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PT-Magazin 06 2019

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Offizielles Magazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung.

Preisträger

Preisträger 2019 aus Berlin / Brandenburg PT-MAGAZIN 6/2019 Oskar-Patzelt-Stiftung 32 Berolina Metallspritztechnik Wesnigk GmbH 15378 Hennickendorf Tradition trifft Experimentierfreude „Wir waren die einzigen, die diesen Weg so risikofreudig mitgegangen sind.“ Diesen Satz hört man im ältesten thermischen Spritzbetrieb Deutschlands öfter. Flexibilität ist hier zum gelebten Grundsatz geworden. Technologisch bedient das Unternehmen alle relevanten thermischen Beschichtungsverfahren zwischen 50 µm und mehreren Millimetern. Das kann europaweit keine andere Firma. Weltkonzerne realisieren mit den Spezialisten aus Hennickendorf Grundlagenforschung. Mit der TU Berlin sowie weiteren Forschungseinrichtungen, wie der Fraunhofergesellschaft, entwickeln die Fachleute zusätzliche Verfahren und Werkstoffe, so dass sich der Umsatzzuwachs in den vergangen zwei Jahren anhaltend verstetigt hat. Stetes Lernen und Weiterbildung gehören zum Alltag im Unternehmen. Denn den Beruf des Metallspritzers gibt es in dieser Form als Ausbildungsberuf nicht. Demzufolge sind alle der knapp 50 Mitarbeiter Quereinsteiger, die sich grundsätzlich schnellstmöglich auf die neue Arbeit einstellen müssen. Dass es möglich ist, ist eine ständige Herausforderung für das Unternehmen, die man mit vielfältigsten Schulungsprogrammen meistert. Für die Firma sind die diversen Fähigkeiten der Mitarbeiter ein Gewinn. Denn Verfahren und Werkstoffe sind nie fertig entwickelt. Kontinuierlich sind deshalb mehrere Mitarbeiter in Qualifizierungs- und Re- Qualifizierungs-maßnahmen. Die Programme reichen vom Ersthelfer bis zur Programmie-rung von Industrierobotern und zum „Thermischen Spritzer“, der Kernkompetenz des Unternehmens. Aktuell forschen Studenten der Elektrotechnik an einem umweltrelevanten Projekt zur Verbesserung der Filteranlagen. Im Unternehmen laufen 14 Filteranlagen zur Luftreinigung in den Produktionsräumen. Je effizienter diese gereinigt oder erneuert werden, umso besser sind die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter. Anspruchsvolle Aufgaben brauchen motivierte Mitarbeiter. Das Unternehmen zahlt übertariflich, achtet auf Kommunikation auf Augenhöhe, unterstützt Familien durch Beteiligungen an den Kitakosten und entsprechende Arbeitszeitmodelle, die Erziehung und Arbeit möglich machen. Kaffee, Wasser und Arbeitsbekleidung gibt’s gratis und ein gutes Arbeitsklima on top. Auch die Region profitiert vom unternehmerischen Engagement. Neben dem Sponsoring für Kindergarten und Feuerwehr wird auch die Polizei unterstützt. Konkret werden auf dem Gelände des Unternehmens Drogen- und Sprengstoffspürhunde ausgebildet. Ebenso ist Inklusion ein