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PT-Magazin 05 2019

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Offizielles Magazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung.

PT-MAGAZIN 5/2019 Südwestdeutschland 60 Sicherer Arbeitsplatz und neue Heimat in Pirmasens Die Südwestpfalz gehört zu den beschaulicheren Regionen. Das gilt auch für Pirmasens, wo Grenzlage zum Elsaß, Strukturwandel und demografische Entwicklung die Wirtschaft belasten. Qualifizierte Arbeit gibt es dennoch und oft ziehen neue Mitarbeiter von weit her. Niedergang der Schuhindustrie, Abzug der US-Streitkräfte und demografisch bedingter Einwohnerschwund: Pirmasens hatte in den letzten 25 Jahren einiges zu verdauen. Große Stütze ist das Unternehmertum mit mehr als 2.000 Betrieben, das in der ca. 40.000 Einwohner zählenden Stadt über 18.500 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze stellt. Arbeitgeber kommen aus Schuhbranche, Maschinenbau, Logistik und Verpackungsindustrie, viele aus Kunststoff- und Klebetechnik. Das hat einen historischen Grund: Die Stadt galt in der Blütezeit der Schuhindustrie als Deutsche Schuhmetropole und viele Unternehmen, die auf die Schuhindustrie ausgerichtet waren, suchten ihr Heil nach deren Rückgang in der Diversifizierung. So wurden aus Zulieferern der Schuhfabriken Spezialisten anderer Branchen. Doch noch immer konzentriert sich das Know-how um Leder und Schuhe. Davon zeugen das ansässige Internationale Schuhkompetenzzentrum ISC, das Prüf- und Forschungsinstitut PFI, die Hochschule mit Studienrichtungen Kunststoff-, Leder- und Textiltechnik sowie die Deutsche Schuhfachschule. Auch weiterhin sind Zulieferer verortet und namhafte Produzenten wie Peter Kaiser (älteste Schuhfabrik Europas), Kennel & Schmenger, Caprice, Semler und Bernd Hummel. Von dieser starken Unternehmerschaft profitieren Einpendler gerade aus dem Landkreis und dem Elsaß – beides Regionen mit nur wenig Arbeitsplätzen. Oft ziehen aber auch junge Menschen direkt in die Südwestpfalz, um dort ansässig zu werden, wo sie ihre berufliche Zukunft sehen. Diesen Weg ist der aus Hechingen im Zollernalbkreis stammende Dennis Schmidt gegangen. Der Sportwissenschaftler kam vor vier Jahren von Baden- Württemberg nach Pirmasens, wo er seither bei der rund 100 Mitarbeiter zählenden Bernd Hummel Holding als Marketing-Manager tätig ist. Mit Ehefrau und zwei Kindern zog der heute 46-Jährige in das nahe Münchweiler. Nur zehn Kilometer von der prächtigen Firmenzentrale eines restaurierten Industriedenkmals („Neuffer am Park“) entfernt unterhält Bernd Hummel dort eine Schuhmanufaktur und fertigt mit 25 Mitarbeitern in Schuhmacher-Tradition jährlich 20.000 Paar Sneaker. Noch immer ist die Außenwahrnehmung von Pirmasens von Schuhen geprägt. Nicht viel über die Stadt gewusst hat auch Dennis Schmidt: „Ich hatte mich im Vorfeld nur sehr wenig mit Pirmasens beschäftigt, hörte aber von strukturell schlechten Voraussetzungen der Stadt und vielen Leuten dort, die trotzdem oder gerade deshalb etwas bewegen wollen.“ Dazu gehört Bernd Hummel. „Hier geboren und hier geblieben“, hat er 1976 sein Unternehmen gegründet. Neben der eigenen Zehentrenner-Marke flip*flop führt der gewachsene Familienbetrieb mehrere Drittmarken als Lizenznehmer, darunter seit 1981 die Fashion-Athletics- Marke KangaROOS. „In der Schuhstadt Pirmasens werden Know-how und Trend wie nirgendwo anders auf der Welt sorgsam kombiniert, © ars-pr.de UNIQUE BUSINESS SOLUTIONS consulting & project management business software & app development training & technical support design & web technologies Den digitalen Wandel gestalten – Lernen Sie den IT-Wachstumschampion 2019 kennen! www.fasihi.net

