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P.T. MAGAZIN 02/2015

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Wirtschaft 52 Grafik:

Wirtschaft 52 Grafik: Benjamin Lauszat/ The Safe Shop Da in der Realität die Anzahl der Versuche leicht im zwei- bis dreistelligen Milliardenbereich pro Sekunde liegen kann (und nicht bei den angenommen 20 pro Minute), wären beide oben gezeigten Passwörter längst noch nicht sicher: Bei beiden wäre weniger als eine Sekunde nötig, um alle Kombinationen durchzugehen. Dazu kommt, dass so gut wie nie alle Kombinationsmöglichkeiten probiert werden müssen, da natürlich schon vorher das richtige Passwort dabei sein kann. Die logische Konsequenz ist ein Passwort aus möglichst vielen verschiedenen Zeichen und mit möglichst vielen Stellen zu erstellen. Was würde passieren, wenn wir ein Passwort mit 12 Stellen aus 62 (Zahlen, Groß- und Kleinbuchstaben) Zeichen kreieren. Wir erhalten nun 62 12 , also 3.226.266.762.397.899.821.056 Kombinationsmöglichkeiten und eine Hackzeit, die 3 Jahre überschreitet. Bei dieser Berechnung gehen wir davon aus, dass das Passwort in der Hälfte der Zeit geknackt wird. Dies ist sinnvoll, da man wie oben erwähnt selten alle Kombinationen durchgehen muss, bis man auf das Passwort stößt. Ein Passwort, für das man sehr wahrscheinlich über 3 Jahre zum Hacken braucht, klingt schon relativ sicher, doch da Hackersysteme immer leistungsfähiger werden und sich mittlerweile für viele ein großer Teil des Lebens am PC und im Internet abspielt, sollte man lieber auf ein sehr sicheres Passwort setzen. Dieses kann man durch noch mehr Stellen sowie Satz- und Sonderzeichen bekommen. Keine Wörter, keine Sätze Gerade wurde gezeigt: Die Länge eines Passwortes (viele Stellen) ist entscheidender als die Komplexität (viele Zeichen). Da liegt es nahe, sich zu fragen, ob man dann nicht einfach einen ganzen Satz oder ein langes Wort nutzen kann, um sich sein Passwort leicht merken zu können. Nein, kann man nicht. Denn Hacker wenden Strategien an, u.a. sog. „Dictionary Attacks“, bei denen Wörter aus Wörterbüchern in verschiedenen Sprachen und aus unterschiedlichen Themenbereichen ausprobiert werden. Auch nach Meinung eines Mitglieds des Chaos Computer Clubs wird die Komplexität von Sprachen häufig überschätzt. Wörter aus dem Duden in Kombination mit anderen Zeichen (z.B. „12Hallo34“) werden genauso ausprobiert, wie häufige Passwörter (darunter z.B. „passwort“, „123456“), sogenannte Common Word Attacks. Aus diesem Grund scheiden auch Wörter in Kombination mit Zeichen sowie veränderte Wörter (Mehrzahl von Nomen, Vergangenheit von Verben usw.) aus. Frank Timmermann von der Westfälischen Hochschule rät deshalb zu Passwörtern, die möglichst lang (mindestens 10 Zeichen) und komplex (Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen, Sonder- und Satzeichen) sind. Doch wie lässt sich ein solches Passwort überhaupt merken? Ein Passwort wie „Y7/6%$sk2lmÄ@8/]§“ lässt sich sehr schwer merken und ist damit nicht besonders hilfreich. Ein Satz wie „Ich liebe meine Katze über alles“ ist da schon geeigneter. Er ist einfach und gut zu merken, sollte jedoch nicht als Satz verwendet werden, da er bei Wörterbuch- oder Grundwortschatzattacke wahrscheinlich nicht lange standhalten würde. Man kann jedoch einfach bestimmte Buchstaben aus jedem Wort auswählen und daraus das Passwort entstehen lassen. Nehmen wir zum Beispiel immer den ersten und letzten Buchstaben der Wörter. „Ich liebe meine Katze über alles“ wird so zu „IhlemeKeüras“. Jetzt können wir das Ganze noch etwas verbessern, indem wir einige Sonderzeichen einfügen, die ein bisschen wie die jeweiligen Buchstaben aussehen. „I“ kann durch ein Die 25 schlechtesten Passwörter 2014 1. 