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P.T. MAGAZIN 05/2012

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Dr. Helfried Schmidt

Dr. Helfried Schmidt (Foto: OPS Netzwerk GmbH) Verbietet Werbung! Staatseingriffe in die Wirtschaft erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Herr A, von den Werbesendungen im Briefkasten genervt, hält die ganze Werbebranche für Ressourcenverschwendung, und fordert ihr kategorisches Verbot. Herr A braucht die Werbung nicht. Er würde die verwendeten Ressourcen gern anders einsetzen. Das ist sein gutes Recht. Aber es gibt Probleme: Was sagen wir dem Bäcker und der neu eröffneten Autowerkstatt, die nun nicht mehr in Anzeigen-Wochenblättern auf sich aufmerksam machen dürfen, wenn „Werbung“ verboten wurde? Was sagen wir dem Redakteur und dem Layouter und der Bürokraft in dieser Wochenzeitung, die nunmehr zum Arbeitsamt gehen müssen? Was sagen wir dem Ingenieur, dessen mit Liebe und Hingabe konstruierte Druckmaschine nicht mehr gebraucht wird? Und was dem Mechatroniker, der sie nicht mehr warten, bedienen und pflegen darf? Und was dem Hallenbauer, der nun keine Industriehalle mehr bauen braucht? … Leidenschaftlich könnten auch Fußballfans gegen die Subventionierung von Opernhäusern aus Steuermitteln opponieren. Denn wer braucht schon wirklich „Hochkultur“? Nur eine Minderheit! Eine verschwindende Minderheit! Selbst große Opernhäuser fassen daher nur ein Hundertstel der Gäste, die in einem großen Fußballstadion Platz haben! Die Fußballfans hätten doch Recht! Andererseits: Die Musiker, die Platzanweiser, die Musikinstrumentenbauer, die Notendrucker und die Busreiseveranstalter, die mit monatlichen festen Fahrten zum nächstgelegenen Theater oder Opernhaus rechnen, die alle verlieren ihren Job. Die werden das deshalb anders sehen. Die werden vielleicht sagen: Warum wird so viel Geld für Stadienbauten und Trainer und Spieler verschwendet? Die Musiker werden vielleicht sagen: Fußball gehört verboten! Es würde dann doch viel friedlicher und harmonischer zugehen auf der Welt. Und die Musiker hätten aus ihrer Perspektive doch auch irgendwie Recht: Es hat schließlich meines Wissens noch nie Hooligan-Exzesse in Opernhäusern gegeben. Dort müssen sich auch nicht 22 Leute um einen Ball streiten, weil jeder Musiker das Recht auf ein eigenes Instrument hat. Und auch Korruption oder Doping und deren schlimme Auswirkungen spielen in der Hochkultur keine Rolle. Vielleicht fordern diejenigen, die bald mit Zwangsanleihen für die aus dem Ruder gelaufenen Staatsschulden bezahlen müssen: „Soll doch der Staat erst mal alle Leute entlassen, die ICH nicht brauche!“ Ich bin ziemlich sicher, dass bei dieser „Streichliste“ viele Einrichtungen und deren Personal auf dem Prüfstand ständen. Herr A arbeitet im öffentlichen Dienst. Und zwar sehr engagiert und mit unverzichtbarer Kompetenz. Aber die meisten Menschen kennen Herrn A nicht. Da fällt es leicht, die Streichung seiner Stelle zu fordern, um öffentliche Gelder nicht zu verschwenden. Das mag unzutreffend sein, hat aber dieselbe Logik wie A‘s emotionale Anti- Werbe-Polemik. Viele würden mit den Mitteln sicher anderes „Gutes“ bewirken wollen. Zum Beispiel die Energiewende vorwärts treiben. Oder Schulen bauen. In Afrika. Oder die HartzIV-Sätze erhöhen. Da fiele uns doch gemeinsam sicher noch viel ein, was man mit Ressourcen und Geldern machen könnte, die man auf Kosten Dritter gespart hätte, oder? Dr. Helfried Schmidt 5/2012 P.T. MAGAZIN 3 Sie haben eine Idee von Ihrer Zukunft? Unsere Häuser auch. Mit innovativen und energieeffizienten Hauskonzepten denken wir für unsere Kunden voraus. www.fingerhaus.de/vordenker ihre zukunftsvorteile 85% nachhaltige bauweise effizienzhaus-standard individuelle architektur 38% Neubau gesamt anteil der häuser mit einsatz von erneuerbaren energien FingerHaus GmbH · Telefon 06451 504-0 preisträger großer preis des mittelstandes

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