterstrich _ oder einem Pluszeichen + (und auch das Sternchen * dürfte dazugehören); abgelehnt wird außerdem die Partizipialkonstruktion, das Substantivieren von Adjektiven wie „Zuhörende“, „Lesende“, „Mitarbeitende“; übrigens stieg die Ablehnung auch auf weiblicher Seite, nämlich von 52% auf 59%, und selbst bei den „Indianer“-Verbietenden Grünen liegt die Ablehnung bei knapp der Hälfte (48%) (in „Die Welt am Sonntag, 23.05.2021; https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/grosse-mehrheit-lautumfrage-gegen-gendersprache-17355174. html#void). Es gibt Wichtigeres in Unternehmen und Wirtschaftspolitik als die Frage nach einem sogenannt „geschlechtergerechten“ Sprechen und Schreiben. Oder etwa nicht? Das Echo, das es offenbar auch in der Unternehmenswelt auslöst, scheint ein Fragezeichen zu empfehlen. Zum einen, weil gender“gerecht“, eine moralische Kategorie, mit gender“sensibel“ verwechselt und das grammatische mit dem biologischen Geschlecht fälschlicherweise identifiziert wird. Sprache hat nichts mit Gerechtigkeit zu tun, ebenso wenig mit Biologie. Sprachsensibilität bezieht sich auf die Anpassung von Sprachregelungen als Ausdruck von Pragmatik als Zeichen für eine repräsentative Funktion von Sprache; Sprache wandelt sich insofern durch gesellschaftliche Präferenzveränderungen bzw. dem Anspruch, gesellschaftliche Verhältnisse zu repräsentieren. Nur haben sich ja diese nicht geändert, sondern es wird nur anders, mit einer bestimmten ideologischen Schlagseite, über sie gesprochen. PT-MAGAZIN 4 2021 EINFACH & SCHNELL INFORMIERT Mit QuickIn bequem Meldungen direkt vor Ort erfassen. quickin.fasihi.net

33 Über die Autorin PT-MAGAZIN 4 2021 Was als Kompromiss erscheint, ist zumindest selbst unter der Annahme der Repräsentation unvollständig. Der Kompromiss dekliniert die weibliche und männliche Form. Das mag man umständlich, gekünzelt, unelegant und mühselig im Hören und Lesen finden. Entscheidend ist, dass mit diesem Kompromiss nichts gewonnen ist; denn er schließt aus, weil er einen Teil jener Geschlechterkonstrukte/Gender exkludiert, die heutzutage beansprucht werden und im Begriff des „divers“ versammelt werden. In Rede steht die orthographisch-typographische Veränderung durch Binnen-I und Genderstern oder das „x“. Wer je einen Text gelesen hat, in dem gegendert wird, wird bestätigen, dass er einen Gutteil der inhaltlichen Aussage beim ersten Hören oder Lesen verpasst. Doch zunächst zum Aspekt der Exklusion, die die willkürlichen Änderungen in sich tragen: „Lesbar- und Vorlesbarkeit, grammatische Korrektheit und Eindeutigkeit dienen nicht allein praktischen Zwecken wie dem leichten Hörverstehen, der Konzentration auf die wichtigen Sachverhalte bis hin zur Rechtssicherheit. Gerechtigkeitsfragen im strengen Sinn sind auch im Spiel, wenn Manipulationen von Ortho- und Typographie geeignet sind, das Erlernen und die Anwendung von Grammatik und Wortschatz zu erschweren. Davon betroffen sind nicht nur Schüler und Personen, die Deutsch als Zweit- oder Fremdsprache erlernen wollen. In einer Einwanderungsgesellschaft, in der der Spracherwerb als Schlüssel zu gesellschaftlicher Integration und beruflicher Qualifikation ist, wirkt diese Form der Sprachpolitik ausgrenzend. Dasselbe gilt gegenüber den mehr als sechs Millionen Deutschen, die ihrer Muttersprache in Wort und Schrift auch in ihrer einfachen Form kaum mächtig sind.“ (Daniel Deckers: Binnen-I und Gender-Stern : Gendern grenzt aus. FAZ 25.5.2021). Die durch gendersensible Sprachlogik und -praxis hervorgerufene Ausschließungsdynamik beinhaltet auch eine Ausschließungsdynamik im Sinnverstehen. Es wurde bereits nachgewiesen und kann von jedem, der einen mit Sonderformen gespickten Text liest, nachvollzogen werden, dass bereits beim Hören, insbesondere beim Lesen eines Beitrags mit Sonderformen von Inhalten abgelenkt und Sinnverstehen erschwert ist. Insofern könnten Unternehmen, die nicht gendern, sich auf diese Erkenntnisse beziehen. Sie könnten die Ablehnung mit dem Bestreben kombinieren, Dr. Regina Mahlmann bietet Unternehmen Führungs- und HR-Unterstützung, damit diese nachhaltig erfolgreich sein können. Ferner ist sie aktiv als Coach, Speaker und Textcoach/ Ghostwriter sowie Autorin zahlreicher Bücher. www.dr-mahlmann.de gerade angesichts wachsender Diversität grundsätzlich alle Menschen ungeachtet ihrer (Selbst-) Zuschreibung zu einem Geschlecht/ Gender einzubeziehen, offenzustehen. jedem Einzelnen „Teilhabe“ zu ermöglichen. Die zwei DAX-Konzerne, die nicht gendern, haben dazu eine Vorlage geliefert: Sie verweisen auf ihren Anspruch, eine Kultur zu gestalten, die grundsätzlich diskriminierungsfrei und damit inklusiv ausgerichtet ist. Ein „Purpose“ kann also auch so formuliert werden, dass auf sprachliche Ausschließung verzichtet wird und die Orientierung am amtlichen Regelwerk der deutschen Sprache eine wesentliche Säule dafür ist, hürdenarme Verständigung und damit ein egalitäres Fundament für Gemeinschaftlichkeit im Arbeitsalltag zu ermöglichen. ó Energizing Productivity Aktive Energiemanagement-Geräte und sichere Bremswiderstände für die elektrische Antriebstechnik Mehr Produktivität, Sicherheit und Effizienz Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme! Michael Koch GmbH, Zum Grenzgraben 28, 76698 Ubstadt-Weiher Tel. +49 7251 9626-200, www.bremsenergie.de, mail@bremsenergie.de

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