PT-MAGAZIN 5/2019 © ars-pr.de vlnr: Anne-Katrin Hummel, Julia C. Hummel, Bernd D. Hummel, Gabriele Hummel Ideen schnell und flexibel umgesetzt, Design und Features innovativ und funktionell verbessert“, betont Bernd Hummel. Gleichzeitig relativiert er, etwas abseits von den pulsierenden Metropolen zu agieren: „Wir verfügen über eine generell gute Anbindung in alle Richtungen und Pirmasens ist vom nächstgelegenen internationalen Flughafen genau so weit entfernt wie beispielsweise Tokio oder New York.“ Ihm sind „eine innovationsfreudige Umgebung mindestens so wichtig wie engagierte Mitarbeiter“. Nicht zu unterschätzen, so Hummel weiter, seien daher kurze Wege zu den Entscheidern der Stadtverwaltung, die sich mit Anliegen der lokalen Wirtschaft in aller Regel zeitnah auseinandersetzten. „Unser größtes Pfund ist und bleibt aber gerade auch die wunderschöne Umgebung von Pfälzerwald und Elsaß. Wir leben hier, wo andere ihren Urlaub verbringen“, lautet seine Einschätzung. Dem stimmt Dennis Schmidt zu und ergänzt: „Mit der Familie lässt es sich hier sehr gut leben. Wald, frische Luft, Rad- und Wanderwege – auch wenn sich die hohe Freizeitqualität nicht in Zahlen messen lässt, fühlen wir uns in der Südwestpfalz in Sachen Work-Life-Balance wie die vielzitierte Made im Speck.“ Nicht minder wichtig ist es für ihn, auf guten und preiswerten Wohnraum zugreifen zu können. So gehören hier die Mieten wie auch die Preise für Boden und Immobilien mit zu den deutschlandweit günstigsten. Neben Bernd Hummel sind auch Ehefrau Gabriele im Personalmanagement sowie die Töchter Anne-Katrin und Julia im Unternehmen tätig, Letztgenannte als Markus Zwick Oberbürgermeister der Stadt Pirmasens „Es ist kein Geheimnis, dass eine funktionierende Stadtgesellschaft gerade von engagierten Menschen lebt, die vorneweg laufen, mitgestalten und dabei auch andere inspirieren. Bernd Hummel gehört genau zu diesen Persönlichkeiten, die sich in höchstem Maße für ihr Unternehmen, aber auch ihre Stadt engagieren. So gilt er seit langen Jahren schon als Fürsprecher seiner Heimatstadt, der im unternehmerischen, sozialen und kulturellen Bereich hohe Dienste erworben hat. Ganz besonderer Dank gebührt ihm dafür, als erster Pirmasenser damit begonnen zu haben, eine alte, stadtbildprägende und unter Denkmalschutz stehende Schuhfabrik umzubauen. Sein Neuffer am Park war Vorbild für viele weitere Initiativen dieser Art, die dazu beigetragen haben, das Stadtbild im Einklang mit der Pirmasenser Geschichte zu verschönern.“ Mitgeschäftsführerinnen. Anne-Katrin erinnert sich gut daran, wie ihre Schwester, erst nach einer Tätigkeit auf fremdem Terrain den Wunsch verspürt zu haben, sich im elterlichen Betrieb zu engagieren. „Die Liebe zu den Marken spielte genauso eine Rolle wie die gestalterischen Möglichkeiten der Eigenverantwortung“, erklärt sie. Ihre Schwester Julia sieht den Reiz des Familien-Business gerade darin, langfristig denken und planen zu können zugunsten nachhaltiger Entscheidungen – und zwar, wie sie sagt, zum Wohle von Unternehmen und Mitarbeitern und nicht etwa, um Umsatzmarken zu erreichen oder das eigene Ego zu bedienen. „Dabei machen uns das familiäre Vertrauen und das Kommunizieren auf Augenhöhe flexibel und entscheidungssicher.“ Unisono sind sie glücklich, dass ihr Vater in Bezug auf seine Töchter über die „großartige Fähigkeit“ verfüge, „loszulassen, abzugeben und Raum zu geben“. So arbeitet die Familie weiter daran, die Internationalisierung der eigenen Marken voranzutreiben und ihre Produktion am Standort bekannt zu machen. Denn so viel sei klar: Die besten Sneakers kommen aus Pirmasens. ó Über den Autor Andreas Becker ist Mitgründer und geschäftsführender Gesellschafter bei der PR-Agentur ars publicandi im rheinlandpfälzischen Rodalben. www.ars-pr.de »Wir lieben unser Finger-Haus, weil ... ... es unser ganz individuelles Traumhaus ist.« Florian Fritsch, FingerHaus-Bauherr Golf-Professional HOME-SELFIE: Genau so schön wie sie es wollten. Familie Fritsch vor ihrem Finger-Haus im Rhein-Neckar Kreis. Ausgezeichnet in Qualität und Preis-Leistung seit über 70 Jahren. Jetzt informieren: fingerhaus.de

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