wichtiges Thema. Seit Jahren arbeiten gehörlose Mitarbeiter im Unternehmen, die in Schulungen durch einen Gehörlosen-Dolmetscher unterstützt werden und so wie alle anderen auch am Fortschritt im Unternehmen teilhaben. Beenden die Mitarbeiter ihre Qualifizierungsmaßnahmen, können sie ihre Kenntnisse direkt in einer modernen Umgebung unter Beweis stellen. Von 2015 bis 2018 sind die Ausgaben für Modernisierung und Digitalisierung mit einem knappen zehnfachen Etatansatz nahezu explodiert. Lasertechnologie und 3D-Druck sind keine Zukunftsmusik mehr. Es wurden drei Patente und ein Gebrauchsmuster auf die Firma registriert. Superlative gehen mit Spitzenleistungen einher. So wird die entstehende Fertigungshalle eine der größten deutschlandweit sein. Die Berolina Metallspritztechnik Wesnigk GmbH wurde zum 10. Mal seit 2007 zum „Großen Preis des Mittelstandes“ nominiert, in diesem Jahr von der DIEPA GmbH. 2012 erfolgte die Auszeichnung als „Finalist“. ó DI Lerntherapie GmbH 12435 Berlin Berolina Metallspritztechnik Wesnigk GmbH, Andreas Duda, Geschäftsführer (Foto: Boris Löffert) Gemeinsam Lernen lernen Fehler können jedem passieren. Wenn Kindern in der Schule regelmäßig die gleichen Fehler unterlaufen und dadurch die Freude am Lernen gänzlich schwindet, verbinden die Therapeuten der Duden Institute Fachdidaktik das Lernen mit Elementen der Spiel-, Ergo- und Familientherapie, um ihnen einmal in der Woche die individuelle Unterstützung zu geben, die sie brauchen. Die Duden-Experten helfen Kindern und Jugendlichen in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik nach einer vorausgegangenen individuellen Beratung und Diagnostik. Allein der Name Duden verpflichtet zu Qualität. Das Unternehmen arbeitet mit rund 40 Erfolg und aktuell zwei Werkstudenten im Franchisesystem. Und dies mit wachsendem Erfolg auf hohem Qualitätsniveau. Damit das so bleibt, wurde konsequent in Personal und dessen Qualifizierung, in technische Infrastruktur und Ausstattung der Institute investiert. Dazu gehören auch diverse Anstrengungen, mit digitalen Lösungen ein papierloses Büro zu schaffen und Online-Portale auszubauen, um Blended-Learning-Angebote unterbreiten zu können. Das sind Modelle, in denen sowohl online- als auch in Präsenzveranstaltungen unterrichtet wird. Außerdem wird am Aufbau eines eigenen Hochschulstudiums für Lerntherapeuten gearbeitet. Dieses Studium und die damit verbundene Qualifizierung der Therapeuten und Lehrkräfte, die Vernetzung mit Universitäten, zahlreiche Schulprojekte sowie Beteiligungen an Kongressen tragen nicht nur zur größeren Bekanntheit des Unternehmens bei. Das Wichtigste ist der Erfolg der Kinder, und der ist in vielen Studien nachweisbar. Belegt wird der Erfolg des Systems durch den im vierten Jahr in Folge erreichten Franchise Award in Gold. Im Rahmen der wissenschaftlichen Fundierung, Evaluierung und Weiterent-

