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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Wirtschaft

Wirtschaft PT-MAGAZIN 4/2016 56 © Julia/Fotolia Scheintod Unmittelbar in der Nachkriegszeit hatte mein Vater mit seiner Druckerei einen Mann mit Waschmittelkartons beliefert. Waschmittel waren in diesen Jahren Mangelware und wurden mit geriebener Seife, Sand und einigen Zutaten hergestellt. Die Lieferung der Verpackungen hat den Kunden sehr zufrieden gestellt, weniger erfreulich war aber, dass keine Zahlung kam. Nach einigen vergeblichen Mahnungen schickte mein Vater den Gerichtsvollzieher zu dem „Waschmittelfritzen“. Von dessen Wohnung aus rief der Gerichtsvollzieher an und erzählte, dass er den Mann nicht pfänden könne, da dieser nervlich völlig kaputt sei, denn seine Frau sei in der Nacht verstorben. Deshalb schlug der Gerichtsvollzieher vor, die Pfändung erst einmal auszusetzen. Mein Vater, der auch die Frau kannte, übermittelte sein Beileid, hatte Mitgefühl und stimmte dem Pfändungsaufschub zu. Am Abend ging er mit meiner Mutter in die Gaststätte Kulturverein in Nürnberg. Das erste, was er bei dem Betreten des Speisesaals sah, war der vermeintliche Witwer, der mit seiner Frau beim Abendessen und einer Flasche Wein saß. Seien wir nach so vielen Jahren gnädig, die Frau war sicher nur scheintot und das Ehepaar feierte die Wiederauferstehung. Jetzt werde ich Millionär (Eugen Block) 1972 eröffnete ich, Eugen Block, mein viertes Block House Restaurant in Hamburg-Wandsbek. Die schöne, urgemütliche Gestaltung von unserem Architekten Walter Huster traf mich mitten ins Herz. Um 19 Uhr wurde im Beisein von Max Schmeling das neue Haus offiziell eröffnet. Lange Warteschlangen waren vor dem neuen Block House – die Wandsbeker freuten sich, dass sie wieder ein Restaurant hatten. Von dem Strom zahlender Gäste war ich so begeistert, dass ich zu meinem Bruder sagte: „Du, ich glaube, jetzt kann ich es nicht mehr aufhalten, ich werde Millionär!“ © pathdoc/Fotolia WAS UNS ANTREIBT? DIE LEIDENSCHAFT FÜR DAS AUTOMOBIL. Als Partner der Automobilindustrie verbinden wir Leidenschaft mit technischem Know-how und hohem Qualitätsanspruch. Daher freuen wir uns über die erneute Nominierung zum Großen Preis des Mittelstandes und das Erreichen der Jurystufe. Wir gratulieren allen nominierten Unternehmen! Anzeige_ASAP_drittel Seite quer_20160602_FINAL.indd 1 06.06.2016 17:10:46

PT-MAGAZIN 4/2016 © WPT Morsbach gründete auch den „Nürnberger Lebkuchenmarkt“ Die Parade „Und mach keinen Blödsinn“, ermahnte mich meine Frau wie so oft, wenn ich eine längere Geschäftsreise antrat. So auch vor jenem Flug nach New York in den Achtzigerjahren. Mein Freund Dieter wanderte in die USA aus, um sich dort selbstständig zu machen. Das hatte ich mit einer Beteiligung an seiner Unternehmensgründung unterstützt. Seine Familie ließ er vorerst in Düsseldorf weiter wohnen, bis sich das Unternehmen etabliert hätte. Geschäftsgegenstand war eine Importgesellschaft von deutschen Maschinen für die graphische Industrie. Der damals überhöhte Dollarkurs sorgte neben der Produktqualität sofort für ein einträgliches Geschäft. Als Investor muss man nicht nur einsteigen, sondern auch den Ausstieg optimal terminieren. Etwa drei Jahre nach dem Start der Firma traf ich mich mit Dieter und einem Kaufinteressenten für meinen Anteil in New York. Dieter hatte einen strategisch interessanten Geschäftspartner gefunden, der meinen Anteil erwerben wollte. Wir trafen uns in Manhattan in einem Konferenzraum eines der großen internationalen Hotels. Die Verhandlungen zogen sich bis in die Mittagszeit hinein und kamen dann zu einem zufriedenstellenden Abschluss. Nach dem Gespräch wollten wir beide den Verhandlungserfolg feiern und gingen in eine nahe gelegene Bar mit einem Vorgarten, an einer belebten New Yorker Kreuzung gelegen. Während wir das Mittagessen zu uns nahmen und uns dazu ein Fläschchen kalifornischen Sekts gönnten, sahen wir, dass Straßensperren aufgebaut wurden und die Polizei den Verkehr auf der Kreuzung lahmlegte. Fernseh- und Radioteams marschierten auf und brachten ihre Kameras und Mikrofone in Stellung. Wir fragten den Kellner, was da los sei und er erklärte uns, dass hier eine Parade stattfände, deshalb würde für einige Stunden der Verkehr umgeleitet. Dann ging es auch schon los. Wir hörten lautstarke amerikanische, lateinamerikanische und karibische Musik. Die ersten Bandwaggons fuhren vorbei. Mehr und mehr nahmen wir wahr, dass es sich um eine große Schwulenparade handelte. In den Achtzigern war das noch nicht „Business as usual“. Es gab mehrere religiös motivierte Störer. Die Filmer und Fotografen hatten genug zu tun und zwischendurch schwenkten die Kameras auch auf uns als Zaungäste des Umzugs. Dieter, mein Geschäftspartner, drehte sich zu mir und sagte: „Was mögen sich wohl unsere Frauen denken, wenn sie uns heute Abend im Fernsehen erblicken?“ Der Weihnachtswunsch An passenden Stellen habe ich in meinem Buch einige Businesswitze aus meinem Vortrag „Die Anatomie des Witzes“ platziert. Hier eine Kostprobe: In der Adventszeit unterhält sich ein wohlhabendes Ehepaar, was man sich zu Weihnachten wünschen würde. Sie beginnt: „Am liebsten hätte ich die Scheidung.“ Er wiegt den Kopf und antwortet: „So viel wollte ich nun auch nicht ausgeben.“ Buch bequem bestellen? Nun steht noch die Antwort auf die Frage an, warum heißt das Buch „Kleingeld, Kies und Dachstuhlbrand“? Antwort: Das sind die Keywords von drei Kapiteln. Erhältlich ist das Buch von Günter Morsbach & Friends (steuerlich ein Wirtschafts-Sachbuch) mit 80 Businessgeschichten auf 320 Seiten Inhalt im Hardcover zum Preis von 29,90 Euro unter www.wpt-verlag.de/shop/ ó Günter Morsbach

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