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Offizielles Magazin der Oskar-Patzelt-Stiftung. Weltneues Flächenheizmodul: ersetzt Energiefresser Heizpilz. Digital Insights: Mit Kundenzentrierung neu durchstarten Silodenken überwinden. Berberin: Pflanzenstoffe als Geschäftsidee: Berberin. Erfolgsfaktor: Intercultural User Interface Design.

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14 E-Paper 10/2020 Intercultural User Interface Design © IUIC als Erfolgsfaktor Intercultural User Interface Design (kurz: IUID) ist noch längst nicht Standard in der Produktentwicklung, wird aber immer mehr zum Erfolgsfaktor für Unternehmen. Denn die Globalisierung sorgt dafür, dass zunehmend international produziert und vermarktet wird. Wer sich mit den Unterschieden zwischen den Kulturen auseinandersetzt und diese Erkenntnisse in der Produktentwicklung anwendet, eröffnet sich neue Möglichkeiten und Märkte, um das Produkt international zum Erfolg zu führen. Was bedeutet User Interface Design? Klicken, suchen, lesen, buchen, einstellen. In unserem Alltag kommen wir mittlerweile ständig mit User Interfaces - mit interaktiven Oberflächen in Berührung. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn wir an einem Automaten ein Ticket kaufen, auf dem Smartphone Nachrichten tippen oder Date-Plattformen konsultieren. Allerdings finden sich interaktive Benutzeroberflächen nicht nur im grafischen Bereich. Auch eine Küchenmaschine, medizinische Geräte, Maschinensteuerungen in der Industrie verfügen über User Interfaces (Benutzungsschnittstellen). Denn die werden überall dort gebraucht, wo der Mensch eine Maschine bedient. Das nennt man Maschine- Mensch-Interaktion (MMI). Beim User Interface Design kommt es grundsätzlich darauf an, die Benutzungsschnittstelle einfach und intuitiv bedienen zu können. Optimalerweise Dr. Rüdiger Heimgärtner: Wie Intercultural User Interface Design zu internationalem Erfolg führt fehlerfrei, haptisch angenehm und leicht verständlich, ohne überflüssige Elemente und auf kurze Aufmerksamkeitsspannen ausgelegt. Bei der Entwicklung eines User Interfaces kommen mehrere Faktoren zusammen, die ein Gesamterlebnis schaffen. Der analytisch-strategische Teil durchleuchtet die Zielgruppe und ihre Gewohnheiten und Erwartung an das User Interface. Daraus lassen sich Erkenntnisse dazu ableiten, wie die Zielgruppe am einfachsten an ihr Ziel kommt. Im konzeptuellen Teil werden der Aufbau des User Interfaces, die Inhalte und Funktionen festgelegt, bevor im ergonomischvisuellen Part die Bedienung und Steuerung verfeinert und die Optik festgelegt werden. Wichtig ist für alle drei Faktoren die Frage, in welcher Situation das User Interface gebraucht wird. Handelt es sich dabei um eine Stress- oder Gefahrensituation? Sitzt der User in der Bahn oder zuhause auf der Couch? Wird das Produkt in der Industrie oder im weiteren Arbeitsalltag gebraucht? Daraufhin wird das User Interface designed (gestaltet) und getestet. In den Tests wird besonders auf Usability und User Experience geachtet. Unter Usability versteht man Gebrauchstauglichkeit. Und im Grunde fällt die Usability nur dann auf, wenn sie nicht reibungslos läuft, es Fehler oder Probleme dabei gibt, die eigentliche Funktion des Produktes auszuschöpfen. Die User Experience (das Benutzererlebnis), zielt auf den emotionalen und ästhetischen Aspekt ab. Macht es Freude, mit dem entsprechenden Gadget zu interagieren? Die gesamte Bedienung der Oberfläche ruft vorzugsweise Freude hervor und führt zu einer positiven User Experience. User Interface Design trifft auf interkulturelle Kompetenzen Beim interkulturellen User Interface Design (IUID) trifft nun das User Interface Design auf kulturelle Kompetenzen. Kulturelle Kompetenzen werden als Fähigkeit betrachtet, Menschen mit anderem kulturellen Hintergrund entgegen zu gehen und eine Verbindung aufzubauen, in der wertschätzend und interessiert miteinander umgegangen wird. Dazu gehört die Bewusstwerdung über die kulturellen Unterschiede, um respektlos wirkende Situationen zu verhindern. Kontinuierlich versuchen dabei beide Seiten, sich einander anzunähern, sich in Toleranz zu üben und sich mit den Gebräuchen des anderen zu beschäftigen. So kann aus einem Handschlag zur Begrüßung auch eine Verbeugung werden wie sie in Japan üblich ist. Insbesondere Führungspersönlichkeiten sollten sich auf internationalem Parkett interkulturell kompetent bewegen können, um starke Geschäftsbeziehungen einzugehen. Im internationalen Geschäft zählen interkulturelle Kompe- E-Paper 10/2020