wicklung von Materialien der Lerntherapie führt das Unternehmen Forschungsprojekte mit den Universitäten in Berlin, Duisburg/Essen, Graz, Leipzig, Marburg, Potsdam, Schwäbisch Gmünd sowie mit dem Deutschen Zentrum Lehrerbildung Mathematik durch. Im Ergebnis der Kooperationsforschungen entstehen Studien, Masterarbeiten, Promotionen und wissenschaftliche Publikationen. Mitarbeiter des Unternehmens übernehmen Ausbildungsteile in Masterstudiengängen zur Integrativen Lerntherapie an der PH Schwäbisch Gmünd und an der TU Chemnitz. In diesem Zusammenhang ist auch die Zusammenarbeit mit Schulbuchverlagen und der staatlich anerkannten SRH Fernhochschule zu erwähnen. Alle Duden Institute werden nach dem ersten Betriebsjahr, und dann alle drei Jahre, erneut kontrolliert und bewertet. Die Erfüllung der Qualitätsstandards wird durch eine Urkunde dokumentiert. Außerdem pflegt das Unternehmen regelmäßige Qualitätsdialoge mit dem Berliner Senat und den Jugendämtern. Nicht nur die Arbeitsmethodik, auch die Personalpolitik im Unternehmen entsprechen modernen Anforderungen. Mitarbeiter haben flexible Arbeitszeiten, es gilt Vertrauensarbeitszeit und die Option des Home Office. Mehr als zwei Drittel der Beschäftigten sind Frauen. Da faktisch niemand das Unternehmen verlässt und stattdessen stets neue Mitarbeiter gesucht werden, ist dies ein wichtiges Indiz für motivierte und begeisterte Mitarbeiterinnen, wobei das Engagement der Frauen extra groß zu schreiben ist. Die Entwicklung der Therapiemethoden kennt keinen Stillstand. Es gibt eine eigene Forschungsabteilung und mit der staatlich anerkannten SRH Fernhochschule wurden Studiengänge für Hochschulzertifikate und ein Masterstudiengang zur integrativen Lerntherapie aufgelegt. Des Weiteren werden laufend Therapie- und Diagnosematerialien weiterentwickelt. Dafür wurde in eine interaktive Wissens- und Austauschplattform investiert und somit Duden digital neu interpretiert. DI Lerntherapie GmbH, Dr. Gerd-Dietrich Schmidt, Geschäftsführer (Foto: Boris Löffert) Die DI Lerntherapie GmbH wurde zum 5. Mal seit 2007 zum „Großen Preis des Mittelstandes“ nominiert, in diesem Jahr von der global office GmbH. 2007 erfolgte die Auszeichnung als „Finalist“. ó Körber & Körber GmbH Präzisionsmechanik 16547 Birkenwerder Generationen übergreifend auf der Erdumlaufbahn Nur Dank Körber & Körber und ihren präzise gefertigten Halterungen für die Kameras der Weltraumfähre ISS konnte Astro-Alex die ganze Welt mit seinen Bildern begeistern. Doch das ist nur ein Beispiel für die ganz besondere Art, in der Vater und Sohn zusammenarbeiten. Nämlich ihre Firmenidee nach dreißig Jahren am Markt neu zu interpretieren und modernste Technik mit Erfahrungen vieler Jahrzehnte zu einem erfolgreichen Firmenmodell zu kombinieren. Auf diese Weise, so sagen sie selbst, sind sie nicht die Billigsten, aber sie können die Besten sein. Kunden auf der ganzen Welt und insbesondere Raumfahrtunternehmen wissen das zu schätzen. Die aktuellen Umsatzzahlen beweisen das. Seit drei Jahren steigen sie stetig und haben sich nahezu verdoppelt. Digitalisierung, ein starkes Team von rund 40 Mitarbeitern und die firmeneigene Interpretation des Servicegedankens sind für Vater und Sohn die Quellen des Erfolgs. Die Mitarbeiterzahlen steigen und seit einem Jahr wird auch ausgebildet, um den hohen Standard mit eigenem Nachwuchs zu halten. Aktuell werden zwei Fachkräfte ausgebildet und sieben Werkstudenten unterstützen aus wissenschaftlicher Sicht. Aus- und Weiterbildung sind ebenso fester Bestandteil der Firmenkultur wie Sport, Bewegung und Spaß. Firmenlauf, Fußballspiele, Lase r-Games und das traditionelle gemeinsame Knackerfrühstück tragen dazu bei, dass sich alle Mitarbeiter mitgenommen fühlen. Die besten Ideen entstehen sowieso vor oder nach den Meetings. Auch das wissen Vater und Sohn aus eigener Erfahrung und handeln nach dem Grundsatz: „Wer viel gibt, bekommt auch viel zurück.“ Entwicklungen und Konstruktionen der Körbers beginnen und bestehen dort, wo andere aufgeben. Das Unternehmen entwickelt und baut beispielsweise Prüfgeräte für Kabel, die sowohl großer Hitze, als auch feinstem Sand sowie hohem Druck standhalten müssen. Auf diese Weise ist der realisierte Kundenerfolg zu einem hohen Prozentsatz auch den Brandenburger Spezialisten zu verdanken. Erklärtes Ziel ist es, dass sich auch kleine Serien rechnen sollen. Denn eine Stärke der Mittelständler ist, individuell und ökonomisch zu arbeiten. Wer selbst inhouse Modernisierung in Time und Budget und ohne die gefürchteten Umstellungsschmerzen realisiert, kann sich auch in unausgesprochene Kundenwünsche hineindenken- und arbeiten. Und dafür sind die Körber-Spezialisten mental und technologisch gut aufgestellt. Maschinen und Infrastruktur sind kaum drei Jahre alt. Moderne Ausrüstung trifft auf modernes Denken. Dazu gehört nicht nur Erfolge zu feiern, sondern auch offen über das Scheitern zu sprechen und aus Fehlern zu lernen. Benjamin Körber hat das bereits mehrfach getan und im Rahmen einer „Fuckup-Night“ die Karten auf den Tisch gelegt, um Andere vor genau diesen Fehlern zu bewahren. Scheitern gehört wie Jubeln zum Leben und wir sollten beides akzeptieren, sagt man in der Firma. Erfahrungen weiter zu geben, beginnt schon in der Schule im Rahmen ˘ 33 PT-MAGAZIN 6/2019 Oskar-Patzelt-Stiftung

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