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PT-Magazin_02_2016_Komplett

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

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Wirtschaft PT-MAGAZIN 2/2016 40 Bild: obs/EDAG Engineering GmbH Lenken neu definiert Automatisierte Lenkkonzepte revolutionieren unseren engen Innenstadtverkehr Autos steigern die Mobilität ihrer Nutzer. In engen Innenstädten jedoch stoßen sie an die Grenzen der eigenen Manövrierfähigkeit. Etwa für Vielparker wie Lieferdienste und mobile Pflegekräfte vergeht viel Arbeitszeit mit Einparken und Parkplatzsuche. Neuartige Fahrwerke mit einzeln lenkbaren Rädern und elektrische Antriebe können die Wendigkeit und so die Effizienz gerade im fließenden Stadtverkehr erhöhen. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt OmniSteer will bis 2018 mit einem Budget von 3,4 Millionen Euro die passenden Konzepte und Prototypen erforschen. „Die zunehmende Elektrifizierung und Automatisierung von Fahrzeugen ermöglicht es, dem Nutzer neuartige Fahrfunktionen anzubieten“, erklären die Projektleiter Dr. Marcel Mayer von der Firma Schaeffler und Dr. Michael Frey vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). „Der Mehrwert von Elektroantrieben gegenüber Verbrennungsmaschinen tritt deutlich hervor, da wir elektrische Antriebe direkt in jedes Rad integrieren können.“ Zusammen mit neuartigen Radaufhängungen, welche größere Lenkeinschläge an der Vorder- und Hinterachse erlauben, werden passende Abstandsund Spurassistenten entwickelt (hochintegriertes Längs- und Querführungssystem), welche die Manövrierfähigkeit deutlich verbessern. „Je nach Situation kann nahtlos zwischen Vorderrad-, Hinterrad- und Allradlenkung gewechselt werden“, sagt Mayer, der die Arbeitsgruppe Automatisiertes Fahren bei Schaeffler leitet und innerhalb der Forschungskooperation SHARE am KIT (Schaeffler Hub for Automotive Research in E-Mobility) forscht. Fahrmanöver in beengten Situationen werden durch OmniSteer zeitlich wie auch energetisch effizienter. Etwa beim Abbiegen und Spurwechsel im Stau oder vor Baustellen, wodurch die Fahrspuren besser ausgenutzt werden können. Oder im Zustelldienst, wo sogar kontinuierlich aus der Fahrt heraus ein Einparken quer zur Fahrtrichtung möglich wird und somit nicht nur kleinste Parklücken effizient genutzt werden, sondern auch die Fahrspur für den fließenden Verkehr schnell wieder freigegeben wird. „Somit steigern diese Fahrfunktionen direkt Sicherheit, Komfort und Energieeffizienz sowie langfristig auch Raumnutzung und Verkehrsfluss in Städten“, so Frey vom Institut für Fahrzeugsystemtechnik des KIT. Die Schlüsselworte der Zukunft lauten: orthogonale, mehrdirektionale und nichtlineare Lenkung Innerhalb von OmniSteer entsteht am KIT ein verkleinertes Demonstrationsfahrzeug, dessen Längs- und Querführungssystem orthogonale, mehrdirektionale und nichtlineare Fahr- und Lenkmanöver ausführen kann. Diese drei Eigenschaften ermöglichen innovative Fahrfunktionen und somit das Ausschöpfen des vollen Potenzials von Automatisierung in elektrisch angetriebenen Fahrzeugen. Das Fahrzeug wird mit Sensoren das Umfeld erkennen, den bestmöglichen Fahrweg errechnen und dann komplexe Manöver eigenständig ausführen können. Durch eine eigens entwickelte Anzeige- und Bedieneinheit wird der Fahrer die Fahrfunktionen nachvollziehen, auswählen und bei Bedarf eingreifen können. Das Projekt OmniSteer ist auf drei Jahre angelegt. Der Präfix omni (lat. ganz, alles) steht einerseits für den ganzheitlichen Ansatz des Lenkens (engl. to steer). Andererseits steht omni als Akronym für orthogonal (Rangieren senkrecht zur ursprünglichen Fahrtrichtung), mehrdirektional (Bahnen lassen sich

PT-MAGAZIN 2/2016 unterschiedlich abfahren) und nichtlinear (Lenkradstellung und Lenkwinkel sind entkoppelt). Projektpartner Die Schaeffler Gruppe ist ein weltweit führender integrierter Automobil- und Industriezulieferer. Das Unternehmen steht für höchste Qualität, herausragende Technologie und ausgeprägte Innovationskraft. Die Paravan GmbH ist Weltmarktführer für innovative Fahrzeugumbauten für Menschen mit schwersten Behinderungen. Rund 150 Mitarbeiter entwickeln und produzieren individuell der Behinderung angepasste Automobilumbauten, Elektrorollstühle, Bewegungstrainer uvm. Bild: KIT/OmniSteer Das FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie ist eine gemeinnützige Einrichtung für Informatik-Anwendungsforschung und Technologietransfer. Geführt von Professoren verschiedener Fakultäten entwickeln die Forschungsgruppen am FZI interdisziplinär für ihre Auftraggeber Konzepte, Software, Hardware- und Systemlösungen und setzen die gefundenen Lösungen prototypisch um. Die Hella Aglaia Mobile Vision GmbH ist eine hundertprozentige Tochter der HELLA KGaA Hueck & Co. und zählt zu den weltweit führenden Entwicklern intelligenter visueller Sensorsysteme. Assoziierte Partner Seit 90 Jahren arbeitet DEKRA für die Sicherheit: Aus dem 1925 in Berlin gegründeten Deutschen Kraftfahrzeug- Überwachungs-Verein e. V. ist eine der weltweit führenden Expertenorganisationen geworden. Mit qualifizierten und unabhängigen Expertendienstleistungen arbeiten sie für die Sicherheit im Verkehr, bei der Arbeit und zu Hause. Das Unternehmen Custom Interactions hat es sich zum Ziel gemacht, die Interaktion zwischen Mensch und Technik so einfach wie möglich zu gestalten. Mit einem interdisziplinären Team aus Psychologen, Interface-Designern, Ingenieuren und Programmierern entwickelt und verbessert Custom Interactions User Interfaces aller Art. Die Partner im Projekt Omnisteer sind eng mit dem Cluster Elektromobilität vernetzt und werden durch das Clustermanagement, geleistet durch die e-mobil BW, unterstützt. Schaeffler, KIT und FZI sind Partner des Spitzenclusters Elektromobilität Süd-West (ESW), der über 100 Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft in der Region Karlsruhe-Mannheim-Stuttgart- Ulm verbindet. Die Clusterstrategie des Clusters ESW erzielt durch neue Kooperationsformen und Denkansätze eine intensive regionale Zusammenarbeit im Bereich der Elektromobilität. Dadurch sollen Wissen aufgebaut, verstetigt und schließlich Vorteile im internationalen Wettbewerb erzielt werden. ó Mit unseren ganzheitlichen Mobilitätslösungen – vom Elektrorollstuhl bis zum behindertengerecht umgebauten Fahrzeug – bieten wir Ihnen bei PARAVAN alles aus einer Hand. Unsere Mobilitätsberater und Fahrlehrer begleiten Sie gerne auf Ihrem Weg zur eigenen mobilen Freiheit! PARAVAN GmbH Paravanstraße 5-10 72539 Pfronstetten-Aichelau Telefon: 0 73 88 / 999 5-91 www.paravan.de

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