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E-Paper PT-Magazin 06 2020 Unerwartetes managen

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Offizielles Magazin der Oskar-Patzelt-Stiftung. Bautechnischer Sachverstand: Erfolg braucht Details und Weiterbildung. Corona und die Wirtschaft: Labore als entscheidendes Puzzleteil. Effizienz durch Führung: Wo beginnt „DIGITALE ORDNUNG“?. Unternehmensinteresse „first“: Damit der Beirat nicht zum Beiwerk wird.

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06 E-Paper 6/2020 www.piqsels.com EFFIZIENZ DURCH FÜHRUNG UND DIGITALE ORDNUNG Mit den eigenen Produkten einen betriebswirtschaftlichen Gewinn zu erzielen, ist ein Unternehmenszweck, der effizientes Arbeiten in der Wertschöpfungskette erfordert. Das gilt besonders in Zeiten mit schwierigem konjunkturellem Umfeld, wie der aktuellen Corona-Krise. Die Effizienz von Abläufen und Prozessen im eigenen Haus zu überprüfen und ggf. zu verändern, ist daher von existenzieller Bedeutung für Unternehmen und von der Geschäftsführung laufend einzufordern. Dabei muss sie sich aktiv einbringen. Ansätze aus der Digitalisierung bieten hier Möglichkeiten, die sich positiv auf die Effizienz auswirken, z. B. der Umgang mit unternehmensinternen Informationen und Daten. Damit verbunden ist auch die Herausforderung, die Bereitstellung von Daten ohne großen Aufwand mit bereits vorhandenen Softwaretools auf höherem Niveau zu betreiben. Mit dem Einsatz eines ERP-Systems ist es hier jedoch oft nicht getan, da viele Daten von ERP-Systemen nicht erfasst werden. Wo beginnt „DIGITALE ORDNUNG“? Mitarbeiter nutzen den Computer, um ihre Arbeit effizienter zu erledigen – meist sehr aufgabenbezogen. Gerne werden dann Daten in Tabellenform angelegt. So entstehen oft über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg mehrere Dateien, die zum Teil die gleichen Informationen beinhalten. Die Daten zu suchen, einzutragen und zu pflegen ist dann mit hohem Aufwand verbunden. Liegen zudem voneinander abweichende Daten zu gleichen Einträgen in verschiedenen Dateien vor, beginnt eine zusätzliche, aufwändige Fehlersuche. Man könnte hier von einer digitalen Unordnung reden, die in der Regel nicht von einzelnen Mitarbeitern zu beseitigen ist. Über Schnittstellen hinweg müssen übergeordnete Entscheidungen getroffen werden, z. B. über die Einführung von Kollaborations-Tools und deren verpflichtende Anwendung. Die verpflichtende Nutzung gemeinsamer Datenablagen allein reicht jedoch nicht aus. In einem weiteren Schritt ermöglicht die Festlegung von Arbeitsstandards weitere Effizienzsteigerungen. In der Abwicklung von Kundenaufträgen wird z. B. immer wieder deutlich, dass sich Aufgaben für gewöhnlich wiederholen. Daten werden zwischen Vertrieb und Kunden diskutiert und festgelegt, Projektierung, Entwicklung und Konstruktion arbeiten damit weiter und erzeugen daraus Vorgabedaten für Produktion und Einkauf. Entwicklungsabteilungen nutzen Datenbanken mit technischen, physikalischen oder chemischen Daten, arbeiten mit erworbenen Berechnungs-Tools und programmieren eigene Verfahren. Daten aus diesen Prozessen sind nicht in ERP-Systemen erfasst. Für diese Schritte können zum Teil standardisierte Abläufe festgelegt werden. Daten werden in Templates angelegt, die für den jeweiligen Auftragsabwicklungsprozess entwickelt wurden. Das erleichtert nicht nur die Arbeit, sondern erhöht zudem die Verlässlichkeit über Abteilungs- und Bereichsschnittstellen hinweg. Verantwortung an die Mitarbei- E-Paper 6/2020

