Aufrufe
vor 2 Jahren

PT-Magazin 05 2019

  • Text
  • Wolfgang
  • Deutschland
  • Mitarbeiter
  • Mittelstandes
  • Wettbewerb
  • Schmidt
  • Wirtschaft
  • Stiftung
  • Mittelstand
  • Unternehmen
Offizielles Magazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung.

„Es gibt keinen

„Es gibt keinen Pferdefuß“ PT-MAGAZIN 5/2019 Oskar-Patzelt-Stiftung 44 Von einer Zugfahrt, einem Buch, sechs Kilogramm Bronze und Ehrennadeln In den vergangenen zehn Jahren hat sich in den Archiven der Stiftung eine große Menge Material angesammelt. Tausende teils sehr ausführliche Unterlagen von Unternehmen, die sich der Bewertung durch die Jury der Stiftung gestellt haben, lagern in den Regalen. Daran wird auch die immense Arbeit der Juroren deutlich. Mehrere zigtausend Seiten jährlich sind von den Juroren auszuwerten und zu vergleichen. Im Gegensatz zu vielen anderen Befragungen und Erhebungen bilden die Unterlagen der Oskar-Patzelt-Stiftung keine Momentbeschreibungen ab. Sie lassen immer einen Mehrjahreszeitraum in der jüngsten Geschichte des Unternehmens transparent werden. Bewusst werden auch Fragen nach der Unternehmensidee, nach den Startschwierigkeiten, nach den Partnern und den Zielen für die nächsten drei Jahre beantwortet. Tausende Unternehmer erzählen, welche Probleme ihnen zurzeit das meiste Kopfzerbrechen bereiten, welche Lösungsansätze dabei verfolgt werden und welche Erfolge des letzten Jahres besonders hervorzuheben sind. In einem Zug durchgelesen Eines Sonnabends morgens gegen zehn Uhr klingelte im Büro der Bundesgeschäftsstelle der Stiftung in Leipzig das Telefon. Schmidt und Tröger waren, wie fast jeden Sonnabend, im Büro. Petra Tröger nahm das Gespräch an. Ein verblüffter Christoph Stölzel aus Neumarkt in der Oberpfalz, der eigentlich nicht erwartet hatte, sonnabends jemanden per Telefon anzutreffen, kam ins Erzählen. Auf einer mehrere Stunden dauernden Zugfahrt hatte er das Buch praktisch vollständig durchgelesen. Er hatte erfahren, dass die Teilnahme am Wettbewerb keine Gebühren kostet. Er hatte gelesen, dass Prof. Dr. Kurt Biedenkopf, Schirmherr der ersten Preisverleihung 1995, erhält im Jahr 2012 die Goldene Ehrennadel der Oskar-Patzelt-Stiftung. der Wettbewerb vollständig ehrenamtlich organisiert wird. Er war aber noch nicht überzeugt. Irgendwo musste doch ein Pferdefuß verborgen sein. Deshalb rief er an. Manchmal bemerkt man im Gespräch Dinge, die ansonsten verborgen geblieben wären. Doch das Telefonat mit Petra Tröger räumte seine Bedenken aus: Hier war tatsächlich ein Team von Mittelstands- Enthusiasten am Werk. Stölzel nahm daraufhin seine Nominierung ernst. Er wurde mit seinem Unternehmen Variotec zuerst Finalist, später Preisträger. Er wurde einer der aktivsten Mitstreiter in der Stiftung und wurde später zum Botschafter des Wettbewerbs berufen. Ein Experten-Netzwerk entsteht Als Service speziell für die Preisträger und Finalisten wurde im Internet ein branchenweise geordnetes Experten-Netzwerk mit Verlinkung auf die Homepages der Unternehmen eingerichtet, das kontinuierlich gepflegt und erweitert wird. Daraus entstand ein paar Jahre später das Portal www.kompetenznetz-mittelstand.de Die Stiftung nutzt bewährte Marketinginstrumente. Hier muss vor allem das jährliche Plakat im Format A1 und in einer Auflage von 10.000 Exemplaren genannt werden, mit dem die Preisverleihungstermine angekündigt und beworben werden. Und hier muss natürlich das PT-Magazin genannt werden, dass als offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs unverzichtbar ist. Zur Unterstützung der Tätigkeit der Oskar-Patzelt-Stiftung und ihrer Gremien für den Wettbewerb „Großer Preis des Mittelstandes“ wurden seit Ende der 90er Jahre bundesweit Servicestellen eingerichtet. Sie fungieren gewissermaßen als „verlängerter Arm“ des Vorstandes und der Bundesgeschäftsstelle der Stiftung in den zwölf Wettbewerbsregionen. Da sich die Akzeptanz des Wettbewerbs ständig erhöhte, war und ist die Stiftung auch daran interessiert, das Netz der Servicestellen ständig zu erweitern. Partner, die am weiteren Wachstum des Mittelstandes interessiert sind und einen zusätzlichen Impuls in ihrem Marketingkonzept einbauen wollen, sind der Stiftung herzlich willkommen. Doch was genau ist eine Servicestelle eigentlich? „Verlängerter Arm“ des Vorstandes Die Servicestellen dienen vor allem als erster und kompetenter Ansprechpartner vor Ort für Unternehmen und interessierte Institutionen zu Fragen des Wettbewerbs. Sie arbeiten mit vorschlagsberechtigten Institutionen der Region bei der Nominierung von Unternehmen und Einzelpersonen für den „Großen Preis des Mittelstandes“ zusammen. Außerdem unterstützen sie nominierte Unternehmen und Einzelpersonen bei der Einreichung der Bewerbungsunterlagen. Sie koordinieren Veranstaltungen mit entsprechenden Institutionen der Region zur Vermittlung von Erfahrungen, Mitteln und Wegen einer Nominierung und Preisverleihung für das Unternehmensmarketing und führen regionalen Workshops zu Themen, die dem Anliegen und den Zielen des Wettbewerbs entsprechen durch. In Zusammenarbeit mit den regionalen Medien bezüglich der Vorstellung nominierter und ausgezeichneter Unternehmen und Einzelpersonen und

