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PT-MAGAZIN 02 2020

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Offizielles Magazin der Oskar-Patzelt-Stiftung. Titelthema: Keine Angst vor Krisen. Nominierungsliste 2020 des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes". Motto: Meilensteine setzen.

Hochschulen werden

Hochschulen werden Treiber im regionalen Innovationsprozess PT-MAGAZIN 2/2020 Wirtschaft 50 Ergebnisse der 4. Berliner Transferkonferenz der Hochschulallianz für den Mittelstand am 29. Januar 2020 © Matthew Schoenfelder 2018 Im Innovationsprozess der deutschen Wirtschaft ändert sich die Rolle der Hochschulen drastisch. Ihnen kommt verstärkt die Rolle eines Moderators und Treibers zu. Dies können sie besser als andere Organisationen leisten, weil sie von sich aus interdisziplinär und innovationsorientiert arbeiten und als objektive und ehrliche Makler ohne eigene Geschäftsinteressen agieren können. Dies sind wesentliche Erkenntnisse der vierten Berliner Transferkonferenz der Hochschulallianz für den Mittelstand, die am 29. Januar in der Brandenburger Landesvertretung stattfand. Experten und Entscheider aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft waren zusammengekommen, um darüber zu diskutieren, wie Hochschulen strukturschwachen Regionen helfen können. Unter ihnen der Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung Professor Wolf-Dieter Lukas sowie die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg Dr. Manja Schüle. Wesentlich ging es dabei um die Frage, wie sich Hochschulen stärken lassen, um ihre Potenziale für die Regionen besser zu nutzen. Dazu müssten Fördersysteme verbessert und die neue Mission der Hochschulen gesellschaftlich anerkannt werden. Gelinge dies, könnten die Hochschulen ihre Rolle als „ehrliche Makler“ im Innovationsprozess forcieren, wozu sie durch ihre interdisziplinäre und nicht gewinnorientierte Ausrichtung prädestiniert seien, sagte die Bildungsberaterin Dr. Sybille Reichert. Aus Dortmund kamen anregende Beispiele: So erwirtschaftet das TechnologieZentrumDortmund, 1980 als Maßnahme gegen den Strukturwandel gegründet, heute einen Jahresumsatz von 920 Millionen Euro. Ein Erfolgsmodell bei dem die Dortmunder Hochschulen eine wesentliche Rolle spielen, berichtete Guido Baranowski. Auch das Thema Neugründungen von Hochschulen wurde diskutiert. Professor Klaus Zeppenfeld, Gründer und Präsident der 2008 gegründeten Hochschule Hamm-Lippstadt, berichtete vom positiven ökonomischen Impact einer Hochschule in einer strukturschwachen Region. Andererseits sind zwischen 1990 und 2016 die Zahl der Hochschulstandorte bereits um 167 Prozent gestiegen – eine Zahl, die Dr. Klaus-Heiner Röhl, Senior Economist für Unternehmen am Institut der deutschen Wirtschaft Köln, in die Debatte warf. Bestehende Hochschulen wie die TH Brandenburg oder die Hochschule Magdeburg sind dazu übergegangen, Präsenzstandorte in weiteren Städten der Region zu gründen, um auf diese Weise ein regionales Netzwerk zu etablieren. Hauptforderung der Hochschulallianz für den Mittelstand ist seit Jahren die Einrichtung einer Deutschen Transfergemeinschaft (DTG). Während Ministerin Manja Schüle (SPD) oder Dr. Thomas Sattelberger (FDP) sich offen für diesen Vorschlag aussprachen, ließ Dr. Stefan Kaufmann (CDU) eine „gewisse Grundsympathie“ erkennen. Bundesministerin Anja Karliczek (CDU) hatte sich vor Monaten gegen eine solche Gründung ausgesprochen. Klar ist: Die Möglichkeiten der Hochschulen, insbesondere Regionen mit Entwicklungsrückstand zu stärken, müssen ausgebaut werden. Eine DTG könnte dafür sorgen, dass Hochschulen für Angewandte Wissenschaften im Bereich Transfer stärker gefördert werden. Und zwar auf ähnliche Weise wie Universitäten durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). „Wir werden ein Förderprogramm aufsetzen, in dem der Transfer eine wesentliche Bedeutung hat“, kündigte Staatssekretär Lukas an. Hochschulallianz-Vorsitzender Hans- Hennig von Grünberg regte an, den Hochschulen mehr Spielraum bei der Regelung der Lehrdeputate zu geben. „Wir müssen unsere forschungsaffinen Lehrenden in die Lage versetzen, mehr Anträge zu schreiben, mehr Zeit für Forschung zu haben und mehr Zeit, sich mit den Problemen der Unternehmen in ihrer Region auseinanderzusetzen.“ Die derzeitige Regelung erlaube den Hochschulen nur eine geringe Ermäßigung der Lehrverpflichtung, die bei 18 Semesterwochenstunden liegt. Bestehende Hochschulen stärken, Kooperationen auf mehreren Ebenen anbahnen, Strategien für Wissenstransfer und regionalökonomische Maßnahmen koordinieren: Das sind die wesentlichen Erkenntnisse der vierten Berliner Transferkonferenz. Die Diskussion über die Zukunft des Transfers von Wissen und Technologien ist noch nicht beendet. ó Autor: Andreas Moegelin M.A.