07 ter zu übertragen ist dabei Aufgabe der Führungskräfte. Dazu gehört auch, Erwartungen und Ziele klar zu benennen, Wirkungsgrenzen zu erkennen und festzulegen, wie diese zu überwinden sind. Die Bedeutung von Führung wächst Dass Anregungen systematisch ins Unternehmen geholt und bewertet werden sowie geeignete Lösungen zügig zur Einführung kommen, ist klare Führungsaufgabe – ebenso die rechtzeitige Budgetierung. Gegenüber Mitarbeitern sollte es selbstverständlich sein, ein offenes Ohr für Vorschläge zu haben. Gewohntes Arbeiten und erfolgreiche Lösungen der Vergangenheit können bei Betrachtung der gesamten Wertschöpfungskette Verbesserungspotenzial enthalten. Führungskräfte sind hier gefordert, gezielt Veränderungen einzuleiten und eine Teamarbeit mit Beteiligung von Mitarbeitern verschiedener Bereiche anzustreben. Qualifizierte Interim Manager können dabei wertvolle Hilfe leisten. Sie sind frei von eingefahrenen Arbeitsweisen, betrachten die gesamte Prozesskette samt Schnittstellen und finden Lösungsansätze über Abteilungsgrenzen hinweg. Sie nutzen Einflussmöglichkeiten, um im Unternehmensinteresse Effizienzsteigerungen zu erzielen, und motivieren Mitarbeiter für Veränderungsvorhaben, bieten ihnen Perspektiven und Hilfestellung. Auch die Führungskraft der ersten Ebene hat kontinuierlich als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen, z. B. wenn administrative Hürden zu überwinden sind. Das setzt Signale und motiviert die Beteiligten. Besonderes Augenmerk gilt dabei dem Umgang mit Daten und Informationen, die über Abteilungs- oder Bereichsgrenzen hinweg genutzt werden. Es gilt, Verluste durch Datenfehler, Mehrfachaufwand usw. zu vermeiden. Kontinuierliche Verbesserungsprozesse sind zu etablieren, damit nachhaltig ein hohes Effizienzniveau gehalten werden kann. Hier empfiehlt es sich evtl., die Verantwortung für Daten- und Prozessqualität in der Organisation fest zu verankern, etwa im Qualitätsmanagement oder in mehreren Verantwortungspaketen, die jungen Mitarbeitern übertragen werden. Denn sie sind es, die Abläufe hinterfragen und Ideen mitbringen, oftmals aber nicht wissen, ob und wie sie Vorschläge einbringen sollen. So können die genannten Aufgaben durchaus ohne zusätzliches Personal realisiert werden – eine Lösung, die gerade in Krisenzeiten auf großen Zuspruch treffen dürfte. ó E-Paper 6/2020 Buchtipp: „Digital Insights – Digitalisierung: 7 Sichtweisen aus der Praxis“ Weiterführende Informationen zum Thema und zum Autor Uwe Seidel finden sich im Buch „Digital Insights – Digitalisierung: 7 Sichtweisen aus der Praxis“, in dem sieben erfolgreiche Interim Manager direkt aus der Praxis berichten und Megatrends, technische Innovationen sowie unternehmerische, prozessuale, ethische, gesellschaftliche und globale Fragen beleuchten. „Digital Insights – Digitalisierung: 7 Sichtweisen aus der Praxis“ ist im Best Practice Verlag erschienen und kostet 39,90 Euro. Weitere Informationen: https://bestpractice-media.de/digital-insights-digitalisierung-7-sichtweisen-aus-der-praxis Dr.-Ing. Uwe Seidel Als gefragter Experte im Bereich Digitalisierung und Industrie 4.0 bringt Uwe Seidel moderne Verfahren im Umfeld von Big Data und KI qualifiziert zur Anwendung. Seine Erfahrung in der messtechnischen Datenerfassung, Datenanalyse und erfolgsorientierten Nutzung untermauert er gezielt mit Change-Maßnahmen. Maschinenbau, Elektrotechnik und Anlagenbau sind seine Branchen. Als ausgebildeter Interim Executive (EBS) führt er seine Mandate im Bereich Operations, Engineering, Innovation, Mergers & Acquisitions, Change und Restructuring stets zum Erfolg. www.dr-seidel-management.de

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