123456 2. Password 3. 12345 4. 12345678 5. Qwerty 6. 123456789 7. 1234 8. Baseball 9. Dragon 10. football 11. 1234567 12. Monkey 13. Letmein 14. abc123 15. 111111 16. Mustang 17. Access 18. Shadow 19. master 20. michael 21. superman 22. 696969 23. 123123 24. Batman 25. trustno1 Das Sicherheits-Unternehmen Splashdata hat eine Liste der 25 häufigsten schlechten Passwörter des Jahres 2014 zusammengestellt. Die Sammlung basiert auf über 3,3 Millionen Passwörtern, die im letzten Jahr gestohlen und im Internet veröffentlicht wurden.* *daher sind in der Mehrzahl englischsprachige Passwörter erfasst Quelle: Splashdata Grafik: J. Schulz / OPS Netzwerk GmbH „!“ und „L“ durch eine „1“ ersetzt werden „2“ statt „E“ oder „$“ anstatt „S“. Wenn man jetzt also jedes Wort des Beispielsatzes entweder mit einem Sonderzeichen oder Großbuchstaben beginnt, kommt am Ende „!h12MeKeÜrA$.“ heraus. Jetzt noch das „Ü“ durch ein „UE“ ersetzen und das Wort mit einem Punkt beenden. Voila: „!h12MeKeUErA$.“. Bei einem Passwort dieser Art wären nun 96 14 (über 5 Quadrilliarden) Kombinationen möglich und das Hacken würde laut Passwortchecker der Uni Emden selbst mit einem sehr leistungsfähigen Hacker- System über 5 Millionen Jahre dauern (bei 150 Milliarden getesteten Passwörtern pro Sekunde und der angenommenen Wahrscheinlichkeit, dass das Passwort nach der Hälfte der Zeit geknackt wird). Das darf schon als relativ sicher gelten. Und auch wenn sich „Mauzi13“ vielleicht etwas flotter eingeben lässt – an das Eintippmuster komplexer Passwörter gewöhnt man sich in der Regel schnell. • P.T. MAGAZIN 2/2015 Foto: JOHN LLOYD/flickr.com (CC BY 2.0) P.T. MAGAZIN 2/2015 Jürgen Klopp verliert in der Business- Class seine Autoschlüssel, Joachim Król muss während des Essens mal kurz vor die Restauranttür, Auto umparken, Nadja Uhl, kommt gleich mit … die Kampagne „Umparken im Kopf“ hat es nach Meinung vieler geschafft, Vorurteile abzubauen und Opel neu zu entdecken. „Es ist lange her, dass man sich als Fahrer eines Opel Kapitän, Admiral oder Diplomat wie der Steuermann eines Flaggschiffs auf hoher See fühlen konnte. Opel behauptete aufgrund seiner technisch ausgereiften Modelle bis in die 1960er Jahre einen Platz in der Oberklasse, bis Mercedes-Benz und BMW an dem Rüsselsheimer Konzern vorbeizogen. Die aktuellen Absatzzahlen von Opel, aber vor allem der unter dem Motto „Umparken im Kopf“ erfolgreich vollzogene Imagewandel zeigen, dass sich das Unternehmen inzwischen wieder auf einem guten Weg befindet“, sagt Michael Zondler, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens centomo. Überspitzt könnte man sagen, so der Personalexperte, dass diese neue Erfolgsgeschichte mehr dem Faktor Personal statt dem Faktor Produkt geschuldet sei. Gute Autos habe der Konzern eigentlich schon immer gebaut. Doch am Image habe es gemangelt. Dies habe vor allem Tina Müller, seit rund einem Jahr Marketingvorstand der Opel Group positiv verändert. Opel-Fahrer galten lange Zeit als notorische Biedermänner mit Klorolle auf der Ablage, denen das nötige Kleingeld für ein so genanntes Premiumprodukt