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PT-Magazin 03 2019

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Zwischen Freiwilligkeit

Zwischen Freiwilligkeit Möglichkeiten zur Implementierung von Verantwortung mittels CMS Wirtschaft PT-MAGAZIN 3/2019 42 © Daniel X. O‘Neil, CC BY 2.0 Corporate Social Responsibility und die Wahrnehmung unternehmerischer Verantwortung sind mehr als aktuell aufgrund von Themen wie Klimawandel, Ressourcenknappheit, Umweltverschmutzung oder Menschenrechtsverletzungen. Nebst Freiwilligkeit und Engagement der Wirtschaft in den Handlungsfeldern Ökologie, Ökonomie, Arbeitsplatz oder Gemeinwesen ist aber nicht zuletzt in den letzten Jahren festzustellen, dass die Verbindlichkeit und somit die Anforderungen an Unternehmen zunehmen. Großunternehmen verlangen von ihren Zulieferern „plötzlich“ Detailinformationen über Beschaffungsvorgänge, über die Herkunft von Produkten oder Sicherheiten, dass keine Kinderarbeit bei Produktion in Entwicklungsländern innerhalb der Wertschöpfungskette integriert war. Darüber hinaus sorgt der Gesetzgeber durch Maßnahmen wie den Nationalen Aktionsplan oder die Berichtspflichtthematik dafür, dass sich die Verbindlichkeit in Sachen CSR stetig erhöht. Die Wahrnehmung der eigenen unternehmerischen Verantwortung diffundiert immer mehr in den Alltag der Unternehmen. CSR & Compliance: zwei Seiten einer Medaille Korruptionsskandale, Bestechungsfälle in der Wirtschaft, Bilanzmanipulationen oder Betrugsfälle, alles Stichworte, die mit dem Begriff Compliance einhergehen, also dem Einhalten von Regeln. Bei Compliance geht es konkret um die Regelkonformität eines Unternehmens und der betreffenden Mitarbeiter, hierbei gibt es klare rechtliche Regelungen („hard law“) und spezifische Selbstverpflichtungen („soft law“). Ferner hat sich im wissenschaftlichen Diskurs durchgesetzt, dass Compliance stets Teil der Gesamtstrategie eines Unternehmens ist, es nicht „nebenbei“ durch die Rechtsabteilung umgesetzt wird. Beim Einhalten von Regeln (Compliance) und der Wahrnehmung unternehmerischer Verantwortung (CSR) gibt es enorme Schnittmengen, gleiche Ausgangsfragen und einen klaren Zusammenhang mit Blick auf die Frage der Unternehmensverantwortung. Die Unterschiede liegen vielmehr im Detail, hierbei in den Motiven und der dem Handeln zu Grunde liegenden Denkweise (Martens und Klein, 2018: S.28) : Compliance wird oftmals umgesetzt, um Rechtssicherheiten zu schaffen, Haftungsgefahren zu reduzieren oder Risiken zu minimieren. Bei CSR geht es mehr um die Nutzung von Potenzialen unternehmerischer Freiheitsgrade. Es geht um Chancen und über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehende Ansätze zur Verantwortungsübernahme. Chicago Halbmarathon, Jackson Park, September 2018

und Verbindlichkeit Compliance und CSR haben aber ein zentrales Ziel: „Die langfristige Existenzsicherung des Unternehmens unter Berücksichtigung legitimer gesellschaftlicher und anderer Stakeholder-Anforderungen…“ (Martens und Kleinfeld, 2018: S.5). Durch den Ansatz der Stakeholdereinbeziehung und den strategischen Ansatz lassen sich CSR und Compliance als zwei Seiten einer Medaille sehen. Mehr noch, es kann die Auffassung vertreten werden, dass Compliance ein Teil von CSR ist, insbesondere wenn CSR auf den vier Ebenen der Unternehmensverantwortung aufbaut . Basis ist die ökonomische Verantwortung mit dem Ziel des profitablen Wirtschaftens, gefolgt von der Rechtskonformität auf zweiter Ebene, anschließend mit der ethischen Verantwortung und viertens an der Spitze mit dem Aspekt Philanthropie, die von Unternehmen fordert, ein „guter Teil der Gesellschaft zu sein“. Die Beachtung von Recht und Gesetz (zweite Stufe) definiert hierbei Compliance als Teil der Unternehmensverantwortung. antwortung stetig wichtiger wird. In Deutschland wurden bspw. durch die Schaffung von Verhaltensvorgaben für Unternehmen mittels des Deutschen Corporate Governance Kodex Regelungen vorangetrieben. Aktuell finden Aktualisierungen statt. Auf internationaler Ebene sind zum Beispiel Themen verschärft worden. Hervorzuheben sind der UK Bribery Act in Großbritannien (Bribery Act 2010), der sich gegen Korruption wendet oder der US Sabanes Oxley Act (SOX), der spezielle Transparenz- und Berichtsanforderungen an in der Regel kapitalmarktorientierte Akteure stellt. Zu nennen ist auch der UK Modern Slavery Act (Modern Slavery Act 2015), der betroffene Unternehmen verpflichtet, Bericht über den eigenen Umgang mit Menschenrechtsverletzungen wie Zwangsarbeit oder Menschenhandel abzulegen. Diese Rahmenwerke zeigen exemplarisch auf, dass in umfangreicherem Maße Compliance-Konzepte dazu beitragen, dass sich Unternehmen mit den Folgen des eigenen Handelns befassen müssen. Wie integriert man Verantwortung in den unternehmerischen Alltag? Wenn wir uns nun auf Compliance fokussieren, stellt sich die Frage, wie dies in der Praxis anzupacken ist. Am besten in einem integralem Einbetten bereits vorhandener Ressourcen, in einem sogenanntem Compliance-Management- System (CMS). Jedoch gleicht kein CMS dem anderen, jedes muss an die gegebenen Risiken im Unternehmen angepasst werden. Das Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland (IDW) veröffentlichte dementsprechend den Prüfungsstandard „Grundsätze ordnungsgemäßer Prüfung von Compliance- Management-Systemen“ (IDW PS 980). Mit diesen Grundsätzen gibt es in Deutschland einen Anhaltspunkt für die „notwendigen Elemente eines CMS“, der es Unternehmen ermöglicht, nach eigenen Vorstellungen ein eigenes CMS zu konzipieren. Denn auch wenn das Compliance-Management-System individuell ausgearbeitet werden darf, sollte es doch über bestimmte Grundelemente verfügen. ˘ © pittigliani2005 CC BY-NC-ND 2.0 43 PT-MAGAZIN 3/2019 Wirtschaft Stärkung von Compliance fördert Verantwortung Wenn Compliance ein Teil von CSR ist, so deutet eine stärkere Relevanz von Compliance-Aspekten im Unternehmensalltag darauf hin, dass auch CSR und somit die Wahrnehmung unternehmerischer Ver- Skulptur auf der Blumenwiese vor dem niederländischen Pavillion zur Expo2000 in Hannover

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