15 © IUIC Dr. Rüdiger Heimgärtner E-Paper 10/2020 tenzen mittlerweile zu Schlüsselqualifikationen, die den Erfolg eines Unternehmens mitbestimmen können. Denn positive Geschäftsbeziehungen ins Ausland bedeuten nicht nur die Erweiterung des persönlichen Horizonts, sondern ermöglichen auch den Zugang zu weiteren Märkten - und so auch zu potenziellen neuen Kunden. Intercultural User Interface Design bringt die kulturellen Kompetenzen ins Produkt und ermöglicht es so, Menschen in verschiedenen kulturellen Kontexten ein auf sie zugeschnittenes Produkt zu erwerben. Im Prozess interkultureller Produktentwicklung werden daher Normen, Bräuche, Werte, Orientierungen im Zielland oder Kulturkreis unter die Lupe genommen und daraus Erkenntnisse für das Projekt abgeleitet. Einer der ersten Schritte ist dabei, die sogenannten Kulturdimensionen (dazu zählen Individualismus vs. Kollektivismus und lang- bzw. kurzfristige Orientierung) im Vergleich zu den eigenen zu untersuchen. Die jeweils herausgestellten Unterschiede werden im Anschluss hinsichtlich des Projektes betrachtet. Ein weiterer Punkt ist die Sprache: wie werden Informationen in der Sprache kodiert? Wurde die Sprache bereits in einem digitalen Kontext verwendet? Wie viele Sprecher hat die Sprache? Verfügt die Sprache über technische Termini? Bei einer mehrsprachigen Seite oder App sollte in gemeinsamer Arbeit mit einem Muttersprachler überprüft werden, ob sich das transportiert, was gemeint ist. Auch hinsichtlich der Mensch- Maschinen-Interaktion können Anpassungen vorgenommen werden, zum Beispiel durch die Analyse von technischen Standards und Verständnis im anderen kulturellen Kontext. Zum Schluss wird das Produkt hinsichtlich der visuellen Wahrnehmung (zum Beispiel die Interpretation von Farben) geschärft. Auch relevant werden kann die Frage, wie sich die Sprache und das durch sie entstandene Mindset auf Navigation und Layout auswirken. Ist die Leserichtung von rechts nach links, müssen auch die Bedienungselemente der Gewohnheit entsprechend platziert werden. Eine große Rolle spielen natürlich auch die „No Go’s“ in dem anvisierten kulturellen Kontext. Darstellungen und Ausdrücke, die dort, wo das Produkt entwickelt wird, ok oder sogar an der Tagesordnung sind, können woanders als unschicklich oder gar beleidigend angesehen werden. Gerade Details wie Farben, Symbole und Bilder können einen großen Unterschied machen. Wer sollte Interkulturelles User Interface Design nutzen? Im Grunde ist intercultural User Interface Design ein wichtiger Faktor für alle Unternehmen, die Produkte auf Märkte in der ganzen Welt bringen wollen. Da Kunden vor allem den Produkten zugewandt sind, die sie intuitiv bedienen und nutzen können, bedeutet ein interkulturelles User Interface Design einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Unternehmen, die die kulturellen Differenzen außer Acht lassen und ihre Produkte unverändert auf dem internationalen Markt platzieren wollen. Das nach wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Thema Interkulturalität entwickelte Produkt fühlt sich für den Käufer im entsprechenden kulturellen Kontext nicht fremd an, weshalb er es vorziehen wird. Daraus ergibt sich langfristig das Potenzial mehr Kunden zu gewinnen und die Bekanntheit des Produktes vor Ort zu steigern. Welche Punkte aber für das eigene Produkt wichtig sind und welche Fettnäpfchen sich ergeben könnten, weiß natürlich nicht jeder Unternehmer. Dann ist Expertenhilfe gefragt. Dr. Rüdiger Heimgärtner unterstützt mit seinem Unternehmen Intercultural User Interface Consulting (kurz: IUIC) Unternehmer, die den internationalen Markt erobern wollen. In Workshops werden erste Kenntnisse zum Thema Intercultural User Interface Design vermittelt, dann wird konkret auf die Ziele des Kunden eingegangen, Handlungsempfehlungen und Tests durchgeführt. So dass durch interkulturelle Produktentwicklung auch ein effektives Produkt entsteht, das konsequenterweise mit hohen Verkaufszahlen glänzt. Rüdiger Heimgärtners Buch mit dem Titel “Interkulturelles User Interface Design - von der Idee bis zum erfolgreichen Produkt” ist das erste deutschsprachige Werk zum Thema. Die darin festgehaltenen Ergebnisse und neue Erkenntnisse aus weiterer Forschung stehen den Kunden von IUIC zur Verfügung, auf dem Weg zu internationalem Erfolg. Intercultural User Interface Consulting bietet nicht nur die Weitergabe von Know-How, sondern nutzt auch den Zugang zu Ergebnissen von Umfragen und Erhebungen zur User Experience, testet die Usability von Produkten und Prozessen und gibt daraus resultierend Umsetzungsempfehlungen. Durch die Unterstützung eines erfahrenen Teams lassen sich grobe Fehler, die mitunter viel Geld kosten können, vermeiden. Mit einer klaren Strategie können Unternehmen zielgerichtet auf die jeweilige Zielgruppe ihr Produkt perfektionieren und mehrere Varianten für den internationalen Markt erstellen. International agieren mit interkulturell entwickelten Produkten Die Globalisierung ist noch nicht zu Ende, und je weiter sie fortschreitet, umso häufiger werden sich Märkte überschneiden und ein zunehmend grenzübergreifendes Geschäftswesen entstehen. Wer auch auf dem internationalen Markt nicht auf der Strecke bleiben will, investiert sinnvollerweise in eine interkulturelle Produktentwicklung. Aber auch Schulungen und Workshops zu interkulturellen Kompetenzen gewinnen an Bedeutung, damit bereits früh im Prozess eine Idee davon entstehen kann, wie ein interkulturelles Produkt und ein entsprechendes Marketing aussehen können. Zunehmend werden daraus wertvolle Erfahrungswerte entstehen können. ó

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