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E-Paper 04_2021 Der grosse Aufbruch

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Offizielles Magazin der Oskar-Patzelt-Stiftung.

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04 E-Paper 4/2021 In Krisenzeiten sicher führen „Moderne Führung“ ist in aller Munde. Was macht moderne Führung für Sie aus? Da stellt sich für mich die Frage, was „modern“ darstellen soll. Die Definition macht für mich den Unterschied. Sicherlich verändern sich die Menschen und damit auch der Führungsstil. Aus meiner Sicht ist eine authentische und bewusste Führung wichtig. Authentisch heißt für mich, dass jede Führungskraft ihren eigenen Stil der Führung findet, ihre Stärken einsetzt, ihre Potentiale entwickelt, ihr eigenes Verhalten reflektieren kann und individuell auf ihre Mitarbeiter und das ganze Umfeld eingehen kann. Was für mich daran „modern“ ist: das neue Bewusstsein. Die sogenannten Soft Skills kommen mehr zum Vorschein und bilden die Grundlage für bewusste Führung. Vor allem das positive Mindset, das Steuern der eigenen Gedanken kommt mehr in den Vordergrund. In meinen Coachings starten wir erst mit der Person und deren Gedanken und Verhalten an sich. Erst, wenn eine Führungspersönlichkeit sich selbst kennt, kann sie andere führen. Man muss erkennen wie man auf Mitmenschen wirkt, sowie Ängste und Glaubenssätze unter die Lupe nehmen erfolgreich Sich selber einschätzen zu können und Handlungen danach zu steuern, ganz persönlich. Und welche Eigenschaften sind Ihrer Meinung nach die besten Voraussetzungen, um Mitarbeiter:innen adäquat führen zu können? Eine erfolgreiche Führungspersönlichkeit sollte auf jeden Fall Spaß haben an seiner Tätigkeit und Verantwortung; die Freude am Kontakt mit Menschen und wertschätzend sein. Das fordert viel Mitgefühl und Energie. Man muss also wissen, woher man diese Kraft ziehen kann. Die Fähigkeit Konflikte zu erkennen und entsprechend mit diesen umzugehen, ist auch von entscheidender Bedeutung. Unterschiedliche Meinungen führen zu Auseinandersetzungen, die – je nach Handhabung – einen Mehrwert bieten oder nachhaltig Schaden anrichten können. Somit ist die Kunst NEIN zu sagen eine sehr wichtige, sowie das nötige Selbstbewusstsein zu haben, zu den getroffenen Entscheidungen zu stehen und auch Fehler zugeben zu können. Die Suche nach Anerkennung ist in einer Führungsposition nicht von Vorteil. Und auch die Befriedigung des eigenen Egos hat keinen Platz. Es gibt aus meiner Sicht nicht DIE bestimmte Führungskraft Das Umfeld, in der man agiert und die Menschen, die führen und steuern prägen sie mit. Jede Person darf ihre individuelle Methodik zurFührung haben. Sie sprechen davon, die aktuellen Veränderungen zu nutzen und die derzeitige Krise als Chance zu sehen. Worauf kommt es jetzt ganz besonders an? Laut Definition beschreibt Veränderung einen Wechselprozess in einer bestimmten Zeitspanne. Jede Krise hat auch ein Ende und danach geht es weiter; neu; anders; oft besser. Aufgrund von äußerlichen Gegebenheiten sind eine Führungskraft und ihr Team jetzt automatisch gefordert, über die bisherigen Abläufe und Prozesse nachzudenken. Wachstum entsteht nur durch Veränderung und genau diese vollzieht sich im Moment. In Krisensituationen entstehen oft die besten Ideen. Manchmal reicht es auch aus, einfach kürzer zu treten und Ruhe zu bewahren und sich einige Fragen zu stellen, die diese Pandemie aufwirft: Bin ich im Homeoffice effektiver? Brauchen wir weniger Meetings? Können wir weniger reisen und stattdessen online-Meetings organisieren? Habe ich die richtigen Leute an der richtigen Stelle im Team? Welche Mitarbeiter:innen zeigen auf einmal neue Fähigkeiten? Besonders hilfreich ist es den Mut zu haben, die Richtung zu wechseln. Den Blickwinkel zu verändern und mal ganz neue Dinge zu tun. Auf einmal ergeben sich Möglichkeiten, die vorher undenkbar waren. So macht es trotz sinkender Zahlen Sinn, neue Mitarbeiter:innen zu rekrutieren. Denn der Markt verändert sich und man braucht entsprechendes Personal, um auf diesen Wandel zu reagieren. Wie können Führungskräfte Mitarbeiter:innen in diesen Zeiten motivieren? In der aktuellen Zeit ist es wichtig, jedes Teammitglied dort abzuholen, wo es steht und mit seinen Stärken optimal einzusetzen und seine Potentiale zu entwickeln. Man sollte sich mehr mit seinen Mitarbeiter:innen befassen. Das geht am einfachsten mit strukturierten und offenen Gesprächen kombiniert mit nachhaltigem Feedback. Humor, Spaß, kleine Aufmerksamkeiten, Lob und ein respektvoller Umgang können motivierend wirken. Jemanden Zeit zu schenken und zuzuhören ist auch eine besondere Art der Wertschätzung. Das darf wieder mehr Priorität im Führungsalltag erhalten. Selbst Fehler zugeben und sich verletzlich zeigen kann Türen öffnen. Die nahbare und posi- E-Paper 4/2021

