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PT-Magazin 01 2018

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

ns Humboldt und die

ns Humboldt und die Digitalisierung © by-studio - stock.adobe.com PT-MAGAZIN 1/2018 Gesellschaft 10 Ein Blick über den Tellerrand Bereits zum fünften Mal trafen sich Unternehmer, Politiker, Wissenschaftler und viele weitere Multiplikatoren zu einer Digitalisierungskonferenz des Wirtschaftsrates Sachsen-Anhalt. Der Berufsverband vertritt die Interessen seiner größtenteils mittelständischen Mitglieder in der wirtschaftspolitischen Öffentlichkeit Sachsen-Anhalts. Auf der Agenda am 19. Oktober stand diesmal das Zukunftsthema „Bildung und Arbeitsmarkt für ein digitales Sachsen-Anhalt“. Die Veranstaltung erfuhr eine überraschende Wende, als zwischen diversen digitalen Zukunftsthemen plötzlich der Name Wilhelm von Humboldt fiel. Aber wie passen Wilhelm von Humboldt, ein preußischer Gelehrter aus dem 19. Jahrhundert und das Top-Thema unserer Zeit zusammen? Das Erlangen digitaler Kompetenzen setzt selbstständiges Denken voraus und wird zudem durch eine kritisch hinterfragende Persönlichkeit unterstützt - dem Grundsatz des Humboldt‘schen Bildungsideals. Auf das hier und jetzt übertragen, kann dies nur eines bedeuten: Schule muss selbstständig denkende und kritisch hinterfragende Menschen entwickeln, denn Schule unterstützt Reform. Darüber hinaus ist sie vor allem eines: Fachkräftelieferant für unseren Mittelstand. Digitalisierung verändert … … Kommunikation Städte und Gemeinden im ländlichen Raum beklagen ein zunehmendes „Aussterben“ ihrer Innenstadtgeschäfte. Aber wer oder was ist jetzt Schuld am Arbeitsplätzeschwund? Sind es die Verbraucher, die ihre Kleidung oder Küchengeräte im Internet kaufen? Oder sind es die Onlineriesen, die völlig bewusst bekannte Strukturen zerstören? Weder noch - bei diesem Trend handelt es sich um völlig neue Wettbewerbsfaktoren, auf welche das Bildungssystem bereits die ersten Antworten liefert. So befinden sich neue Ausbildungsberufe in Konzeption, wie beispielsweise der/die Kaufmann/-frau im E-Commerce, welcher die Fachkräftelücke im Onlinehandel schließen soll. … Technik und Geschwindigkeit Wenngleich der Hype um die Kryptowährungen eher einem altbekannten Brettspiel ähnelt: die Konsequenzen sind mehr als real. Die digitale Erleichterung vieler Lebensbereiche verändert gesellschaftliche und berufliche Anforderungen an uns alle. … Arbeitsmethoden und Berufe Wo bisher Fliesenleger die Bade- und Wohnzimmer dominierten, finden wir heute Installateure für Smart-Home- Technologien. Auch an diesem Beispiel sieht man deutlich, wie sehr sich traditionell etablierte Arbeitsbereiche verän- Die Software für Arbeitssicherheit: www.webinfactory.de Mit myEHS zu mehr Sicherheit in Ihrem Betrieb © Minerva Studio - Fotolia.com myEHS Gefährdungsbeurteilung Mitarbeiter-Unterweisung Störfall-Verteiler Gefahrstoff-Information Ereignis- und Unfalldatenbank Sicherheitsbegehungen Arbeitsplanung Aufgaben-Management Verwaltung von Betriebsanweisungen Fasihi GmbH Donnersbergweg 4 D-67059 Ludwigshafen Tel.: +49 (0)621 520078-0 Fax: +49 (0)621 520078-20 info@fasihi.net www.webinfactory.de PREISTRÄGER Großer Preis des MITTELSTANDES

dern und erweitern. Die unmittelbare Folge davon sind sich ebenfalls ständig verändernde Anforderungen an Ausbildungsberufe und Fachkräfte. Erneut können wir Verbindungen zum Bildungsideal des Herrn von Humboldt herstellen. Die Schule muss Reform unterstützen. Wissen ist die Ressource des 21. Jahrhundert! In allen Berufsgruppen wird der Umgang mit und die Vermittlung von Wissen eine bedeutendere Rolle spielen. Innovative Wissensmanagementprozesse in Organisationen jeglicher Couleur haben direkte Auswirkungen auf die Zielerreichung und den Erfolg. In diesem Zusammenhang erfahren auch Wissensmanagementdienstleister einen Aufschwung. Jedoch bleibt das gemeinsame Ziel bestehen: selbstständig denkende Menschen mit Verantwortung für sich selbst zu entwickeln. Wissen managen - ein Blick über den Tellerrand Das Prinzip des Föderalismus in Deutschland erzeugt ganz unterschiedliche Projekte und Initiativen innerhalb der einzelnen Bundesländer. Gleichzeitig genießen wir dadurch einen signifikanten Vorteil: wir müssen das Rad unter Umständen nicht neu erfinden. Wie bringen also andere Bundesländer das Thema Digitalisierung mit den Bereichen Bildung und Arbeitsmarkt zusammen? Zwei Beispiele: Die Niedersächsische Bildungscloud wurde durch das Kultusministerium initiiert und ermöglicht eine schulübergreifende Netzwerkarbeit mit allen technischen Mitteln. Pädagogik und Digitalisierung werden miteinander kombiniert und fördern ein gemeinschaftliches Lernen im – aber auch vor allem außerhalb des herkömmlichen Unterrichts. Neben der Senkung von allgemeinen Anschaffungs- und Betriebskosten für Schulen und Träger fördert das Projekt interaktives, onlinebasiertes Lernen sowie den Umgang mit digitalen Medien. Der Digitalisierungsrat Saarland ist ein hochprofessionelles, wirtschaftlichberatendes Gremium im Saarland mit direktem Kontakt zur Ministerpräsidentin. Hochkarätige Wirtschaftsexperten beraten die Ministerpräsidentin in Fragen der digitalen Entwicklung. Und das mit Erfolg: Im Digital Atlas (Vodafone Studie 2015) weist das Saarland den höchsten Digitalisierungsgrad unter den deutschen Bundesländern auf. Über die Autoren Matthias Freiling ist Vorsitzender der Landesfachkommission Bildung und Arbeitsmarkt im Wirtschaftsrat der CDU e.V. Sachsen-Anhalt und geschäftsführender Eigentümer der GfM-Gruppe, Berlin. Alexander Otto ist Geschäftsführender Inhaber der Otto Business Consulting, Genthin. Ergo? In Fragen der Digitalisierung von Bildung und Arbeitsmarkt lohnt sich ein Blick über den Tellerrand. Unsere Nachbarn bieten eine Vielzahl innovativer Pilotprojekte. Der Ratschlag eines im Zeitalter der Digitalisierung lebenden Wilhelm von Humboldt könnte hierzu in etwa lauten: „Fragt den Mittelstand!“. Die Landesfachkommission Bildung und Arbeitsmarkt des Wirtschaftsrates Sachsen-Anhalt fordert daher die Landesregierung auf, digitale Piloten in Anlehnung an funktionierende Konzepte aus anderen Bundesländern in drei ausgewählten Leuchtturmschulen bis zum Sommer 2018 zu implementieren. ó 11 PT-MAGAZIN 1/2018 Gesellschaft

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