fehlte. Diese Zeiten sind nun Vergangenheit. Die Popgruppe „Die Prinzen“ hat in dem Song „Mein Fahrrad“ denn auch getextet: „Jeder Popel fährt nen Opel“. Allerdings war in dem Lied auch die Rede davon, dass jeder Affe einen Ford und jeder „Arsch“ ‚nen „Audi Sport“ fahre. Automobile kommen in dem humoristischen Loblied auf das Zweirad also generell nicht gut weg. Vom Biedermann zum coolen Typen Foto: © GM Company Tina Müller ist Chief Marketing Officer und Member of the Management Board der Opel Group GmbH, in der die volle Verantwortung für die gesamten Geschäfte von General Motors in Europa gebündelt ist. Sie ist seit August 2013 bei Opel beschäftigt und verantwortet dort die gesamte Markenführung des traditionsreichen Automobilherstellers. Dass etwas dran an dem alten Image ist, zeigt die Überschrift „Opel ohne Popel“ in der Spiegel-Ausgabe vom Dezember 2014. Der Artikel beleuchtet das erfolgreiche Wirken der früheren Kosmetikmanagerin Müller, der man wegen dieser Vergangenheit auch den despektierlichen Titel „Shampoo-Prinzessin“ verlieh. Ihr erklärtes Ziel: „Künftig sollen die Deutschen einen Opel kaufen, weil sie ihn haben wollen, und nicht, weil sie sich keinen VW leisten können.“ Müllers Vorgänger, so der Spiegel, seien allesamt Männer gewesen. Sie seien in der Automobilindustrie groß geworden und hätten sich bestens ausgekannt mit der Technik, den Händlern und den Wünschen der Kunden. Aber dennoch seien sie allesamt gescheitert. Mittlerweile wächst der Absatz von Opel wieder, zum ersten Mal seit langem, im ersten Halbjahr 2014 um vier Warum die neue Erfolgsgeschichte von Opel mehr vom Personal als vom Produkt abhängt Prozent. Nach Studien wollen nur 18,2 Prozent der deutschen Autokäufer, die „Umparken im Kopf“ nicht wahrgenommen haben, einen Opel besitzen. Frage man dagegen Autokäufer, die die Werbekampagne wahrgenommen hätten, steige der Anteil potenzieller Kunden auf beachtliche 34,8 Prozent. „Sicher gibt es mehr als eine Erklärung dafür, dass Opel wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden hat. Der Erfolg von Tina Müller beweist in meinen Augen jedoch, dass es sich gerade auch in der von Männern, Technikern und Ingenieuren geprägten Autowelt lohnt, ausgetretene Pfade zu verlassen, mehr Geld in ein überraschendes Marketing zu stecken, nicht nur den Verstand, sondern auch Emotionen anzusprechen und Seiteneinsteiger in ein Unternehmen zu holen, die vielleicht zunächst noch nicht viel vom Produkt Auto verstehen“, sagt Zondler. „Es brauchte den Blick von außen“, kommentiert der Spiegel. Dieser habe in früheren, weniger erfolgreichen Zeiten gefehlt: „Es war der Blick von Vertriebsleitern, die sich auch um das Marketing kümmerten, es war der Blick von Insidern, die stolz waren auf die Autos, die sie fertigten, und sie wollten nicht sehen, dass sehr viele Deutsche ganz anders fühlten und urteilten.“ Der derzeitige Erfolg von Opel scheint also eine Mischung aus guten Produkten und Personalentscheidungen zu sein. • Über den Autor Ansgar Lange Ansgar Lange ist als Journalist und in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit tätig, war eine Zeit lang Chefredakteur der Zeitschrift Criticón und publiziert in Wirtschaftsmedien wie dem P.T. Magazin sowie Wirtschaftsbild, eigentümlich frei und anderen. Er ist Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Remscheid.

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