05 E-Paper 4/2021 tiv denkende Führungskraft ist gefragt. Wichtig ist, die Erfolge alle Teammitglieder bewusst zu machen und sie zu feiern. Erfolge sind auch die kleinen Dinge, die täglich geschehen. Wie zum Beispiel ein gutes Gespräch, ein super Abschluss, ein neuer Kunde, eine gelungene Präsentation. Denn das positive Mindset spiegelt sich auf die Ergebnisse und die Stimmung wider. Genau da setze ich auch an und begleite meinen Klient:innen in meinem aktuellen Coachingprogramm “der Leaderclub”. Positives Denken ist für mich eine Lebenseinstellung, denn in jeder Situation gibt es eine positive Seite zu sehen und stärkt das Wohlbefinden. Durch ein Lächeln und aktives Zuhören kann jeder bei seinem Gegenüber ganz viel erreichen. Es ist ganz einfach. „Lache und die Welt lacht zurück“. Was denken Sie, was werden künftig die größten Herausforderungen für die moderne Führungskraft? Es werden viele Prüfungen zu bestehen sein: Neue Arbeitssituationen, Homeoffice, getrennte Teams, Eigenmotivation, Ängste, Unsicherheiten, Informationsflut, neue Technologie und vieles mehr. Auf jeden Fall ist eine nahbare und positiv denkende Führungskraft gefragt. Sich selbst und die Sache nicht zu ernst nehmen, hilft sehr oft. Daher lege ich meinen Klienten aktuell vier Säulen für eine sichere, organisierte und bewusste Führung ans Herz: • Selbstführung und Haltung Wie kann ich gerade jetzt positiv bleiben und mich selbst motivieren? • Klarheit und Organisation Wie organisiere ich mich und das Team und wie gebe ich Informationen weiter? • Teamgedanken stärken Wie gehe ich mit Ängsten und Unsicherheiten meiner Mitarbeiter um? • Veränderungen nutzen Wie kann ich jetzt die Chance nutzen, neue Dinge zu machen? Es gibt immer viel zu tun. Die Basis muss jedoch intakt bleiben, um weiter auf Kurs zu fahren. Solange du dich mit dir selbst und deinen Mitmenschen beschäftigst, werden neue Herausforderungen viel leichter zu bewältigen sein. ó © CB Coaching und Beratung - Corinna Bäthge

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