Aufrufe
vor 2 Jahren

PT-Magazin 03 2019

  • Text
  • Mitarbeiter
  • Stadt
  • Europa
  • Deutschland
  • Wirtschaft
  • Mittelstand
  • Menschen
  • Brandenburg
  • Berlin
  • Unternehmen
Offizielles Magazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung, Regiotop, German Mittelstand, Plattform-Ökonomie, Geschäftsgeheimniss, KIA Stinger 3.3, Viraler Wandel,

325

325 2018

PT-MAGAZIN 3/2019 EDITORIAL Regionalmanagement und REGIOTOP Der Begriff „Ökosystem“ beschreibt das komplexe Wirkungsgefüge verschiedener Lebewesen und deren Umwelt. Verschiedene Nahrungsebenen sorgen durch Auf- und Abbau von Stoffen für den Energietransfer und garantieren so einen ökologischen Kreislauf in einem (dynamischen) Fließgleichgewicht. Am Anfang stehen zum Beispiel Grünpflanzen, die organische Stoffe aus anorganischen Stoffen und Sonnenlicht aufbauen. Die Grünpflanzen werden von Pflanzenfressern gefressen und diese von Fleischfressern. Und schließlich bauen Bakterien und Pilze am Ende des Kreislaufs alles Abgestorbene wieder in abiotische Stoffe zurück. Weil diese Fließgleichgewichte lebender Biosysteme hochkomplex sind, lassen sie sich nicht einfach mechanistisch beschreiben. Auch Wahrscheinlichkeitsbetrachtungen scheitern. Das macht Vorhersagen schwierig. Deshalb führte das Erzwingen einer intensiven Bewirtschaftung immer in die ökologische Katastrophe: Ein ehemals artenreicher Teich degeneriert zum Tümpel voll stinkender Brühe. Es braucht eine sanfte Bewirtschaftung, die es der Natur erlaubt, ihr dynamisches Gleichgewicht selbst zu regeln, auf diese Weise das komplexe Ökosystem im dynamischen Fließgleichgewicht zu erhalten und eine reiche Artenvielfalt zu bewahren. Analog beschreibt der englische Begriff „ecosystem“ die Gesamtheit der wirtschaftlichen Akteure innerhalb eines abgrenzbaren Systems. In Deutschland etablierte das RKW den Begriff des Gründerökosystems. Dafür steht zum Beispiel das Silicon Valley. Der Gründerökosystem- Ansatz soll eine ganzheitliche Perspektive auf das Gründungsgeschehen erlauben und zugleich die zugehörigen Rahmenbedingungen abbilden. Im „Regionalmanagement“ soll qualifiziertes Personal die Vorstellungen regionaler Akteure umsetzen und querschnittsorientierte regionale Entwicklungsprozesse initiieren und weiterführen. Ein solches regionales Wirtschaftssystem, das einem dynamischen Gleichgewicht zustrebt, bezeichnen wir als REGIOTOP1). Dieser Begriff könnte eine ganzheitliche Perspektive auf das (regionale) Wirtschaftsgeschehen und die zugehörigen Rahmenbedingungen erlauben. Umgrenzte regionale Märkte, in denen hinreichend viele Selbstständige, Gewerbetreibende und Unternehmen vielfältige Arbeits- (Ernährungs-)möglichkeiten anbieten, wirken nach außen gesund und voll sprühenden Lebens. Hier sind kleine und mittlere Unternehmen integraler Bestandteil einer stabilen kooperativen Infrastruktur und nehmen bei ausreichender Kapitalbasis zunehmend am Export von Gütern und Leistungen in andere Märkte teil. So wachsen kleine Unternehmen zu großen heran. Doch externe staatliche Eingriffe können die Selbstorganisation dieser hochgradig komplexen Prozesse empfindlich stören. Überregulation lähmt ganze Ketten kooperativer Prozesse mit Zulieferern, Arbeitsmarkt und Umwelt. Teile des Mittelstands sind dann plötzlich von Märkten (Nahrungsketten) abgeschnitten oder bei der Eigenkapitalbildung behindert. Existenz, Reinvestition und Wachstum werden beschränkt. Wenn aber die Nahrungsketten im REGIOTOP erst einmal zerstört sind, wandern vor allem junge Leute neuen Existenz- und Entfaltungschancen in anderen Regionen und Städten hinterher. Bei aller Beachtung der historischen Prägungen der Wirtschaftsregionen muss künftig die „Artenvielfalt“ und Eigendynamik unternehmerischer Tätigkeit im Mittelpunkt kommunaler und regionaler Interessen stehen. Jeder einzelne Selbstständige und Gewerbetreibende muss ernst genommen werden. Vorbildliches wurde dabei geleistet zum Beispiel von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken mbH (Premier- Ehrenplakette 2018), Wirtschaftsförderung Stadt Bamberg in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung Landkreis Bamberg (beide: Premier-Kommune 2018), Landeshauptstadt Magdeburg (Premier- Kommune 2017), Wirtschaftsförderungsgesellschaft Rhein-Kreis Neuss mbH (Premier-Kommune 2016), Gemeinde Niederwinkling (Premier-Ehrenplakette 2015) oder WFG Wirtschaftsförderungsgesellschaft am Mittelrhein mbH (Premier-Kommune 2015). 1) Wirtschaftsraum als REGIOTOP Ihr Helfried Schmidt »Wir lieben unser Finger-Haus, weil ... ... unser Leben an Qualität gewonnen hat.« Dennis Brussmann, FingerHaus-Bauherr HOME-SELFIE: Sonne, großer Garten, schönes Zuhause. Familie Brussmann vor ihrem Finger-Haus in Vöhl (Hessen). Ausgezeichnet in Qualität und Preis-Leistung seit über 70 Jahren. Jetzt informieren: fingerhaus.de

Jahrgänge