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PT-MAGAZIN 03-04 2020

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Offizielles Magazin der Oskar-Patzelt-Stiftung. Titelthema: Keine Angst vor Krisen. Nominierungsliste 2020 des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes". Motto: Lösungen finden

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© www.Pixabay.com 54 Wirtschaft Käse, Küste, Grachten: Erfolgreich arbeiten mit den Niederlanden An den Niederlanden scheint uns vieles vertraut, doch die kulturellen Unterschiede zu Deutschland sind groß. Tipps von Janet Antonissen, interkulturelle Trainerin bei den gemeinnützigen Carl Duisberg Centren. Sprechen Sie lieber Englisch! Auch wenn Deutsch und Niederländisch sich ähneln, ist es ein Irrglaube, dass die meisten Niederländer Deutsch sprechen. Setzen Sie Deutschkenntnisse nicht als selbstverständlich voraus. Nutzen Sie lieber Englisch als neutralere Gesprächsbasis und bevorzugte Geschäftssprache. Vorsicht beim Duzen! Duzen ist in den Niederlanden in den meisten Branchen zwar üblich, die Distanz zum Gegenüber bleibt trotzdem bestehen. Das niederländische „je“ ist dem englischen „you“ gleichzusetzen: Die Anrede mit „Du“ sollten Sie nicht direkt als Zeichen von Vertrautheit verstehen. Direkt, direkter, Niederlande Mehr noch als in Deutschland steht in den Niederlanden Direktheit hoch im Kurs. Nehmen Sie undiplomatisch erscheinende Aussagen nicht persönlich. Dies zeugt nicht von fehlender Diplomatie und steht dem informellen Austausch untereinander nicht im Weg. Zeigen Sie sich bescheiden Besserwisser mag niemand: In den Niederlanden sind Titel eher zweitrangig und es herrschen flache Hierarchien. Im Büroalltag punkten Sie mit einem lockeren Auftreten kombiniert mit einer guten Prise Humor. Hören Sie auch auf Assistenten Vorgesetzte sind in den Niederlanden häufig Generalisten. In fachlichen Belangen haben sie daher nicht immer zwangsläufig das Sagen. Deswegen können Teammitglieder oder Assistenten in Entscheidungsprozessen genauso wichtig sein wie ihr Vorgesetzter. Stellen Sie sich auf ein reges Verhandeln ein Die Niederländer lieben den Handel — daher sind Rabatte, „Extras“ oder selbstgemachte „Spezials“ sehr beliebt! Beim viertwichtigsten Handelspartner Deutschlands kommt eine Mischung aus Direktheit und Ungezwungenheit in Verhandlungen gut an. Offenheit ist gefragt Die Niederländer tauschen sich viel über ihr Privatleben aus. Im Vergleich zu Deutschland ist die Trennung zwischen privat und geschäftlich nicht so streng und der persönliche Umgang ein wichtiger Teil des Büroalltags. Lösen Sie sich von der deutschen Formalität: Geben Sie sich ungezwungen und offen! ó Janet Antonissen PT-MAGAZIN 3/4 2020

PT-MAGAZIN 3/4 2020 Sie werden platziert „Zutritt zum Lokal nur mit Snuten-Pulli.” Snuten-Pulli – das liest sich doch gleich viel freundlicher als Mund-Nasen-Schutz und während du noch lächelst ob des hübschen Wortes, stehst du schon am Rande der Terrasse und befolgst Hinweis Numero zwo, der mit Kreide auf eine Tafel geschrieben ist: „Bitte warten, Sie werden platziert.” So geschieht es, akribisch und mit 1 Meter 50 Abstand. Scholle und Petersilienkartoffeln werden schnell und gekonnt serviert und ich traue mich nicht zu fragen, ob hier eine Fachkraft am Werke ist, die vor mehr als 30 Jahren nach allen Regeln des sozialistischen Kellnerhandwerks ausgebildet wurde und nun an der Nordseeküste beweisen kann, dass gelernt eben gelernt ist. Non scholae, sed vitae discimus. Ja, ein paar Sätze Latein darf man bei passender Gelegenheit hervorkramen: Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir. Und das nicht nur in jungen Jahren. Lernen ist sooo eine feine Sache! Das durfte ich während der ersten Corona-Wochen wieder erfahren. Seit Ewigkeiten spukte mir durch den Kopf: Du musst endlich dein Schreib-Handwerks-Training aus der „richtigen” Welt umfriemeln für die digitale Welt. Sie wissen schon: Webinare, Online-Selbstlern-Kurse und so. Sie ahnen schon: Natürlich hatte ich nie Zeit dafür – bis Corona kam. Nun lasse ich mir auch von einem allmächtigen Virus ungern vorschreiben, nur noch mit Snuten-Pulli einkaufen zu dürfen (hab ich eben vier Wochen lang meinen Assistenten einkaufen geschickt). Und noch ungerner lasse ich mir sagen, wie ich arbeiten könnte oder sollte. Digitale Welt ich komme – aber vorher lerne ich erstmal in Ruhe. Welche Videomeeting-Plattform gefällt mir am besten für meine Coachies? Wie kriege ich Leben in eine Fan-Gruppe bei Facebook? Und wie drücke ich dem online-Angebot meinen Rellin-Stempel auf, unter dem schon meine Seminar-Teilnehmer im echten Leben wohlig ächzen? Große Freude empfand ich, als ich merkte: Hej, du bist nicht allein mit deiner Fragerei und dem Ansatz, ein bestehendes System neu lernen zu lassen und zu verbessern und das immer wieder. Das Buch „Neu-Staat” des Bundestagsabgeordneten Thomas Heilmann fiel mir in die Finger und ich bin gespannt, ob es ihm und seinen Co-Autoren gelingt, Verwaltung und Politik zum Nachdenken wenigstens anzustubsen. Sie und ich – wir müssen nicht warten, bis „von oben” was Neues kommt. Wir machen einfach. Tue Gutes und rede darüber. Dazu gehört unweigerlich: schreiben. Ich weiß, dass das für viele ein rotes Tuch ist. Helfen wir uns gegenseitig: Ich trainiere mein neues Meeting-Format als Online-live – und Sie bekommen Antworten auf alle Ihre Fragen rund um die Schreiberei. Ob Webseite, Blog, Kundeninfo oder die Firmenchronik – das ist alles kein Hexenwerk. Seien Sie dabei und die Zauberformel wird für Sie platziert. ó Einladung zum pt-Magazin-Schreibcoaching-live „Zauberformel” mit Martina Rellin: Kostenlose Profi-Antworten sowie leicht umsetzbare Tipps! Am Do., 30. Juli, 18-19.30 Uhr. Den Link zum Meeting- Raum erhalten Sie rechtzeitig per E-mail, bitte einfach anmelden: info@martina Rellin.de Über die Autorin Martina Rellin, Ex- Chefredakteurin der Zeitschrift Das Magazin und Spiegel-Bestseller- Autorin („Klar bin ich eine Ost-Frau!”), schreibt leidenschaftlich gern, Bücher und Auftragskommunikation. Sie betreibt als Coach die Rellin Schreibwerkstatt bei Berlin und in Oybin und vermittelt dort sowie in Leipzig Interessierten das Handwerk des Schreibens. www.martinarellin.de 55 © www.piqsels.com WIR SEHEN DIE ZUKUNFT VORHER, WEIL WIR SIE ERFINDEN. DREIHUNDERTFÜNFUNDSECHZIG. PREISTRÄGER 2014 Ehrenplakette 2017

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