© Gerd Altmann auf Pixabay Eine Telefon-Hotline. Was ist das eigentlich? Das fragen wir mal ähnlich naiv wie im Pleistozän Heinz Rühmann als Lehrer Bömmel in dem Film die Feuerzangenbowle: „Wat is ‘ne Dampfmaschin? Da stelle ma uns mal janz dumm und sagen: En Dampfmaschin iss ne jroße, runde, schwarze Raum mit zwei Löchern. Durch das eine kommt der Dampf rein un das andere krieje ma späta ...” Eine Telefon-Hotline, das ist ein großer, schwarzer Raum, da lass ich von Zeit zu Zeit als Kundin Dampf ab. Und dann lassen die Herren – oder Damen oder Wesen – am anderen Ende der Leitung mich in ein tiefes, schwarzes Loch plumpsen, indem sie einfach auflegen. Nach 20 Minuten Warten ist es mir endlich gelungen, einen Herrn vom (nennen wir ihn hier mal) xDxHxL-Kundendienst an die Strippe zu kriegen (ja, ich weiß, Strippen gibt es nicht mehr und wahrscheinlich wurde der Kundendienst dabei gleich mit abgeschnitten). Ich erzähle dem Herrn jedenfalls von dem Päckchen, das ich aus der Oberlausitz nach München schicken wollte und das schon am nächsten Tag vom Zusteller elegant an die Haustür gelehnt wurde – leider nicht an die des Adressaten in München, sondern an meine. Ja, komme vor, hieß es bei der Poststelle, da habe die Sortier- Maschine dann wohl Absender und Adresse vertauscht. Ach so, na klar, hihi. Leider kann der hochintelligente Strichcode für den Versand nicht noch einmal genutzt werden, logisch, verstehe ich, der ist ja nun sozusagen ausgelesen. Ich möchte, dass das Päckchen nach München kommt und zahle also brav noch mal 4 Euro 80 und erhalte zum Trost ein Zettelchen mit einer Hotline-Nummer. Woher wusste die Kollegin der Poststelle, dass ich auf Hotlines ähnlich scharf bin wie andere auf Reisen mit der Deutschen Bahn? Der Mann im schwarzen Raum der Telefonhotline jedenfalls sagt: „Ja, fein, das Päckchen ist doch angekommen – und was wollen Sie jetzt von mir?” Als ich noch nach Luft schnappe und mit mir ringe, ob ich ihm sagen soll: „Na, 4 Euro 80 oder Stoff für eine neue Kolumne” – legt er auf. Das nenne ich mal abgehängt werden. Hotline ins Schwarze Loch Aber ich habe Stoff gewittert und rufe also noch mal bei der Hotline an. Herr Numero zwei sagt: „Sie wissen schon, dass es Sendungsverfolgung nur bei Paketen gibt, nicht bei Päckchen?” Ich sage: „Guter Mann, darum geht es nicht, das Päckchen …” Döööööööööd, schon bin ich raus aus der Leitung und ich verstehe den tieferen Sinn des Wortes Hotline: Schweiß steht mir auf der Stirn, ich bin so richtig fein auf Betriebstemperatur und rufe die Pressestelle vom Schwarzen Loch an. Ob ich meine Anfrage vielleicht schriftlich formulieren könne? Na klar, gebt mir Pfeffer, darauf kommt es nun auch nicht mehr an, E-Mail ans Schwarze Loch! So leicht kommt Ihr mir nicht davon. Um es abzukürzen: Eine Antwort gab es von allein nicht. Nachfragen brachte ein Konvolut aus Textbausteinen. Die verbat ich mir und forderte eine richtige Antwort. Die erhielt ich und das Tiefschwarze Loch versprach, ein Kundenbetreuer werde sich bald bei mir melden. Sollte das im Laufe des Jahres 2020 noch passieren, werde ich Ihnen das nicht vorenthalten. Und, Lehrer Bömmel, was lehrt uns das in diesen Tagen? Vielleicht: Wenn du in die Hotline eines Schwarzen Loches hinein bläst, kommt nichts als heiße Luft – und das andere krieje ma später. Über die Autorin Martina Rellin, Ex-Chefredakteurin der Kultur-Zeitschrift „Das Magazin“ und erfolgreiche Sachbuchautorin („Klar bin ich eine Ost-Frau!”), verspricht vom 12.- 15. März auf der Leipziger Buchmesse an ihrem Stand: null Schwarze Löcher, dafür Plauderstündchen bei Schwarzem Tee! Rellin schreibt leidenschaftlich gern, für sich und andere, Bücher und Auftragskommunikation. Sie betreibt die Rellin Schreibwerkstatt bei Berlin und in Oybin im Zittauer Gebirge und vermittelt dort und in Leipzig Interessierten das Handwerk des Schreibens in Kursen und Coachings. www.martinarellin.de 51 PT-MAGAZIN 2/2020 Wirtschaft

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