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PT-Magazin 06 2019

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Offizielles Magazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung.

PT-MAGAZIN 6/2019 Wirtschaft 56 ren und sie bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse zu unterstützen. Die Unternehmen, die nicht vom Markt verdrängt werden, laufen Gefahr von Digitalunternehmen zum Zulieferer degradiert zu werden. Das wird, bedingt durch die zunehmende Marktmacht der digitalen Herausforderer, ein Druck auf die Margen des Zulieferers mit sich bringen. Der dadurch verursachte Rückgang der Renditen würde beispielsweise das Bauhauptgewerbe empfindlich treffen. Die Strategie für etablierte Anbieter, sich auf Nischen zu fokussieren, die für den digitalen Herausforderer derzeit nicht im Fokus stehen, vernichtet hingegen Geschäftspotential. Damit Mittelständler in Deutschland dennoch eine Chance gegenüber den disruptiven Anbietern haben, dürfen die Unternehmen die Digitalisierung nicht nur aus Sicht des eigenen Unternehmens betrachten. Die gemeinschaftliche Digitalisierung, der am Wertschöpfungsprozess einer Branche beteiligten Unternehmen, ist eine geeignete Strategie, um sich gegen disruptive Herausforderer zur Wehr zu setzen. Die „analogen“ Netzwerke der traditionellen Branchen können hierbei eine Chance bieten. Wenn es durch die Digitalisierung gelingt, bestehende Ökosysteme zu stärken und gleichzeitig die Vorteile des analogen, etablierten Systems zu erhalten, werden es digitale Herausforderer deutlich schwerer haben, sich im hiesigen Markt zu etablieren. Für regional differenzierte, durch eine Vielzahl von Subbranchen und mittelständische © Free-Photos auf Pixabay Strukturen gekennzeichnete Märkte in Europa, ist die Bildung von Ökosystemen vermutlich sogar die einzige Chance die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern und ihre heutige Marktposition halten oder ausbauen zu können. Erste Kooperationen einzelner Bauwerksbranchen entstehen Im Mai 2018 haben Vertreter aus der Bedachungsbranche und der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) eine „Gemeinsame Erklärung der Partner aus Industrie, Handel und Handwerk in der Bedachungsbranche zur Digitalisierung“ verabschiedet. Mit dieser Erklärung will die Branche gemeinsam die Herausforderungen der Digitalisierung meistern. Mit dieser Absichtserklärung geht die Branche als Vorbild vorweg. Erfolg wir allerdings erst durch die Entwicklung geeigneter Strategien und deren konsequenter Umsetzung generiert. In der Branche Sanitär-Heizung- und Klima haben über 100 Markenhersteller mit der Gründung einer Arbeitsgemeinschaft (ARGE Neue Medien) einen Grundstein für die erfolgreiche Digitalisierung der Branche über alle Stufen des mehrstufigen Vertriebs gelegt. Sie haben über alle beteiligten Hersteller hinweg die digitalisierten Stammdaten aufbereitet und organisiert. Diese stehen nun für zahlreiche weiterführende digitale Anwendungen zur Verfügung. Die ARGE Neue Medien organisiert für ihre Mitgliedsunternehmen das Qualitätsmanagement von Produktdaten sowie die Normierung von Datenstandards und -formaten. Wichtigstes Instrument der Datenverteilung ist das SHK-Branchenportal – seit 2002 die zentrale Datendrehscheibe für die Haustechnikbranche. Der Baustoffhandel hingegen ist zum Beispiel aktuell noch damit beschäftigt, seine Stammdaten zu digitalisieren, was wiederum die Vorstufe für ein Modell ähnlich der ARGE Neue Medien darstellt. Der Stahlhändler Klöckner hat die durchgängige Digitalisierung der Lieferund Leistungskette in der Stahlindustrie bereits fest in seine Digitalstrategie verankert. Zum einen können Kunden von Klöckner über ein Serviceportal digitale Tools wie Webshops oder Kontraktportale nutzen. Darüber hinaus hat Klöckner die unabhängige und offenen Industrieplattform „XOM Materials“ gegründet, die die unterschiedlichen Marktteilnehmer miteinander vernetzt. Eine gemeinsame digitale Infrastruktur ist durchaus mit dem Euro, der gemeinsamen Währung in Europa, vergleichbar. Eine einheitliche Währung ist genauso wie eine einheitliche technologische Basis in der Lage wirtschaftliches Wachstum zu ermöglichen. Dennoch führt die Diskussion über die Einführung und Entwicklung dieser Gemeinsamkeit zu rationalen und insbesondere emotionalen Widerständen der Beteiligten. Diese emotionalen (irrationalen) Widerstände müssen überwunden werden, damit die traditionellen Branchen in Deutschland (und Europa) auch in Zukunft ihren Beitrag zur Wertschöpfung und zum wirtschaftlichen Wachstum leisten können und sich gegenüber disruptiven Herausforderern aus dem Ausland behaupten können. ó Über den Autor Robert Schovenberg, Mit-Initiator Vernetzt Digital und Co-Founder we22 AG, stieg bereits während des BWL-Studiums 1998 in die Internetwirtschaft ein, war 1999 Co-Founder der Content Management AG und verantwortet als Vorstand das beständige Wachstum des Unternehmens mit seinen Marken web4business und CM4all Sites.

Unsere Mission Wir befähigen Ihre Mitarbeiter, bisherige Grenzen beim Wollen, Können und Machen zu überwinden. Durch Einstellungswandel, hochwirksame Werkzeuge und Konsequenz. Wachstumsberatung - damit Sie Anspruchsvolles schneller erreichen. Wie erfolgreich ist Ihr Unternehmen? Gemeinsam brechen wir alte Denkmuster auf. Dabei nutzen wir Methoden, die zu einer enormen Veränderungsbereitschaft führen. Danach geben wir Ihnen Werkzeuge an die Hand, diese Veränderungsbereitschaft in messbare Effizienzerhöhung und in eine starke Struktur zu übertragen. 25 Jahre • „Großer Preis des Mittelstandes“ 2019 www.weitfuehrung.de Tel.: 0171-4650716

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