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P. T. MAGAZIN 04/2013

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Gesellschaft Korruption

Gesellschaft Korruption ist in Europas Wirtschaft immer noch überraschend weit verbreitet. Nach Meinung von 39 Prozent der Manager ist Bestechung in ihrem Land an der Tagesordnung. Slowenien, die Ukraine und Griechenland belegen einen „Diskrepanz in der Wahrnehmung von Korruption“ (Grafik: ssoosay/Flickr.com) Bestechung/korruptes Verhalten sind in diesem Staat weit verbreitet Nährboden für Korruption Die Wirtschaftskrise Europas erhöht den finanziellen Druck unrühmlichen Spitzenplatz im Europa- Ranking: Dort liegt der Anteil der Befragten, die Korruption in ihrem Land für üblich halten, bei 96, 85 bzw. 84 Prozent und damit etwa auf dem Niveau von Kenia und Nigeria. Deutschland liegt mit 30 Prozent unter dem europäischen Durchschnitt. Am wenigsten verbreitet ist Korruption aber in der Schweiz: Hier geben nur zehn Prozent der Befragten an, Bestechung sei in ihrem Wirtschaftsleben gängig. Finnland und Schweden liegen jeweils bei 12 Prozent, Norwegen bei 17 Prozent. In Westeuropa hält jeder siebte Manager es in der eigenen Branche für übliche Praxis, Aufträge mithilfe von Bestechung zu gewinnen. In Deutschland sagen das immerhin noch neun Prozent der Befragten. Und erstaunlich viele Manager können sich vorstellen, in Notsituationen dem Geschäftserfolg mit unlauteren Mitteln nachzuhelfen: So halten In unserem Gebiet ist es gemeine Praxis, mit Bestechung Aufträge zu erkaufen % Zustimmungen Kenya 94 34 Griechenland 84 29 Südafrika 65 19 Slovakei 84 41 Ungarn 70 29 Polen 59 22 Italien 60 27 Alle Befragten 57 26 Großbritanien 37 6 Russland 82 56 Indien 69 44 Deutschland 30 9 Frankreich 27 7 Saudi Arabien 66 46 Türkei 55 39 Ernst&Young) Schweden 12 4 Schweiz 10 7 (Grafik: von den westeuropäischen Managern 13 Prozent (Deutschland: sieben Prozent) Bestechung von Geschäftspartnern für gerechtfertigt, wenn auf diese Weise ein Unternehmen über einen Wirtschaftsabschwung hinweggerettet werden kann – obwohl die Mehrheit der Unternehmen in der Folge einiger Skandale schon umfassende Antikorruptionsregeln eingeführt haben. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Hohe Ansprüche der Investoren Trotz der lahmenden Konjunktur sind die Erwartungen an die Unternehmen, mit Umsatz- und Gewinnzuwächsen zu glänzen, hoch: 55 Prozent der deutschen Manager berichten von steigendem Druck, mit guten Quartalszahlen den hohen Ansprüchen der Investoren und Anteilseigner gerecht zu werden. In Westeuropa liegt der Anteil mit 71 Prozent noch höher. Um diesen hohen Erwartungen zu genügen, werden offenbar immer wieder auch Zahlen geschönt: So geben in Deutschland 34 Prozent der Manager an, dass Unternehmen Geschäftszahlen oftmals besser aussehen lassen, als sie tatsächlich sind. Das liegt über dem westeuropäischen Durchschnitt von 31 Prozent. Besonders verbreitet ist ein solches Verhalten der Umfrage zufolge in Kroatien (58 Prozent), in Spanien und Russland (jeweils 61 Prozent) sowie in Slowenien (65 Prozent). Und wenn es darum geht, neue Aufträge zu akquirieren, ist Bestechung in einigen europäischen Ländern durchaus an der Tagesordnung. „In vielen Märkten ist die Zahlung von Schmiergeldern nach wie vor üblich“, beobachtet Stefan Heißner, Leader Fraud Investigation & Dispute Services EMEIA Central Zone bei Ernst & Young. „Die Manager international agierender Konzerne stehen in solchen Ländern vor erheblichen Herausforderungen: Wenn sie sich an die geltenden Regeln und Gesetze halten, entgeht ihnen Geschäft – mit der Folge, dass sie womöglich ihre Umsatzziele verfehlen.“ 8 P.T. MAGAZIN 4/2013 Da braucht es glasklare unternehmensinterne Vorgaben, um zu verhindern, dass Mitarbeiter der Versuchung erliegen, dem Erfolg mit Schmiergeldzahlungen nachzuhelfen.“ Denn zu einer klaren Antikorruptionspolitik gibt es keine Alternative. Die Herausforderung bestehe nun darin sicherzustellen, dass die Richtlinien immer und von allen Mitarbeitern tatsächlich befolgt werden. Korruption auch in Deutschland Heißner betont, dass viele deutsche Unternehmen in den letzten Jahren massive Anstrengungen unternommen haben, Korruption im eigenen Haus zu verhindern. In der Befragung gaben 64 Prozent der deutschen Manager an, das 3/2013 P.T. MAGAZIN 9 gehobene Management habe ein klares Bekenntnis zu Antibestechungsrichtlinien abgegeben. Die Bekämpfung von Korruption bleibe eine wichtige Aufgabe für die Unternehmenslenker, so Heißner: „Nach unserer Erfahrung ist das Problem der Korruption auch in deutschen Unternehmen noch lange nicht vom Tisch. Es ist erstaunlich, dass offenbar immer noch so viele große Unternehmen auf diesem Auge blind sind. Inzwischen sollten sich die erheblichen Risiken herumgesprochen haben, die die Antikorruptionsgesetze etwa der USA und Großbritanniens auch für die Muttergesellschaften und die Auftraggeber regionaler Vertretungen mit sich bringen.“ Schwächen beim Einsatz von Kontrollwerkzeugen In diesem Jahr haben 61 Prozent der deutschen (und 55 Prozent aller befragten westeuropäischen) Manager zu Protokoll gegeben, dass in ihrem Unternehmen Antikorruptionsrichtlinien bestünden. Von einer „Whistleblowing“-Hotline zum Melden von Betrug, Bestechung oder Korruption berichteten hingegen nur 45 Prozent der deutschen Manager (Westeuropa: 37 Prozent). Ob aller dings das eigene Unternehmen „Whistleblower“ – also Mitarbeiter, die Verdachtsfälle melden – im Ernstfall auch unterstützen würde, scheint vielen Beschäftigten fraglich. n INNOVATIV FLEXIBEL INDIVIDUELL ZUVERLÄSSIG SANGERHAUSEN www.feag-sgh.de

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