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P.T. MAGAZIN 05/2012

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Wirtschaft Anzahl

Wirtschaft Anzahl Headquarter pro Einwohner 160 140 120 100 80 60 40 20 0 Standortstärke 2006 - 2011 Anzahl 2006 Anzahl 2011 Jürgen Lenk, Geschäftsführender Gesellschafter Bibliothekseinrichtung Lenk GmbH: 1990 im Kinderzimmer des eigenen Wohnhauses gegründet, ist BiblioLenk heute führend bei Sindermöbeln im Bibliotheksbau. (Foto: Boris Löffert) Reihe von Spitzenreitern gibt. Insbesondere zählt hierzu Nordrhein-Westfalen als dominantes Land, bei dem gleichermaßen eine hohe Standortstärke mit einer hohen Umsatzstärke verbunden ist. Diese führende Gruppe umfasst im Wesentlichen die Länder Baden Württemberg, Bayern und Nordrhein Westfalen. Dann existiert eine zweite Gruppe, bei der eine geringere Standortstärke mit einer erhöhten Umsatzstärke verbunden ist. Dies betrifft beispielsweise Berlin, Rheinland Pfalz und Hessen sowie die Stadt Hamburg. Schließlich gibt es eine ganze Reihe von Regionen, die wenige Headquarter und auch eine vergleichsweise unterdurchschnittliche 1.000 Euro Umsatz pro Euro pro-Kopf-BIP 12.000 10.000 8.000 6.000 4.000 2.000 0 Umsatzstärke 2006 - 2011 Umsatz 2006 Umsatz 2011 Umsatzstärke haben. Hier sind die ostdeutschen Länder zu finden, aber auch viele westdeutsche Länder oder Städte wie Bremen und das Saarland – beide klassische Problemregionen in der regionalen Aufstellung in Deutschland. Deutlich wird auch, dass das Saarland, das noch im Jahr 2006 sieben Unternehmen unter den größten 500 besaß, im Jahr 2011 seine Plätze vollständig räumen musste. Weiterhin wird deutlich, dass die starken Länder in den fünf Jahren auch erhebliche Zuwächse erfahren haben. Im Fall von Niedersachsen und Rheinland Pfalz liegen die Werte weit über der Inflationsrate. Ansonsten ist die Entwicklung eher schwach. Gründe des fehlenden Wachstums Fragt man sich, warum in den neuen Bundesländern in den vergangenen Jahren so wenig Unternehmen nachgerückt sind, so stellt sich die Frage nach der Wirtschaftsdynamik, die genau das Größenwachstum befördert. Der ostdeutsche Wirtschaftsraum verfügt über rund 20 Prozent der Bevölkerung von Gesamtdeutschland, müsste demzufolge 20 Prozent der 500 größten Unternehmen beheimaten. Dies wären 100 Unternehmen. Tatsächlich sind es nur 20, und diese finden sich weitgehend in den kleineren Kategorien, also am unteren Ende der Verteilungskurve. Drei Gründe könnten hierfür maßgeblich sein: • Ein unzureichendes regionales Milieu, • Unvollkommene Finanzmärkte, die den Typ des ostdeutschen Unternehmens nicht hinreichend fördern, • Führungspersonal, das nicht hinreichend wachstumswillig ist. Milieufaktoren In Bezug auf die Milieufaktoren besagen Untersuchungen zum Ansiedlungsverhalten internationaler Unternehmen, dass der ostdeutsche Wirtschaftsstandort hohe Qualitäten besitzt, gleichermaßen in Bezug auf die Möglichkeiten, Innovationsleistungen aus der Region zu beziehen, wie diese in der Region zu implantieren und damit auch eine Interaktion auf hohem Niveau zu leisten. Diese wechselseitige Befruchtungsfähigkeit ist ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil und für die internationalen Unternehmen wichtiger als die meisten Förderinstrumente, weil dadurch eine große Nachhaltigkeit gegeben ist. Kritisch zu hinterfragen ist, ob das öffentlich geförderte Innovationssystem die entsprechenden Anreize, selber in den Unternehmen Forschung und Entwicklung voranzutreiben, nachhaltig beschränkt, also Anreize vernichtet. Gibt es also ein Problem des „Zuviel des Guten“? Es könnte sein, dass Größenwachstum genau deshalb nicht notwendig ist, weil die erforderliche überkritische Kapazität des Unternehmens