Oskar Patzelt, Namensgeber der Stiftung, der in diesem Jahr 100 Jahre alt wurde, erhielt 2005 die Goldene Ehrennadel. der Veröffentlichung besonderer unternehmerischer Leistungen und Ergebnisse nehmen sie auch Öffentlichkeitsarbeit war und wirken auch an der inhaltlichen Gestaltung des PT-Magazins, dem offiziellen Sprachrohr für den Wettbewerbs mit. Prägende Persönlichkeiten in der Servicestellenarbeit waren bzw. sind zum Beispiel Bernd Schenke, Petra Hetzel, Josef Stumpf, Gisela Heumann, Detlef Kahrs, Robert Knitt, Jens Halfar, Karsten Liefländer, Wolfram Kuhnen, Ewald Hoppen, Dr. Philip Pongratz, Mike Rudolph, Dr. Lothar Müller oder Andre‘ Kühne. Sechs Kilogramm schwer In den zwölf Wettbewerbsregionen können in der Regel jeweils drei Unternehmen als Preisträger und fünf weitere als Finalist ausgezeichnet werden. Jeder Finalist erhält eine zweidimensionale Edelstahlskulptur. Jeder Preisträger erhält eine handgearbeitete, etwa 60 cm hohe und sechs Kilogramm schwere massive Bronzeskulptur. Das hat im wahrsten Sinne des Wortes Gewicht. Denn der Mittelstand verdient Gewicht. Er schafft existentielle Sicherheit. Eine Region mit vielfältigen mittelständischen Unternehmen übersteht jede Krise besser als eine Region mit wenigen Großunternehmen. In einer solchen Region finden Familien Arbeit und Broterwerb. Jugendliche finden Ausbildung. Lehrer finden Praxispartner. Verwaltungen und Vereine finden Unterstützer. Miteinander werden hier Probleme gelöst. Auch und gerade soziale Probleme. Im Jahr 2002 war es an der Zeit, für die interne Organisation der Stiftung ein Instrument zu finden, mit dem Auszeichnung und Anerkennung für die vielen ehrenamtlichen Mitstreiter vermittelt werden konnte. Erstmals Ehrennadel Die Stiftung entschied sich für die Einführung einer Goldenen Ehrennadel, einer kleinen stilisierten Preis-Statuette, die ans Revers eines Sakkos gesteckt werden konnte. Als erster wurde der langjährige Kuratoriumsvorsitzende Generalkonsul Helmut K. Holz mit dieser Ehrennadel ausgezeichnet. Hinzu kamen engagierte und langjährige Mitstreiter wie Dr. Manfred Wäsche, Dr. Andreas Schumm, Jürgen Lenk, Werner Neumann, Josef Christian Kainz, der stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums, selbst ausgezeichnet 2010 als Premier-Bank und 2008 als Bank des Jahres, die Kuratoren Rolf Gröber, Henrik Müller-Huck und Bernd Schenke, Christian Kalkbrenner, selbst Preisträger „Mittelstands-Buch der Oskar-Patzelt-Stiftung“ und Vorsitzender des Unternehmerbeirats, Prof. Dr. Kurt Biedenkopf, Ministerpräsident a.D., Schirmherr und Festredner der Erstverleihung 1995, Christof Enderlein, Regisseur der Galabälle seit dem Jahr 1997 und andere. ó 45 PT-MAGAZIN 5/2019 Oskar-Patzelt-Stiftung

Jahrgänge