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PT-Magazin 06 2019

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Offizielles Magazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung.

BWA richtig lesen Wie

BWA richtig lesen Wie Geschäftsführer die monatliche Betriebswirtschaftliche Auswertung lesen sollten PT-MAGAZIN 6/2019 Wirtschaft 48 Die Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) landet monatlich auf dem Tisch des Geschäftsführers. Bei der BWA gibt es viele verschiedene Darstellungsmöglichkeiten, die an die Informationsbedürfnisse des Unternehmens angepasst werden können. Um die Entwicklung des Unternehmens in den letzten zwölf Monaten auf einen Blick zu sehen, bedarf es einer anderen Betriebswirtschaftlichen Auswertung als bei dem Vergleich des abgelaufenen Monats mit den Vorjahreszahlen des Unternehmens. Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über verschiedene BWAs, die je nach Lage des Unternehmens analysiert werden sollten. Vorjahresvergleich Beim Vorjahresvergleich werden die Zahlen des aktuellen Jahres mit denen des Vorjahres verglichen. Dabei erfolgt der Vergleich nicht nur für den Monat, sondern auch für die kumulierten Monate seit Jahresbeginn. Die Unterschiede werden sowohl in absoluten Zahlen als auch prozentual dargestellt. Insbesondere beim Wachstum oder sonstigen größeren Veränderungen des Unternehmens sollte der Vorjahresvergleich regelmäßig betrachtet werden. Durch die Abgabe der prozentualen Veränderungen ist auf einen Blick erkennbar, ob die Entwicklung der Umsatzerlöse im gleichen Maße wie die der Kosten des Unternehmens erfolgt ist. Bei der Analyse des Vorjahresvergleichs muss jedoch bedacht werden, dass beispielsweise die Einstellung neuer Mitarbeiter sich erst mit zeitlicher Verzögerung in den Umsatzerlösen wiederspiegeln wird. Für eine Betrachtung der Veränderungen der Personalkosten in den letzten zwölf Monaten kann die Entwicklungsübersicht herangezogen werden. Entwicklungsübersicht In der Entwicklungsübersicht werden die Daten aus der Buchhaltung der vergangenen zwölf Monate jeweils für die einzelnen Monate dargestellt. Die Entwicklungsübersicht kann aus der Buchhaltungssoftware nicht nur mit den konkreten Zahlen der einzelnen Positionen der BWA, sondern auch als grafische Übersicht erstellt werden. Für den ersten Blick ist die grafische Darstellung empfehlenswert, da hier die © Alexas_Fotos auf Pixabay wichtigsten Positionen aufgezeigt werden: So kann der Geschäftsführer direkt erkennen, in welchen Monaten das Unternehmen einen Gewinn bzw. einen Verlust erwirtschaftet hat. Zudem werden bei der grafischen Darstellung der Entwicklungsübersicht der Materialeinsatz sowie die Personalkosten in einer separaten Linie aufgezeigt. Sofern darüber hinaus beispielsweise die Entwicklung einzelner Kosten des Unternehmens für die Analyse benötigt wird, hilft die Entwicklungsübersicht mit den konkreten Zahlen weiter. Kontinuität, Verantwortung und Innovation kennzeichnen unser Handeln Wir geben Ihren Daten ein sicheres Zuhause! ... seit 1969 Ihr Spezialist fü̈ fur Schrank- und Gehäusetechnik! Preisträger 2019 apra-norm Elektromechanik GmbH · 54552 Mehren / Vulkaneifel · www.apra.de

Wenn sich das Unternehmen in einer Transformation befindet oder enorm wächst, sollte die Entwicklungsübersicht zur Analyse herangezogen werden. Allerdings werden jeweils nur die absoluten Zahlen dargestellt. Für einen relativen Vergleich sollte der Geschäftsführer die BWA „Vorjahresvergleich“ betrachten. Liquiditäts-BWA (Statische Liquidität) Wenn sich das Unternehmen in einer angespannten Liquiditätslage befindet, sollte der Geschäftsführer regelmäßig die Liquiditäts-BWA lesen. Die sog. statische Liquidität gibt Auskunft über die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens. Um eine drohende Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden, sollte der Geschäftsführer jederzeit einen Überblick über die aktuelle Liquiditätslage des Unternehmens haben. Bei der Liquiditäts-BWA werden die vorhandenen liquiden Mittel den Verbindlichkeiten zu einem bestimmten Zeitpunkt einander gegenübergestellt. Es handelt sich daher lediglich um eine Momentaufnahme der Liquiditätslage des Unternehmens. Wenn die vorhandenen liquiden Mittel geringer sind als die Verbindlichkeiten des Unternehmens, liegt eine Unterdeckung vor. In diesem Fall sollte der Geschäftsführer überlegen, wie dem Liquiditätsengpass entgegengewirkt werden kann. Wenn der Geschäftsführer jedoch eine Prognose für die künftige Liquiditätslage des Unternehmens haben möchte, liefert die Liquiditäts-BWA nicht die gewünschten Ergebnisse. Die statische Liquidität unterscheidet nicht zwischen der Fälligkeit der einzelnen Forderungen und Verbindlichkeiten des Unternehmens. Für die Berücksichtigung der Fälligkeit des Zahlungszuflusses und -abflusses sollte eine Liquiditätsplanung erstellt und regelmäßig aktualisiert werden. Die Liquiditätsplanung ermöglicht die Prognose über die zukünftige Zahlungsfähigkeit des Unternehmens. Auch ohne einen drohenden Liquiditätsengpass empfiehlt sich die Aufstellung einer Liquiditätsplanung. ó Literaturhinweis Rinker (2019): „BWA lesen und verstehen“, Reihe beck kompakt. Bestellbar unter: https://www.beck-shop.de/rinker-bwalesen-verstehen/product/25386958 Über die Autorin Prof. Dr. Carola Rinker ist Unternehmensberaterin und spezialisiert auf die Bereiche Rechnungslegung und Unternehmensbewertung. Sie schreibt regelmäßig für den NWB-Expertenblog sowie den Blog „Abgeschminkt“ des FINANCE-Magazins. Carola Rinker hat überdies langjährige Erfahrung als Dozentin und Referentin für Video- Vorlesungen. Weitere Informationen unter www.carolarinker.de. 49 PT-MAGAZIN 6/2019 Wirtschaft UNTERNEHMEN AUS 100 LÄNDERN SETZEN AUF UNSERE FRÄSER. Hofmann & Vratny setzt mit seinen Fräsern neue Maßstäbe, selbst in den anspruchvollsten Branchen. Als Team mit Mut zur Veränderung gestalten wir die Zukunft der Industrie. Besuchen Sie uns auf unserer Website HOFMANN-VRATNY.DE

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