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PT-MAGAZIN 03-04 2020

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Offizielles Magazin der Oskar-Patzelt-Stiftung. Titelthema: Keine Angst vor Krisen. Nominierungsliste 2020 des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes". Motto: Lösungen finden

20 Gesellschaft

20 Gesellschaft Patentrezept für die notwendige Kombination aus Zuckerbrot und Peitsche noch lange nicht gefunden. Schattenwirtschaft könnte florieren Grundsätzlich setzt die Sharing Economy in der Grauzone zwischen privatem und gewerblichem Handeln an. Konkret: Ich nehme jemanden mit dem Auto ein Stück mit oder ich borge jemandem eine Gerät für eine gewisse Zeit und der Leistungsempfänger gibt mir etwas dafür. Diese Grauzone zwischen gewerblichem und privatem Handeln öffnet der Schattenwirtschaft Tür und Tor. Der Fiskus einer freiheitlichen Gesellschaft ist nicht darauf vorbereitet, solche Vorfälle steuerlich zu erfassen. Damit könnte die Sharing Economy zu spürbaren Steuerausfällen führen. Dies könnte dann wiederum eine besorgniserregende Verminderung der staatlichen Ausgaben mit sich bringen. Kritiker der Sharing Economy meinen, dass hier das Staatswesen und auch der Zusammenhalt der Gesellschaft als Solidargemeinschaft spürbar unter Druck geraten könnten. Fazit und Ausblick: Erdung birgt Chancen mit sich Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Sharing Economy überdeutlich auf viele wichtige Gegebenheiten hinweist, die das neoliberale Wirtschaften der neo-proprietistischen Gesellschaft nach sozialen und ökologischen Maßstäben unbefriedigend löst. So erstellen Geschäftsmodelle der Sharing Economy, oft basierend auf faszinierender Technik, etliche Leistungen wesentlich ressourcenschonender, als die althergebrachten Angebote, an die wir uns längst kritiklos gewöhnt haben. Dabei tummeln sich in der Sharing Economy nicht nur vorbehaltlos sozial engagierte Altruisten. Auch das Profitstreben in seinen unterschiedlichen Ausprägungen treibt dieses Geschäft voran. In der Sharing Economy ist somit auch nicht alles neu und völlig anders als es bereits die klassischen Wirtschaftslehrbücher beschreiben. Doch diese Erkenntnis sollte uns keinesfalls dazu verleiten, völlig desillusioniert alle hier nun entstehenden Angebote pauschal abzulehnen. Stattdessen sollte erkannt werden, dass die vorhandene Profitorientierung die Sharing-Modelle grundsätzlich auch erdet und letztlich dafür sorgt, dass die enormen Potenziale im Wettbewerb mit den bisherigen Anbietern nachhaltig realisiert werden können. Doch die Sharing Economy erscheint nicht nur im positiven Licht der Nachhaltigkeitswirtschaft, des Ko-Konsums oder des konstruktiven Kapitalismus. Nein, die neuen Angebote des „kalifornischer Plattform-Kapitalismus“ bringen auch viele ungelösten Probleme mit sich. Diese PT-MAGAZIN 3/4 2020

21 PT-MAGAZIN 3/4 2020 betreffen insbesondere den Datenschutz, die gesellschaftliche Spaltung, den wegbröckelnden Arbeitsschutz, die Verödung unserer Innenstädte und das Wegbrechen wichtiger staatlicher Leistungen. Um negativen Aspekte der Sharing Economy einzudämmen und die positiven Potenziale zu heben, braucht es eine leistungsfähige Infrastruktur, deren Ausbau in Deutschland insgesamt bislang enttäuschend schleppend vorankommt. Gegebenenfalls könnte aber auch die Corona-Krise, die die Möglichkeiten moderner Digitalisierung in fast allen Bereichen von Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft nun breiten Schichten überdeutlich offenbart, den Ausbau der modernen NGA-Netze nun beschleunigen – insofern die nun anstehende Rezession der Weltwirtschaft nicht zu tief und langanhaltend durchschlägt. Daneben ist digitale Kompetenz und ein passender Rechtsrahmen gefragt. Dieser Rechtsrahmen muss über die Datenschutzgrundverordnung und die ePrivacy-Verordnung hinaus, einen guten Kompromiss zwischen Innovationsförderung, Geschäftsinteressen und Schutz gesellschaftlicher Werte darstellen. Hier werden noch zahlreiche Diskussionen zu führen zu sein – auf innenpolitischem wie auch auf immer schwierigerem internationalen Parkett. Doch letztendlich führen die Diskussionen um die Sharing Economy mit all ihren faszinierenden Beispielen dazu, dass wir unsere eigene soziale und ökologische Verantwortung überdenken. Auf den ausgetretenen Pfaden des Wirtschaftens stößt uns die Sharing Economy wieder auf die essenzielle Frage nach dem „Wie und Warum“. Dieses Hinterfragen erhält durch die Corona-Krise mit all ihren negativen Auswirkungen, durchaus auch nochmals neue positive Dynamik und Ideen. Diese könnten sich nach Über den Autor Prof. Dr. Stefan Heng, Dipl. Volkswirt, forscht als Professor für Digitale Medien an der Dualen Hochschule Mannheim zu wirtschaftlichen Aspekten der digitalen Transformation wie Augmented Reality, Sharing Economy und Industrie 4.0. der Krise als neue Angebote der Sharing Economy halten -- selbst bei neuen, eher konservativ geprägten Milieus, die sich während der Corona-Krise mit den Vorzügen vertraut gemacht haben. ó Anz. PT_Magazin 210 x 145_08'19.qxp_Layout 1 02.08.19 10:13 Seite 1 Eckenhagen Bedburg Kreuzau Rheinbach Andernach Ihre Nr. 1 für Baden, Sauna & Wellness Kaiserslautern Obertshausen Schliersee Tegernsee monte mare ist der Marktführer für die Planung, Finanzierung, Errichtung und den Betrieb großer Bäder-, Sauna- und Wellnessanlagen. Dabei schafft das Unternehmen mit Sitz in Rengsdorf/Westerwald Lösungen, in denen sich Theorie, Praxis und 35 Jahre Erfahrung vereinen. 3,2 Millionen Gäste haben sich im vorigen Jahr für die „Pause vom Alltag“ in einer der monte mare Anlagen entschieden. 1.100 Mitarbeiter sorgen dafür, dass dieses Leistungsversprechen an mehr als 360 Tagen im Jahr in die Tat umgesetzt wird. monte mare Unternehmensgruppe – Planen – Bauen – Betreiben Monte-Mare-Weg 1 . 56579 Rengsdorf . www.monte-mare.de

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