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P.T. MAGAZIN 05/2011

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Wirtschaft Lasst Köpfe

Wirtschaft Lasst Köpfe rauchen, nicht Schornsteine! Holz stößt als Energiequelle an seine Grenzen (Fotos: Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie e. V.) Hölzernes Expo-Dach auf dem Messegelände Welche Perspektiven hat die Holzwirtschaft in Deutschland? Was sind die Risiken der energetischen Holznutzung durch Großkraftwerke? Welche Anreize oder Sanktionen sind politisch richtig oder falsch, um das Versorgungsdilemma zu beenden? Prof. Arno Frühwald (Universität Hamburg) fasst die Diskussion des Wissenschaftsforums „Bioenergie aus Holz – wo liegen die Grenzen?“ auf der internationalen Leitmesse der Forst- und Holzwirtschaft LIGNA in Hannover zusammen: „Die Grenzen einer ökonomisch und ökologisch verträglichen Energieholznutzung sind bereits erreicht. Zusätzliche Holzpotentiale als Beitrag zur Bewältigung der Energiewende stehen nicht zur Verfügung.“ Frühwald forderte die Entscheidungsträger auf, nicht nur die Schornsteine, sondern die Köpfe zu einer ressourcenschonenden und verantwortungsvollen Nutzung von Holz rauchen zu lassen, um nicht unbedacht die Zukunft zu verheizen. Intelligente Lösungen fordern und fördern Die vom Publizisten Horst J. Schumacher moderierte Tagung gab aus ganz verschiedenen fachlichen Blickwinkeln zu bedenken, warum Holz als Problemlöser der Energiefrage im großen Stil ausscheidet. Entsprechend wurden die Bundestagsabgeordneten Dorothea Steiner, Umweltpolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, und Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates, bestärkt, sich in anstehenden Gesetzesverfahren, wie dem Abfallrecht und der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), für die Kaskadennutzung (Mehrfachnutzung, Recycling und Aufbereitung des Holzes bevor es schlussendlich für Energiezwecke verbrannt wird) und eine regulierte Kreislaufwirtschaft von Holz einzusetzen. Versorgungssicherheit gefährdet Albrecht Bemmann von der TU Dresden wies darauf hin, dass mit der andauernden Steigerung der stofflichen und energetischen Nutzung von Holz in Deutschland die Versorgung von Holz verarbeitenden Unternehmen auf Grund natürlicher, naturschutzfachlicher und administrativer Beschränkungen zunehmend schwieriger werde. Eine Entlastung durch den Rohstoff-Giganten Russland sei nicht möglich, weil die Infrastruktur 52 P.T. MAGAZIN 5/2011

Wirtschaft dort fehle. Während Importe ausschieden, stellten Kurzumtriebsplantagen (KUP) eine gewisse Perspektive dar. Allerdings dauere die Diskussion dazu schon zu lange, so dass keine nennenswerten Mengen zu erwarten sind. Die Fakten zur Flächennutzung würden derweil andernorts – in der Landwirtschaft (Maisanbau) – geschaffen. Dipl. Forstwirt (TU) Bernhard Wern stellte ein regionales Konzept zum Ausbau der Bioenergieerzeugung aus Holz vor. Am Beispiel des Saarlands untersuchte sein Institut für Zukunftsenergiesysteme (IZES, Saarbrücken), wie Hemmnisse für die Holzkaskadennutzung ausgeräumt werden könnten. Multifunktionale Forstwirtschaft Die Podiumsdiskussion lief auf das Ergebnis zu, dass die stärkere Nutzung von Agrarrohstoffen und Holz eine Neuausrichtung der Förderpolitik dringend erforderlich mache. Hans Freiherr von der Goltz, Leiter des Regionalforstamts Oberes Sauerland (NRW), warnte vor einer Plünderung und Umstrukturierung der Wälder. Die Füller der Ansprüche lassen sich am besten mit einer nachhaltigen multifunktionalen Forstwirtschaft „möglichst naturnah“ verwirklichen. Das gilt auch für den Artenschutz. Bereits früher war die Artenvielfalt in Wirtschaftswäldern höher als in ungenutzten Wäldern, ergänzte der Umwelthistoriker Prof. Joachim Radkau (Universität Bielefeld). Hubertus Flötotto, Vorstandsvorsitzender des VHI und Vizepräsident des Deutschen Holzwirtschaftsrates, fügte hinzu: „Bei der Ressourcen­Einschätzung sind wir uns Prof. Arno Fruehwald zog das Fazit alle einig. Holz liefert bereits 2% des Strom­ und 6% des Wärmebedarfs, was sich nicht mehr nennenswert steigern lässt. Jetzt heißt es, die Lehren umzusetzen und das EEG und das Kreislaufwirtschaftsgesetz entsprechend anzupassen.“ n 4 Wochen Blühgarantie Vertrauen Sie darauf! 5 Tage Haltbarkeitsgarantie ! Vertrauen Sie darauf ! Preisträger 2009

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