Aufrufe
vor 1 Jahr

E-Paper PT-Magazin 05 2020 Einfach Machen

  • Text
  • Entwicklungsphasen
  • Strategien
  • Corona
  • Integrationsphase
  • Mittelstand
  • Glasow
  • Digitalen
  • Entwicklung
  • Mitarbeiter
  • Krise
  • Teams
  • Gemifo
  • Unternehmen
Offizielles Magazin der Oskar-Patzelt-Stiftung. Titelthema: Schock und Krise als Treiber. Community-Masken: in den Größen M, L und Kids. Empathie und Effizienz: Martin Glasow über Konflikte. Was wollen wir Leben?: Ralf P. Leuter über Einrichtungen. Digitale Strategien: Bettina Vier über Entwicklungsphasen.

02

02 E-Paper 5/2020 Schock und Krise als Die Ökonomen bezeichnen das, was 1. die Menschheit gerade als Pandemie erlebt, als exogenen Schock. Sie war auf jeden Fall nicht konkret bezogen auf die Eintrittszeit und ihre Globalität zu prognostizieren. Politik, Verwaltungen, Wirtschaft und Gesellschaft überall auf der Welt standen und stehen daher vor Herausforderungen, die dadurch ausgelöste weltweite Krise mittels neuer Ansätze, neuer Konzepte und vor allem mit vertrauenswürdiger leadership zu meistern. Dabei ist wohl allgemeinhin klar: von der bisherigen Normalität haben wir Abschied zu nehmen. Der Weg zur „neuen“ Normalität wird lang sein. Bis Technologien, Strukturen und Einstellungen sich neu formiert haben und eine neue Stabilität herausbilden, wird dauern. Würden Sie heute in einen vollen Reisebus einsteigen? Allein schon diese rhetorische Frage, kürzlich bei einer Videokonferenz von einem Teilnehmer gestellt, verdeutlicht, dass Verhaltensweisen sich verändern werden und auf das wirtschaftliche Geschehen zurückwirken. Jede Krise weckt auch neue 2. Kräfte. Daraus wächst Optimismus, die Herausforderungen auch positiv zu bewältigen. Es ist übrigens „unsere Pflicht, optimistisch zu sein“, sagt Karl Popper. „Denn nur von einer solchen Position aus ist es möglich, seine Möglichkeiten optimal zu nutzen“, so seine Begründung. Dies gilt für ein einzelnes Wirtschaftssubjekt ebenso wie für eine ganze Gesellschaft. Überwiegen die Optimisten, wird die Krise als Chance, weniger als Belastung empfunden. 3. Die Krise wird sich als Treiber erweisen vor allem bei der Tendenz zur Glokalisierung und Nutzung der Digitalisierung einschließlich KI. Glokalisierung meint ein neues 4. Gleichgewicht zwischen globalen und regionalen oder lokalen Wertschöpfungsketten. Sehr schnell wird die Beschaffung von Schutzausrüstungen im Gesundheitsbereich, auch und vor allem durch politischen Druck und staatliche Nachfrage, umgestellt werden. Folgen werden die Pharmaindustrie und die Medizintechnik. Allgemein werden regionale Produkte an Wertschätzung gewinnen. Der Tourismus wird sich stark verändern. Wer bucht heute eine Passage mit dem Kreuzfahrschiff, nicht wissend, ob alle Gäste auch infektionsfrei sind? Je länger also die Reisewarnungen anhalten, werden die Menschen in ihren engeren und weiteren Umgebungen Orte der Erholung suchen. Das wird das Urlaubs- E-Paper 5/2020

