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PT-Magazin 06 2019

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Offizielles Magazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung.

Finalisten

Finalisten 2019 aus Sachsen PT-MAGAZIN 6/2019 Oskar-Patzelt-Stiftung 36 Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH 04741 Roßwein Zwei „verrückte“ Unternehmer Wunschlohn und Weihnachtskarten im Sommer? Zwei Geschäftsführer, die Bücher schreiben, um Gründerinnen und Gründern Mut zu machen und damit als erster und einziger Handwerksbetrieb mit einem Stand auf der Leipziger Buchmesse vertreten waren? Die Ausbildung der ersten Gerüstbauerin Sachsens und ein eigener Firmenwein? All das ist gelebte Realität bei der 2001 gegründeten Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH aus Roßwein. Bei dem mittelständischen Unternehmen gibt´s nicht nur Gerüstbau aus Leidenschaft, sondern auch unkonventionelle Ideen und – wie sie sich selbst mit einem Augenzwinkern bezeichnen – zwei verrückte Unternehmer. Die Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH montiert und vermietet deutschlandweit Gerüste – doch nicht nur die gewöhnlichen. Das Unternehmen baut auch dort Gerüste auf, wo Mitbewerber kapitulieren müssen – denn sie hängen die Gerüste auf und bauen sie – anders als sonst üblich – von oben nach unten. Die Vorteile: enorme Kosteneinsparungen, die Bauwerke werden geschont und im Idealfall verkürzt sich die Bauzeit. Weitere Wettbewerbsvorteile sind Termin- und Preisgarantien, 24-Stunden- Erreichbarkeit und ein Notfall-Service. Der Firmenumsatz steigt stetig. Technische Innovation wird großgeschrieben. So sind die 44 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch eine Firmen- App immer auf dem neuesten Stand. Die Buchhaltung läuft vollständig digital und auch die Baustellen werden digital verwaltet. In Zukunft kommen eventuell auch Roboter oder eine Gerüstwaschanlage zum Einsatz. Das Wohl der Beschäftigten hat im Unternehmen Priorität. Kein anderer Gerüstbauer kann derart viele Zertifizierungen vorweisen. Fahrtkosten werden erstattet, die Gehälter sind fair und bei Auswärtstätigkeiten werden die Unterkünfte gestellt. Zudem gibt es Urlaubsund Weihnachtsgeld sowie Zuzahlungen für Kindergartenplätze. Alle Führungskräfte sind mit Tablets ausgestattet, jeder hat seine eigene Grundausstattung an Werkzeug und Kleidung. Zusätzlich zur Gesundheits- und Altersvorsorge gibt es weitere familienfreundliche Angebote. Dazu gehören unter anderem die Rückenschule während der Arbeitszeit und die Erlaubnis, sofort nach Hause gehen zu dürfen, falls das eigene Kind plötzlich erkrankt ist. Die Beschäftigten können eigene Ideen einbringen und selbst umsetzen. Gelingt das, gibt es eine Sondervergütung. Bei der Nachwuchsförderung verlassen die Gerüstbauer ebenfalls ausgetretene Pfade. So kooperierten sie im vergangenen Jahr mit Pizzalieferanten und druckten Stellenanzeigen auf die Kartons. In einer Skaterhalle wurde mit einem Filmemacher ein Imagefilm gedreht, der nicht nur in den Kinos der Region zu sehen war, sondern