nicht erreicht werden muss, da die entsprechenden Infrastrukturen von außen zur Verfügung gestellt werden. Unternehmen besäßen ihre Kernkompetenzen in Bezug auf eine hohe Kleinteiligkeit und könnten, praktisch mit entsprechender monopolistischer Macht, in der Lieferkette eine mehrfache Marginalisierung aufbauen mit der Folge, dass sie erhöhte Gewinne abschöpfen könnten, ohne dass sie unter dem Druck der Integration litten. Hierfür sprechen die relativ guten Rentabilitäten in der ostdeutschen gewerblichen Wirtschaft, gerade auch im Vergleich zu Westdeutschland, die im Folgenden beleuchtet werden. Blühende Landschaften werden auch durch die guten Rentabilitäten in der ostdeutschen gewerblichen Wirtschaft realisiert Eigenkapitalausstattung Empirische Analysen belegen derzeit keine allgemeine Eigenkapitalschwäche bei den ostdeutschen mittelständischen Unternehmen. Ganz im Gegenteil, die Eigenkapitalausstattung der kapitalintensiv produzierenden mittelständischen Industrieunternehmen ist dort sogar höher als in Westdeutschland. Dieser grundlegende Befund wird bestätigt durch die Analyse auf der Ebene der Länder, die SCHULZ, TITZE und WEINHOLD (2011) kürzlich – unter Anwendung eines Datensatzes des Deutschen Sparkassenund Giroverbandes präsentierten. In der Tat weisen insbesondere die Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes in Thüringen und Sachsen im Vergleich zum Westen sehr hohe Eigenkapitalquoten auf. Dies könnte eine Folge thesaurierter Fördergelder sein. Vorsichtige Hinweise auf Lücken in der Eigenkapitalausstattung lassen sich allenfalls in ausgewählten Branchen des Verarbeitenden Gewerbes und nur in bestimmten Regionen finden, beispielsweise im Maschinenbau des Landes Sachsen-Anhalt. Fundamentalrisiken im Osten Die erhöhte Eigenkapitalquote erlaubt aber auch eine andere Interpretation: Es existieren Fundamentalrisiken im Osten, die – um gegebene, überall in Deutschland sonst gleiche Bankbedingungen zu erfüllen – ein erhöhtes Eigenkapital verlangen. Typische Vermutungen könnten sein: Diversifikation, Größe und Marktorientierung, die allesamt auch mit der verstärkten Vorleistungsorientierung verbunden sind. Aber auch personale Faktoren, insbesondere Unternehmerpersönlichkeiten oder Führungssysteme könnten eine große Rolle spielen. Schließlich sind auch die Kernkompetenzen und ihre Stabilität über die Zeit ein wesentlicher Gesichtspunkt des Ratings und damit des Eigenkapitalbedarfs. 30,0 25,0 20,0 15,0 10,0 5,0 0,0 Baden-Württemberg Niedersac hsen Deutsc hland Brandenburg Meck lenburg-Vorpom mern Sachsen Sachsen-Anhalt Thüringen 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 Wille zum Wachstum Die Frage, ob das Wachstum am Unternehmerwillen scheitert, wird bisher in der Literatur relativ wenig beleuchtet. Tatsächlich gibt es eine Vielzahl von Unternehmen, die sich in ihrer Nische gut eingerichtet haben und vieles, auch unter den Bedingungen des Wachstumsrisikos und des Risikos, die Kontrolle über das eigene Unternehmen zu verlieren, deutet darauf hin, dass „satisfizierende“, also postmoderne, Unternehmer möglicherweise einen hohen Anteil in den neuen Ländern ausmachen. Hierfür spricht auch, dass viele Gründungen Kapitalausstattung im mittelständischen Verarbeitenden Gewerbe (prozentuale Eigenkapitalquoten ) Anzahl der pro Jahr in die Auswertung eingehenden Unternehmensbilanzen (Minimum/ Maximum): • Baden-Württemberg (3581/4946) • Brandenburg (150/225) • Deutschland (16628/26483) • Mecklenburg-Vorpommern (106/188) • Niedersachsen (943/1665) • Sachsen (511/782) • Sachsen-Anhalt (163/302) • Thüringen (341/468) Quelle: IWH (Foto: gravitat-OFF/Flickr.com) 32 P.T. MAGAZIN 5/2012 5/2012 P.T. MAGAZIN 33

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