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P.T. MAGAZIN 03/2013

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Gesellschaft Vision

Gesellschaft Vision Stolkovo Ein ambitionierter Forschungsstandort in Russland nimmt reale Gestalt an Vor den Toren Moskaus entsteht die neue Wissenschaftsstadt: Skolkovo. Der "Hypercube" ist ein würfelförmiges futuristisches Gebäude des russischen Architekten Boris Bernaskoni. Südwestlich von Moskau entsteht auf einem 380 Hektar großen Gelände eine neue Wissenschaftsstadt: die „Skolkovo Innovation City“. Sie ist das Kernstück eines ehrgeizigen Modernisierungsprogramms, das Russland den technologischen Anschluss an die führenden Industrienationen sichern soll. Auf einer Fläche von rund 380 Hektar sollen hier zukünftig bis zu 40.000 Menschen studieren und forschen. Das Projekt wurde 2009 vom damaligen Präsidenten Dmitry Medvedev ins Leben gerufen, um junge Fachkräfte in Russland zu halten und eine international vernetzte Forschung von Wissenschaft und Unternehmen zu ermöglichen. Die auf dem Reißbrett entworfene Stadt wird bis 2017 mit hocheffizienten Infrastrukturtechnologien errichtet: mindestens 50 Prozent des verbrauchten Stroms soll Skolkovo aus erneuerbaren Energiequellen beziehen. Russland treibt Forschung voran Das Ende der Sowjetunion markiert einen Bruch in der erfolgreichen Tradition russischer Wissenschaft: Investitionen für Forschung und Entwicklung (FuE) gingen erheblich zurück, rund 80.000 Wissenschaftler wanderten ins Ausland ab. Um Rückstände aufzuholen, fördert die russische Regierung FuE seit etwa zehn Jahren wieder stärker. Bis 2020 möchte die russische Regierung ihre Ausgaben von derzeit ca. einem Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) auf 2,5 bis drei Prozent erhöhen. Zum Vergleich: Deutschland hatte schon 2011 fast drei Prozent FuE-Ausgaben am BIP. Die Ambitionen kommen nicht von ungefähr. Russische Wissenschaftler genießen nach wie vor einen exzellenten Ruf, etwa in Mathematik und Physik. Außerdem konzentriert Russ land seine technischen Anstrengungen zusätzlich auf Materialwissenschaften. Die „Russische Akademie der Wissenschaften“ hat mit über 450 Instituten eine zentrale Rolle im russischen Wissenschaftssystem. 2011 erhielt sie rund 65 Prozent der staatlichen Gesamtausgaben für Grundlagenforschung. Neben einigen Instituten großer Firmen, sind fast zwei Drittel aller Forschungseinrichtungen in Staatsbesitz und beschäftigen mehr als die Hälfte des FuE-Personals. Vergleichsweise wenig Forschungs-Aktivitäten gibt es hingegen an Universitäten. In Russland überwiegt auf diesem Gebiet die staatliche Förderung. Während der Gesamtdurchschnitt aller OECD-Mitgliedsländer 2011 bei 31 Prozent lag, waren in Russland rund 67 Prozent aller Ausgaben für die Forschung staatlicher Herkunft. (Foto: Siemens-Pressebild) Skolkovo – das Silicon Valley von Russland Skolkovo ist als offenes und transparentes Projekt angelegt, an dem sich auch ausländische Investoren beteiligen können. Es richtet sich vor allem an Unternehmen der IT-, Energie-, Bio- Technologie-, Weltraumtechnik- und Nuklearbranche. Außerdem werden Partnerschaften mit Investoren und Forschungseinrichtungen geschlossen. Am 15. Juli 2010 ist Siemens als erstes deutsches Großunternehmen eine strategische Partnerschaft mit Skolkovo eingegangen, die eine Zusammenarbeit in den Bereichen Infrastruktur, Forschung und Entwicklung und Beratung umfasst. In Skolkovo soll mit bis zu 150 Mitarbeitern einer der größten internationalen Forschungsstandorte von Siemens aufgebaut werden. Derzeit arbeiten 15 Siemens- Mitarbeiter an Mikrowellenkomponenten, um Teilchenbeschleuniger effizienter zu machen – dem ersten vom Skolkovo-Fond unterstützten Projekt. Für den Aufbau wird Siemens in den nächsten Jahren rund 40 Millionen Euro ausgeben. In Skolkovo werden die FuE-Schwerpunkte von Siemens in Zukunft hauptsächlich auf Themen rund um Energieeffizienz (z. B. Smart Grid) und Softwareintensiven Industrieregelsystemen liegen. Die Vereinbarung über die Zusammenarbeit bei der Infrastrukturentwicklung sieht unter anderem vor, dass Siemens das komplette Energieverteilungsnetz der Innovationsstadt konzipiert, aufbaut und in Zukunft betreibt. Im „Hyper Cube“, dem ersten in Skolkovo errichteten Gebäude, sind bereits Siemens-Technologien im Bereich Energieübertragung und –management sowie Gebäudetechnik und Beleuchtung installiert, die einen ersten Schritt hin zu einem Smart Grid markieren. Neben Siemens sind derzeit RUSNANO, Boeing, Google, Microsoft und andere Unternehmen Partner. Zehn Jahre von der Steuer befreit Die Skolkovo-Stiftung unter Leitung von Viktor Vekselberg verantwortet die Umsetzung der „Skolkovo Ecosphere“ und bietet verschiedene Investitionsanreize wie die Kofinanzierung einzelner Projekte oder Steuererleichterungen. Ausländische Firmen und Start-Ups werden vom Staat bis zu zehn Jahre von der Steuer befreit und sollen die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse schnell in Produkte und Dienstleis tungen umsetzen. Herzstück der Stadt wird das „Skolkovo Institute of Science and Technology“ (SIT), ein Forschungszentrum mit Schwerpunkten in den Bereichen Energieeffizienz, Medizintechnik, Informationstechnologie, Biotechnologie, Nukleartechnik und Raumfahrt. Ge plant ist, in Skolkovo bis Ende des Jahrzehnts eine Gemeinschaft von rund 200 Professoren, 300 Postdoktorpartnern und 1.200 Studenten aufzubauen. Stand Januar 2013 sind 49 Firmen im SIT ansässig, 24 Unternehmen planen ein FuE-Zentrum in Skolkovo. n Künftig soll auf dem 380 Hektar großen Gelände auch das führende Forschungs- und Innovationszentrum Russlands entstehen – eingebettet in eine neue Stadt für bis zu 25.000 Bewohner Wir nutzen Energie sinnvoll Reduzieren Sie Ihre Energiekosten durch energieeffiziente Technik! Kühlanlagen Wärmerückgewinnung Temperiersysteme FINALIST Wolfgang Oehm Geschäftsführender Gesellschafter ONI-Wärmetrafo GmbH Preisträger Großer Preis des MITTELSTANDES Lüftungstechnik ONI-Wärmetrafo GmbH Top- Ausbildungsbetrieb 2011 „Ehrenpreis“ für herausragende betriebliche Ausbildungsleistungen Druckluftsysteme Maschinenoptimierung Kostenloser Energiesparcheck für Industriebetriebe! (Foto: Herzog & De Meuron) 8 P.T. MAGAZIN 3/2013 3/2013 P.T. MAGAZIN 9 ONI-Wärmetrafo GmbH Niederhabbach 17 · D-51789 Lindlar-Frielingsdorf Telefon: +49 2266 4748-0 · Telefax: +49 2266 3927 E-Mail: info@oni.de · Internet: www.oni.de

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