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PT-Magazin 01 2018

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

© Andreas Becker ©

© Andreas Becker © Andreas Becker PT-MAGAZIN 1/2018 Wirtschaft © Andreas Becker 34 Ducktail. anderem durch spezielle Lacke und Glasaufbauten an den Reelings optimiert hat. Unter Wasser sorgen zudem ein (besonders) langer Bugwulst sowie ein sogenannter Ducktail am Heck für förderliche Strömungs- und Reibungswerte. Habemus papam – kaum zu sehender weißer Dampf etweicht dem Schornstein. Wirkungsvolle Abgasnachbehandlung Als Prunkstück der Neubauten gilt jedoch das Abgasnachbehandlungssystem. Neben den SCR (Selective Catalytic Reduction)-Katalysatoren, die die Stickoxid-Emissionen um bis zu 75 Prozent reduzieren, sorgen vor allem die modernen Hybrid-Scrubber für überraschend gute Abgaswerte. Die Silo-ähnlichen Systeme reichen über fast alle Decks. Sie reduzieren die Schwefelemissionen so stark, dass fast nur noch Wasserdampf aus den Schornsteinen der Schiffe ausgestoßen wird. „In unseren Scrubbern werden die Abgase zur Reinigung in Meerwasser gebunden, das man mit hohem Druck durchsprüht“, veranschaulicht der Umweltoffizier die Funktionsweise vereinfacht. „Zurück im Wasser bleiben bis zu 99 Prozent der Schwefeloxide sowie Ruß- und Feinstaubpartikel im Umfang von bis zu 60 Prozent.“ Statt das kontaminierte Waschwasser dann, wie grundsätzlich erlaubt, außerhalb der Drei-Seemeilen-Zone gereinigt wieder ins Meer zu leiten, wird es aufbereitet in der Ostsee in Tanks gelagert und landseitig entsorgt. Und nichts geht über Bord Vermeiden steht vor Entsorgen, das gilt auf beiden Seiten des Kais. Was dann trotz Reduzierung von Verpackungen an Bord übrig bleibt an Abfällen, wird Schreddern von Kunststoffmüll für die Entsorgung an Land. peinlichst genau fürs spätere Recycling getrennt – und das nach über 40 Kategorien. Ob Papier, Glas, Plastik und Verpackungsmaterial, Dosen oder auch Sonderabfälle und Gefahrenstoffe: Alles wird zwischengelagert und fachgerecht entsorgt. „Die Frage lautet doch, will man die Umwelt unumkehrbar belasten oder die Abfälle verantwortungsvoll, im Idealfall sogar Gewinn bringend, verwerten?“, betont Grgic. „Die Prämien, die wir für manches Recyclinggut einfahren, gehen direkt in die Etats von Crew-Veranstaltungen, das gibt nochmal einen Motivationsschub fürs Mitmachen beim Trennen.“

PT-MAGAZIN 1/2018 © Andreas Becker Bemerkenswert: Ist die Mein Schiff- Flotte in der Ostsee unterwegs, geht übrigens nichts über Bord, nicht einmal die Essensreste. Die werden zerkleinert, gepresst und getrocknet und in Pulverform fürs spätere Entsorgen an Land gesammelt. Auch beim Wasser geht Sparen vor Aufbereiten, entsprechende Maßnahmen sind etwa das Verwenden von Klimaanlagen-Kondenswasser in der Wäscherei oder sensorgesteuerte Wasserhähne in den öffentlichen WCs. Moderne Kläranlagen übernehmen letztendlich das Reinigen aller anfallenden Abwässer etwa aus Küche, Wäscherei und Duschen. Milos Grgic und Scrubber. Fortwährende Potenzialsuche Gerade im operativen Bereich sieht Umweltoffizier Grgic immer wieder neue Potenziale für den Umweltschutz, die es zu finden und auszuschöpfen gibt. Bei welchem Lieferant wird was auf welchen Wegen eingekauft, auf welche Umverpackungen kann vielleicht noch verzichtet werden oder lässt sich beispielsweise über eine Geschwindigkeitsanpassung die Schiffsroute energieseitig optimieren? „Auch wenn Kreuzfahrerei etwa nur ein halbes Prozent ausmacht, kann sie wichtige Impulse für die gesamte Seefahrt setzen. Und in diesem Bereich zu den beachteten Vorreitern zu gehören, macht uns ganz besonders stolz.“ ó Über den Autor Andreas Becker ist Mitgründer und geschäftsführender Gesellschafter bei der PR-Agentur ars publicandi im rheinlandpfälzischen Rodalben. www.ars-pr.de 35 Wirtschaft

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