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PT-Magazin 01 2020

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Offizielles Magazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung.

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Die Starken und die Schwachen EDITORIAL PT-MAGAZIN 1/2020 1873 in Hamburg geboren, wurde William John Henry Boetcker später ein US-amerikanischer Religionsführer. Der Historiker, Berater zweier US-Präsidenten und zweifacher Pulitzer-Preisträger Arthur M. Schlesinger Jr. deckte 1992 in der Washington Post auf, dass ein berühmtes Zitat von Abraham Lincoln gar nicht von Lincoln stammt, sondern vom gebürtigen Hamburger Johne Henry Boetcker. Der brachte 1916 eine Broschüre mit „Nuggets“ aus seinen Vorträgen heraus. Zu diesen Nuggets gehörtes seine zehn Gebote („The Ten Cannots“): „You cannot bring about prosperity by discouraging thrift. You cannot strengthen the weak by weakening the strong. …“ Diese Gedanken traten ihren Siegeszug um die Welt an. Boetcker wurde im Laufe der Zeit vergessen. Seine „10 Cannots“ wurden dem 16. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Abraham Lincoln in den Mund gelegt und in verschiedenen Übersetzungen und Überlieferungen verändert. In Deutschland wurde folgende Version bekannt: „Ihr werdet die Schwachen nicht stärken, wenn ihr die Starken schwächt. Ihr werdet denen, die ihren Lebensunterhalt verdienen müssen, nicht helfen, indem ihr die ruiniert, die ihn bezahlen. Ihr werdet keine Brüderlichkeit schaffen, indem ihr den Klassenhass schürt. Ihr werdet den Armen nicht helfen, indem ihr die Reichen bekämpft. Ihr werdet mit Sicherheit in Schwierigkeiten kommen, wenn ihr mehr ausgebt, als ihr verdient. Ihr werdet kein Interesse an öffentlichen Angelegenheiten und keine Begeisterung wecken, wenn ihr dem Einzelnen seine Initiative und seine Freiheit nehmt. Ihr könnt Menschen nicht dauerhaft helfen, wenn ihr für sie erledigt, was sie selber für sich tun sollten und könnten.“ Sind diese Gedanken ideologisches Teufelswerk? Keineswegs! Das ist gesunder Menschenverstand. Wenn es keine „Reichen“ mehr gibt, die mehr Arbeit organisieren als sie selbst ausführen können, wenn niemand mehr diese Verantwortung übernehmen will, dann gibt es auch nichts mehr zu besteuern. Und ein Staat, der nichts mehr besteuern kann, der kann auch nichts verteilen. Und wer nichts verteilen kann, wird abgewählt. Im öffentlichen Bewusstsein hat sich in Deutschland aber eher der Spruch des kommunistischen Dramatikers und Lyrikers Bertolt Brecht aus dem Jahr 1934 eingeprägt: „Reicher Mann und armer Mann standen da und sahn sich an. Und der Arme sagte bleich: Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.“ Viele halten das Wirtschaftsleben für ein Nullsummenspiel, bei dem einer verlieren muss, damit der andere gewinnt. Eine relative Mehrheit der Deutschen (48 Prozent gegen 44 Prozent) stimmen der Aussage zu „Je mehr die Reichen haben, desto weniger bleibt für die Armen übrig“. Dieses Denken ist grundfalsch. Waren 1981 noch 88 Prozent der Chinesen extrem arm, sank diese Zahl bis 2015 auf 0,7 Prozent. Die Zahl der Milliardäre in China stieg von 0 auf 373 an, dreimal mehr als in Deutschland. Zugleich wurden mehr als 850 Millionen Chinesen im selben Zeitraum aus extremer Armut befreit. „Nach der Nullsummentheorie wäre diese Entwicklung nicht erklärbar. Der starke Rückgang der Zahl der Armen und der starke Anstieg der Zahl der Milliardäre sind zwei Seiten derselben Medaille. Die meisten Reichen werden nicht reich, weil sie den Armen etwas wegnehmen, sondern weil sie Nutzen für viele Menschen stiften.“ so der Historiker und Buchautor Rainer Zitelmann jüngst in der Weltwoche. Eine starke Gesellschaft fördert daher Autonomie und Wohlstand ihrer Bürger, aller Betroffenen, aller Stakeholder und aller Shareholder. Denn nur eine starke wohlhabende Gesellschaft kann ihre wohlfahrtsstaatlichen Pflichten erfüllen. Der Wettbewerb „Großer Preis des Mittelstandes“ repräsentiert genau diese Gesamtheit des erfolgreichen Mittelstandes, quer über alle Branchen, Eigentumsformen, Rechtsformen, Größenklassen, Gründungsdaten. Ihr Helfried Schmidt Super Ideen - zu sehen beim display SUPERSTAR 2020 Display und Schoepe: Das gehört zusammen! www.Schoepe-Display.com

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