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Offizielles Magazin der Oskar-Patzelt-Stiftung. Weltneues Flächenheizmodul: ersetzt Energiefresser Heizpilz. Digital Insights: Mit Kundenzentrierung neu durchstarten Silodenken überwinden. Berberin: Pflanzenstoffe als Geschäftsidee: Berberin. Erfolgsfaktor: Intercultural User Interface Design.

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02 E-Paper 10/2020 Weltneues Flächenheizmodul ersetzt EliTilE verbraucht 75 Prozent weniger Energie - Grüner Strom statt Flüssiggas Bringen 42 Jahre Erfahrung in die Heizflächentechnik ein: Ralf Thull (l.) und Rolf Wilmes. FOTOS: ELITILE Mit drei Viertel weniger Energieverbrauch als beim konventionellen Heizpilz argumentiert der Hersteller eines innovativen Flächenheizmoduls, das schon bald in der Freiluftgastronomie, bei Verbrauchermessen, Hochzeiten und anderen Events, Weihnachtsmärkten, Stadt- und Straßenfesten zum Einsatz kommen soll, für seine Lösung. Hersteller EliTilE aus Saarbrücken, der ausschließlich in Deutschland produzieren lässt, spricht vom „Tesla im Heizungsmarkt“. Denn idealerweise wärmt das Heizmodul mit regenerativ erzeugtem Strom und verbraucht auf der Terrasse beim Lieblingsitaliener weniger als der Pizzaofen. „Wir haben die Lösung, mit der Gastro- und Eventbranche Corona überleben und wir Bürger trotz Hygienevorschriften unsere Geselligkeit zurückbekommen,“ sagen Ralf Thull und Rolf Wilmes. Die beiden 52- und 53-jährigen Saarländer haben zusammen 42 Jahre Erfahrung in der Anwendung von Flächenheiztechnik im Innen- und Außenbereich. Seit 25 Jahren entwickelt und optimiert Thull als Produktmanager die Technik für besondere Anwendungen. So entstand 2003 ein Bodenheizmodul gegen kalte Füße an Weihnachtsmarktständen. Diese Technik ermöglichte im Oktober 2012 dem ZDF die Außenwette bei „Wetten dass….?“, bei der auf einem beheizten 350 Quadratmeter großen Kreis 1000 nahezu nackte Körper mit Body-Painting lagen sowie zahlreiche Events, die ohne beheizten Boden nicht stattgefunden hätten. Seit 17 Jahren arbeitet Thull mit dem Architekten Wilmes für Kunden wie Villeroy & Boch oder Steigenberger in zahlreichen Hotel- und Wellnessprojekten zusammen. Ihr Heizmodul EliTilE basiert auf einer italienischen Fliese von Marazzi, die mit deutschem Engineering aufgerüstet, in einem international patentierten Verfahren im Saarland und in Sachsen produziert wird. Das Niedrig-Energie-Flächenheiz-Modul ist an Terrassenboden, Hauswand oder Rückenlehne einsetzbar und kann Flächen selbst von Eis und Schnee freihalten. Dank perfekter Wärmeleitung an die Oberfläche landen 75 Prozent der Energie als Wärme direkt am Menschen. Das Frankfurter Restaurant Maindiner hatte im vergangenen Winter testweise zehn Meter Banklehne und 30 Quadratmeter Boden mit EliTilE-Modulen ausgestattet und den Gästen bei null Grad ein Drei-Gänge-Menü serviert. Thull: „Für 900 Euro Umsatz am Abend waren 15 Euro Stromkosten erforderlich.“ Sein Vergleich: Dieselben Energiekosten erzeugt ein einzelner Heizpilz. E-Paper 10/2020 Die Wärmebildkamera macht deutlich: Auch jeder Gast ist ein Kraftwerk.

03 Energiefresser Heizpilz Das Niedrig-Energie-Flächenheiz-Modul ist in Terrassenboden, Hauswand oder Rückenlehne einsetzbar und verfügt je über einen eigenen Temperaturregler. peratur geliefert wird.“ Sobald demnach ein Mensch sitzt, senkt sich der Energieverbrauch, weil der Mensch selbst einem Kraftwerk mit 50 Watt Leistung entspricht. Im Partyzelt etwa bedürfe das einstündige Vorheizen 100 Prozent Energie. Sobald es sich aber mit Gästen füllt, Kerzen angezündet werden oder heißes Essen serviert wird, sinke die Energiezufuhr rapide. Thull rechnet vor, dass eine mit EliTilE-Modulen beheizte Fläche, mit Anschaffungskosten von ca. 500 Euro je E-Paper 10/2020 Die gasfressenden Heizpilze traten ihren Siegeszug 2007 mit Einführung des Rauchverbots in Gaststätten an. Damals kauften tausende Wirte diese vermeintlichen Behaglichkeitssäulen, damit ihre Gäste beim Rauchen im Freien nicht frieren. Laut Greenpeace emissioniert aber jeder dieser „Giftpilze“ im Schnitt vier Tonnen CO2 pro Jahr, was dem jährlichen Verbrauch eines Kleinwagens entspricht. Das war der Grund, warum immer mehr Kommunen in den vergangenen Jahren diese Lösung verboten und nun in Teilen davon wieder abrücken, um ihre Gastronomen in Corona-Zeiten vor dem Ruin zu bewahren. Thull und Wilmes hatten diesen Markt seit Jahren im Blick, um eine ökologische und ökonomischere Alternative zu den Pilzen zu kreieren: „Jedes Modul verfügt über einen eigenen Temperaturregler, damit die individuelle Wunschtem- Quadratmeter beheizter Fläche, im Mittel nur sieben Cent je Quadratmeter für Strom pro Betriebsstunde benötigt. Wilmes hat mit den Modulen eine Lounge für sechs Personen mit beheizten Rückenlehnen, Boden und Tisch designt. Diese benötige pro Stunde Strom für 18 Cent. Die Saarländer machen ein Beispiel: Eine Kommune könne in der Vorweihnachtszeit 20 Sechsergruppen für 120 Personen auf dem Marktplatz aufstellen und via Smartphone-App die Sitzgruppe stundenweise für je 15 Euro vermieten. Wer reserviert, kann sich bei der Anlieger-Gastronomie oder Buden versorgen und in der Gruppe am Platz konsumieren. Wilmes: „Auf Wunsch sind die Sitzgruppen mit Steckdose und Beleuchtung lieferbar.“ Dann könnten auch Arbeitsessen mit Laptop-Präsentation stattfinden. www.elitile.de www.gastro-wellness.de

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