auch in Baden-Württemberg und Bayern. Und tatsächlich konnten dadurch mehre Auszubildende gewonnen werden. Um einer Hauptschülerin eine Ausbildung in der Firma zu ermöglichen, hat die Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH einen neuen Beruf eintragen lassen. Der eigene Youtube-Kanal, die zahlreichen Blogbeiträge und die Postings in den sozialen Netzwerken haben das Unternehmen inzwischen über Branchengrenzen hinweg bekannt gemacht. Die Gerüstbau GmbH unterstützt großzügig Menschen, Vereine und Organisationen in der Region. Gemeinhardt Gerüstbau wurde zum 4. Mal seit 1995 zum „Großen Preis des Mittelstandes“ nominiert, in diesem Jahr durch die meeco Communication Services GmbH, den Neufeld Verlag und die progressmedia Verlag & Werbeagentur GmbH. ó HAVLAT Präzisionstechnik GmbH 02763 Zittau Mit Know how und Herzblut zur Präzision Drehen, Fräsen, Schleifen, Montieren sind die Kernkompetenzen des sächsischen Fertigungsdienstleisters HAVLAT Präzisionstechnik. Das mittelständische Unternehmen mit 256 Beschäftigten liefert hochpräzise metallische Bauteile in den Bereichen Dreh-, Fräs- und Schleiftechnologie sowie Baugruppenmontage. Das in zweiter Generation geführte Familienunternehmen aus Zittau stellt keine eigenen Produkte her – schließlich lassen einige Kunden hier auch Prototypen fertigen. Die Familien Havlat und Friedrich stehen für nachhaltiges Wachstum und langjährige partnerschaftliche Geschäftsbeziehungen. HAVLAT ist mittlerweile ein fester Bestandteil des europäischen Marktes. Das Unternehmen übernimmt nicht nur die Zuliefereraufgabe, sondern auch die Organisation der Materialbeschaffung, der Hilfsmittel und der Sonderarbeiten, wie die Lackierung des Endprodukts. 1980 gründete Konrad Havlat das Unternehmen in seiner DDR-Garage, durfte aber bis zur Wiedervereinigung keine Mitarbeiter einstellen. Seit 1990 ging es trotz aller Wirtschaftskrisen und Marktumbrüche stetig voran. In den vergangenen vier Jahren stieg der Umsatz um 20 Prozent auf 24 Mio. Euro. Im selben Zeitraum wurden etwa zehn Mio. Euro in neue Maschinen und Software investiert. Zwar schwanken Auftragslage und Auslastung des Unternehmens unmittelbar mit der wirtschaftlichen Situation der meist exportorientierten Kunden. Doch das internationale Geschäft kann diese Unsicherheiten immer wieder gut ausgleichen. HAVLAT Präzisionstechnik steht für individuelle und flexible Arbeit. Die Vielseitigkeit und die Qualität sind hervorzuhebende Alleinstellungsmerkmale. Des Weiteren beschäftigt sich das Unternehmen mit der Berufsausbildung, um Grundlagen für Facharbeiterinnen und Facharbeiter zu schaffen. Im Jahr 2018 haben 20 Auszubildende eine Lehre begonnen. Besonderen Stellenwert hat die Ausbildung von Zerspanungsmechanikern und Technikern. Für alle Beschäftigten gibt es Weiterbildungen in Form von Meisterschulungen und Qualifizierungsmaßnahmen je nach Tätigkeitsbereich. Das Familienunternehmen ist mit seiner Belegschaft gewachsen. Darauf ist man bei HAVLAT Präzisionstechnik stolz und revanchiert sich. Seit 2018 werden gute Ideen von Angestellten, die