03 Treiber verhalten längerfristig verändern. Das Saarland mit seinen touristischen Angeboten wird davon profitieren. Die Gastronomie und Hotellerie sollte sich darauf einstellen. Digitalisierung einschl, von KI- 5. Anwendungen werden die Alltagskultur merklich verändern. Neue Normalität ist von daher abzuleiten. Homeoffice und remote work werden in der Arbeitswelt die Struktur des Arbeitens neu bestimmen. Der Damm ist gebrochen. Man hat gesehen: es geht. Beides wird die bisherige Arbeitsweise nicht ersetzen, aber merklich ergänzen. Brauchen wir nicht oder geht bei uns nicht, diese Vorurteile lassen sich nicht mehr aufrechterhalten. Die Unternehmen, die die Vorteile und Vorzüge der neuen Arbeitsformen erkennen und deren Mitarbeiter sie zu schätzen wissen, werden zu Trendsettern. Im Hinblick auf den Fachkräftemangel wird dies zunehmend auf den Arbeitsmärkten den Wettbewerb um die Fachkräfte kein Zukunftsthema mehr. Vor Corona war es ein Nischenthema, jetzt sind wir mittendrin in aller Breite damit befasst. Wo es möglich sein wird und Nutzen stiftet, wird es Kultur sein- oder der Markt und das gesellschaftliche Leben sortieren aus. Der Gesetzgeber sollte diese Entwicklung nicht behindern. Der Druck auf die öffentlichen Verwaltungen, ihre Dienstleistungen zu 6. digitalisieren, wird auch nach der Krise bleiben. Man wird nicht mehr einsehen, sein Fahrzeug nicht digital anmelden zu können, um nur dieses Beispiel zu nennen. Über den Autor Dr. Hanspeter Georgi ist Politiker und Diplom- Volkswirt. Zuletzt war er saarländischer Minister für Wirtschaft und Arbeit. Er ist Mitglied des Präsidiums der Oskar-Patzelt-Stiftung. Wir sehen: es stellen sich viele neue 8. Aufgaben. Wer sie beherzt angeht, trägt zum Optimismus bei. Wenn viele sich so verhalten, wird die neue Normalität eine bessere Welt erzeugen. Hoffen wir, dass dann die Einstellungen der Bürger auch die jetzt gewonnene Solidarität nicht wieder über Bord werfen. Denn Achtsamkeit und Rücksichtnahme sollten künftighin die Kultur des gesellschaftlichen Miteinanders prägen, ohne die Pandemien wie die jetzige kaum beherrschbar sein werden. ó mitbestimmen. Das wird evolutorisch von statten gehen. Dabei werden sich Regelungen der virtuellen Zusammenarbeit infolge dieses Prozesses als best practice ergeben. Wer zudem die Nutzung von Konferenztechnologien ob Zoom, webex oder Mikrosoft Teams jetzt in der Krise als nützlich und angenehm erfahren hat, wer an webinaren hat teilnehmen können, wird überlegen, ob jede Fahrt notwendig ist. Diese Technologien werden den Alltag der Arbeitswelt ebenso neu prägen wie den Alltag anderer Bereiche. Das ist also Riesigen Nachholbedarf gibt es im 7. Schulsektor. Die Schulen, die schon vor Corona das Lernen und Lehren mit einer Lernplattform eingeübt hatten, waren jetzt unschlagbar im Vorteil. Tatsächlich soll es im digitalen Zeitalter noch genügend Schulen gegeben haben, die per Telefon und Post ihren Schülern und Schülerinnen die Hausaufgaben haben zukommen lassen. Nebenbei bemerkt: in unserem kleinen Land gibt es eine Lernplattform, die von Experten als best practice bewertet ist. Warum sie nicht allgemein im schulischen Bereich zur Anwendung gelangte, ist und bleibt auch Insidern ein Rätsel. Hier mitten in der Krise hätte das Saarland bundesund europaweit punkten können. Leider wurde eine Riesenchance vertan. Impressum: epaper 5/2020 © 2020 OPS Netzwerk GmbH Melscher Str. 1, 04299 Leipzig, Tel. 0341 240 61 - 00 www.pt-magazin.de E-Mail: redaktion@op-pt.de Geschäftsführer: Petra Tröger, Dr. Helfried Schmidt Das PT-Magazin ist das offizielle Magazin des Wettbewerbes „Großer Preis des Mittelstandes“ der Oskar-Patzelt-Stiftung, eingetragen im Stiftungsregister des Regierungsbezirkes Leipzig unter Nr. 2/1998. Alle Angaben ohne Gewähr.

Jahrgänge