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P.T. MAGAZIN 06/2011

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Wirtschaft Nach der

Wirtschaft Nach der Krise ist vor der Krise Jürgen Rilling, Mitbegründer der Beratungsgesellschaft Mirablau Equity & Services GmbH, über die Notwendigkeit, ein Unternehmen rechtzeitig zukunftsfähig zu machen. Nachfolge Optionen Familie Intern Management- Buy-Out (MBO) Extern Verkauf (bspw. trade sale) ten Jahren stark auf operative Themen und den puren Überlebenskampf konzentrieren mussten. Strategische Themen, wie die Nachfolge, hatten nachrangige Priorität. Heute kann man fast schon von einem Nachfolgestau reden! Fremd- Geschäftsführer Management- Buy-In MBI Liquidation Redaktion: Welche Optionen hat ein Unternehmer bei der Nachfolge? Redaktion: Herr Rilling, existiert in Deutschland ein Nachfolgeproblem? JR: Ja, das Nachfolgeproblem im deutschen Mittelstand hat volkswirtschaftliche Relevanz. Das IfM (Institut für Mittelstandsforschung, Bonn) hat ermittelt, dass in einem 5-Jahreszeitraum 110.000 Firmen mit insgesamt etwa 1,4 Millionen Beschäftigten zur Nachfolge anstehen. Redaktion: Aber wieso ist das ein Problem? (Foto: Mirablau Equity & Services GmbH, 2011) JR: Viele Unternehmer versäumen es, Ihre Firma fit für die Nachfolge zu machen. So z.B. durch die Förderung und Entwicklung familien- oder firmeninterner Nachfolger oder den Aufbau einer selbständigen, von der Person des Unternehmers unabhängigen, Organisationsstruktur. Oft trifft die Nachfolgesituation den Betrieb unvorbereitet. Viele können und wollen einfach nicht loslassen. Dabei sind neue Impulse oft essentiell für Fortbestand und Weiterentwicklung von Unternehmen. Redaktion: In den letzten Jahren wurde viel Aufklärung rund um die Nachfolge betrieben. Hat das die Situation entschärft? JR: Nein, die Wirtschaftskrise hat vielmehr dazu geführt, dass sich die deutschen Unternehmer in den letz- JR: Die familieninterne Nachfolge ist für viele immer noch die idealtypische Lösung – ist jedoch heute nicht mehr der zwangsläufige Regelfall. Der Verkauf an Mitarbeiter (durch einen sogenannten MBO – Management Buy Out) ist eine weitere Alternative, aber ebenfalls nicht immer möglich – zumal die finanziellen Möglichkeiten der Mitarbeiter oft begrenzt sind. Ähnliches gilt für den Verkauf an ein externes Team (MBI – Management Buy In). Natürlich kann sich die Familie auch schlicht auf Ihre Gesellschafterrolle zurückziehen und die Führung des Unternehmens einem familienfremden Geschäftsführer anvertrauen. Das bedeutet aber häufig, den wichtigsten Bestandteil des Familienvermögens in die Hände eines Externen zu geben. Qualität entscheidet HOF Gefriertrocknungssysteme – der Spezialist für individuelle Lösungen a a a innovativ servicestark zukunftsorientiert Großer Preis des MITTELSTANDES Finalist 2011 HOF Sonderanlagenbau GmbH Ludwig-Rinn-Straße 1-3 · 35102 Lohra · Germany · www.hof-sonderanlagen.de 42 P.T. MAGAZIN 5/2011

Wirtschaft Redaktion: Da bleibt ja dann nur der Verkauf an den ungeliebten Wettbewerber? JR: Nicht ganz. Es kommt immer auch auf die Motivationslage des Unternehmers an. Ist für ihn der Kaufpreis das allein entscheidende Kriterium, oder spielen die Zukunftsperspektive und die Langfristigkeit eines Engagements auch ein Rolle. Sicher, der Verkauf an einen Wettbewerber kann zu Verlust von Arbeitsplätzen und Standorten führen. Aber durch professionelle Auswahl und Ansprache von strategischen Käufern kann der Verkauf an einen Marktbegleiter durchaus in mehrfacher Hinsicht die attraktivere Variante sein. Es erfordert eine genaue Analyse von Unternehmen sowie Markt- und Wettbewerbsumfeld und ein entsprechendes Vorgehen. Man muss den Einzelfall betrachten. Redaktion: Ihre Empfehlung? JR: Jeder Unternehmer sollte sich proaktiv mit dem Thema Nachfolge auseinandersetzen. Wichtig ist, Strukturen zu schaffen, die das Unternehmen vom Inhaber unabhängig machen. Auch die aktuelle wirtschaftliche Situation sollte beachtet werden. In der Krise haben sich potentielle strategische Käufer eher auf interne Optimierungen und Kostensenkungen konzentriert, jedoch war zuletzt die Geschäftsentwicklung oft positiv, die „Kriegskassen“ füllen sich und heute wenden sich wieder dem Thema Wachstum bspw. auch durch Zukäufe zu. Zudem hat sich auch das Finanzierungsumfeld verbessert. Für viele Familienunternehmer ein Grund heute zu handeln und das Thema Nachfolge bzw. Firmenverkauf aktiv anzugehen, zumal sich die Ergebnisse ihrer Firmen sowie die Unternehmensbewertungen nach der Krise wieder erholt haben. Und wer weiß, wie die Rahmenbedingungen in 5 Jahren sein werden? ■ Jürgen Rilling Über den Autor ■ Jürgen Rilling ist Diplom-Ingenieur und hat sein Studium an der Technischen Universität München absolviert ■ Seit über 10 Jahren ist er die treibende Kraft der Mirablau. Außerdem ist er Geschäftsführer mehrerer Gesellschaften und in verschiedenen Verwaltungs- und Beiräten tätig PREISTRÄGER Großer Preis des MITTELSTANDES 2010 Granuliertechnik Anlagen- und Apparatebau Hochleistungsfeinstaubfiltertechnik Wirbelschichtgranulieranlagen, Schmelzgranulieranlagen, Rotorgranulieranlagen, Suspensionskonzentratanlagen, Konfektionieranlagen, Vertragsproduktion, Entstaubungstechnik Suspensionstech nologie Abfülltechnologie Entstaubungstech nologie Kristallisation Gesellschaft für industrielle Entstaubungstechnik mbH Mucher Str. 8 • 51109 Köln (Brück) Tel.: 0221/ 98470-0 • Fax: 0221/ 840382 www.pergande.de VTA Gesellschaft für Verfahrenstechnik und Apparatebau mbH – Gölzau Wilfried-Pergande-Platz 1 06369 Südliches Anhalt OT Weißandt-Gölzau 5/2011 P.T. MAGAZIN 43 Tel.: 034978/ 305-0 • Fax: 034978/ 305-126 www.vta-pergande.com

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