v.r.: TESOMA GmbH, Ulrich Loser, Geschäftsführer; HAVLAT Präzisionstechnik GmbH, David Havlat, Geschäftsführer; Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH, Walter Stuber, Geschäftsführer, Dirk Eckart, Geschäftsführer; RiePharm GmbH, Frank Breuer, Geschäftsführer; ZABAG Security Engineering GmbH, Michael Simon, Geschäftsführer; das Unternehmen weiterbringen, monetär belohnt. Für erreichte Ziele gibt es Erfolgsprämien. Und bei aller Präzision: ein bisschen Spaß muss sein. Fest etabliert ist im Unternehmen die vierteljährlich stattfindende Bockwurstrunde für alle Beschäftigten in allen Schichten. Und manchmal sind es auch die kleinen Dinge, die dafür sorgen, dass sich eine Belegschaft mit dem Arbeitgeber identifiziert. Bei HAVLAT Präzisionstechnik sind das originell designte Weihnachtskarten oder Tassen und Bierkrüge mit Zerspannungsmotiven. Wichtiger als das ist aber die wertschätzende Führungskultur im Unternehmen. Erwähnenswert ist die Zusammenarbeit mit behinderten Menschen. Im Unternehmen wird aktive Integration in das Leben der Gesellschaft gefördert. Darüber hinaus bestehen verschiedene Kooperation mit Hochschulen, Ausbildungszentren, Wirtschaftsfirmen in den Bereichen Wärme- und Oberflächenbehandlung, Brenn- und Schweißarbeiten sowie Material- und Werkzeuglieferanten, Krankenkassen, Anbietern von Weiterbildungen und Leiharbeitern. Dabei wird auf Regionalität viel Wert gelegt. HAVLAT Präzisionstechnik wurde zum 5. Mal seit 2001 zum „Großen Preis des Mittelstandes“ nominiert, in diesem Jahr durch „EMS Ihr Beraterteam Hinner“. ó (Foto: Boris Löffert) RiePharm GmbH 01587 Riesa In sechs Jahren 30 Prozent Marktanteil Die 2012 als pharmazeutischer Fachgroßhandel gegründete RiePharm ist bis heute der einzige seit 1990 neu zugelassene Arzneimittelhersteller im Freistaat Sachsen. Geschäftsführer Frank Breuer und der verantwortliche Apotheker Marko Eschmann drangen mit Innovationen in einen gesättigten Markt ein und entwickelten RiePharm zu einem der bundesweit größten unabhängigen Lieferanten für den Markt der Nierenund Bluthochdruckerkrankungen. Sechs Jahre nach der Gründung ist das Unternehmen mit einem Marktanteil von mehr als 30 Prozent führender Anbieter und Lieferant in diesem Bereich. Umsatz und Belegschaft verdreifachten sich in den vergangenen vier Jahren auf 33,5 Mio. Euro bzw. 21 Mitarbeiter. Sechs Mio. Euro wurden in diesem Zeitraum investiert. Das Unternehmen aus Riesa verkauft an Apotheken und forscht an der Verbesserung von Medikamenten. Besonders innovativ: Mit der neuen App „Curacado“ bietet RiePharm bundesweit Patienten die Möglichkeit, rezeptpflichtige Medikamente online zu bestellen und liefern zu lassen. Der sächsische Arzneimittelhersteller hat sich zum Ziel gesetzt, kontinuierlich und unbegrenzt Medikamente für alle Dialysepatienten bereit zu stellen und kostengünstig sowie zweckmäßig zu liefern. Durch neue Lieferprozesse ist die Versorgung chronisch Erkrankter schneller und leistungsfähiger geworden. Die Jury des „Großen Preis des Mittelstandes“ würdigt die Geschäftsstrategie, konsequent Nischen zu suchen, die für andere Konzerne unattraktiv sind, und diese zu besetzen. Dadurch kann das Unternehmen permanent Innovation betreiben und Eigenmarken entwickeln. Familienfreundlichkeit ist für Rie- Pharm essenziell. Die Beschäftigten profitieren von Teil- und Gleitzeitmodellen sowie von flachen Hierarchien und der Möglichkeit zum Home Office. Als besonders motivierend empfinden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dass sie in Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Umgesetzte Anregungen von Angestellten werden prämiert. Neben attraktiven Schulungs- und Weiterbildungs-angeboten können sich alle Beschäftigten über eine jährliche finanzielle Mitarbeiterbeteiligung freuen. Das Besondere: Alle bekommen den gleichen Betrag – unabhängig von der jeweiligen Position und Tätigkeit. Angestellte, die sich sozial und gesellschaftlich engagieren, werden bei Lohnfortzahlung jederzeit freigestellt. Die Nähe zur Kundschaft ist dem Unternehmen wichtig. Ein eigener Außendienst, ein sympathisches Telefonmarketing, Messepräsenz sowie regelmäßige Kontakte und Glückwünsche zu besonderen Anlässen sind selbstverständlich. Eine Besonderheit ist die vor drei Jahren aufgebaute Schulungs- und Veranstaltungsabteilung, die sowohl Weiterbildungen für eigene Beschäftigte als auch für medizinisches Personal anbietet – kostenfrei und ohne Verkaufsabsicht, denn die Themen sind produktunabhängig. In der Region übernimmt RiePharm Verantwortung. So unterstützt der Arzneimittelhersteller ideell und finanziell Schulen in Riesa und Umgebung sowie die örtliche Berufsakademie. Zahlreiche karitative Einrichtungen auf regionaler ˘ 37 PT-MAGAZIN 6/2019 Oskar-Patzelt-Stiftung

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