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Buch 25 Jahre Großer Preis des Mittelstandes

Großer Preis des Mittelstandes, 25 Jahre

1995 – 2000 Idee und

1995 – 2000 Idee und Start 14 Der damalige Ministerpräsident Sachsens, Prof. Dr. Kurt Biedenkopf, war Schirmherr und Festredner der Erstverleihung des „Großen Preises des Mittelstandes“ am 25. März 1995 Vor 25 Jahren entstand die Idee, einen „Großen Preis des Mittelstandes“ zu erfinden und zu etablieren. Der einfache Zusammenhang „Gesunder Mittelstand – starke Wirtschaft – mehr Arbeitsplätze“ musste wieder mehr Akzeptanz in der Öffentlichkeit erhalten. Es ging um das Bild des Unternehmens und des Unternehmers in der Öffentlichkeit. Die Idee war, mit einem Wirtschaftspreis eine Bühne zu schaffen, auf der mittelständische Unternehmen Anerkennung für ihre gewaltigen unternehmerischen und sozialen Leistungen erfahren können. Seitdem hat sich der „Große Preis des Mittelstandes” der Oskar-Patzelt-Stiftung als private Initiative schrittweise – völlig ohne staatliche Finanzierung und ausschließlich ehrenamtlich organisiert – zu einem der wichtigsten deutschen Wirtschaftspreise entwickelt. Die bevorstehende Aufgabe von der Idee zur Umsetzung war gewaltig. Experten schätzten die Markteinführungskosten auf mehrere Millionen D-Mark. Als Existenzgründer hatte Dr. Helfried Schmidt solche Summen nicht zur Verfügung. Es musste anders gehen. Es musste gelingen, Menschen für die Idee zu begeistern, ehrenamtliches Engagement auszulösen, eine Initiative zu begründen und auf diese Weise fehlendes Kapital zu kompensieren. Begeisterung steckt an Helfried Schmidt und Petra Tröger begeisterten von dieser Idee zahlreiche Persönlichkeiten, die mit ehrlichem Wollen und heißen Herzen die Initiative deshalb unterstützen wollten, weil sie sie selbst für notwendig hielten. So entwickelte sich das besondere Charisma, die Seele, die Authentizität, die Ausstrahlung dieser Initiative, aus dem Mittelstand und für den Mittelstand, ohne staatlichen Auftrag, ohne Steuergelder, ohne Millionenbudgets von Großunternehmen, bodenständig, kreativ, vorausschauend. So kam es 1994 zur Gründung einer Koordinierungsgruppe aus Mitgliedern von Regierungspräsidien, Kammern, Unternehmerverbänden, Kommunen und Wirtschaftsförderungsgesellschaften zur Einrichtung der Preisverleihung „Großer Preis des Mittelstandes”. Vor allem die Kommunen griffen damals die Möglichkeit auf, sich mit einer Nominierung zum Wettbewerb bei den Unternehmen zu bedanken, die sich mit hohem Einsatz, riskanten Investitionen und vielfältigem Engagement für die Arbeits- und Ausbildungsplätze der Region stark machten. Mehr als 120 Firmen wurden nominiert. Erfolg motiviert Im März 1995 fand dann die erste Galaveranstaltung zur Verleihung des „Großen Preis des Mittelstandes” statt. Bereits zu dieser ersten Preisverleihung 1995 war die Resonanz überwältigend. Der damalige Ministerpräsident von Sachsen, Prof. Dr. Kurt Biedenkopf, übernahm die Schirmherrschaft und hielt die Festrede. 300 Gäste folgten der Einladung ins Leipziger Rathaus. Dabei ging es lediglich um ein paar Auszeichnungen für Firmen des damaligen Regierungsbezirkes Leipzig. Der Erfolg motivierte die Initiatoren. Im Folgejahr sollte der Wettbewerb auf ganz Sachsen und Sachsen-Anhalt ausgedehnt werden. So geschah es dann auch. Die Verwaltungen der Regierungsbezirke Chemnitz und Dresden waren außerordentlich kooperationsbereit. Gleiches gilt für die damalige Regierungspräsidentin des Regierungsbe- zirks Halle, Ingrid Häußler. Sie arbeitete 1996 selbst in der Jury für Sachsen- Anhalt mit. 1998, als Ministerin für Raumordnung und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, wurde Ingrid Häußler Gründungsmitglied des ersten Kuratoriums der Oskar-Patzelt-Stiftung. Im Mai 1996 richtete Ingrid Häußler ein Grußwort an die rund 600 Gäste der zweiten Preisverleihung im damaligen Leipziger Treff-Hotel. Es hat bis zum heutigen Tag nichts an Aktualität eingebüßt: „Wenn es um den Mittelstand geht, fällt mir ein leider allzu realistischer Spruch ein: Gerät ein 10.000-Mann-Unternehmen in Schwierigkeiten, kommt der Ministerpräsident oder sogar der Kanzler. Gerät ein 1.000-Mann-Unternehmen in Schwierigkeiten, kommen der Bürgermeister und der Banker. Gerät ein kleinerer Mittelständler in Schwierigkeiten, kommt nur der Gerichtsvollzieher. Dass sich diese Situation ändert, dafür steht auch der „Große Preis des Mittelstandes“, den wir heute verleihen werden.“ … nur stellvertretend … Der „Große Preis des Mittelstandes“ war von Anfang an ein nützliches Instrument, mit dem der Mittelstand als Ganzes gewinnt, auch wenn stets nur wenige der Nominierten am Ende auf der Bühne ausgezeichnet werden können. Bei jeder Preisverleihung betont Stiftungsvorstand Dr. Helfried Schmidt die Worte, die Lothar Späth in seinem Grußwort bereits 1996 fand: „Eigentlich hätte jeder Mittelständler einen „Großen Preis des Mittelstandes“ verdient.“ Insofern stehen die Ausgezeichneten nur stellvertretend für vieltausendfaches mittelständisches Engagement. Sie tragen mit der fast fünf Kilogramm schweren Bronzeskulptur eine besondere Verantwortung mit nach Hause: Alles zu tun für ein Erstarken gesunder mittelständischer Wirtschaftsstrukturen und damit für Deutschlands Zukunft. Die zehn Preisträger des Jahres 1995 ahnten damals nicht, dass sie am Anfang einer 25jährigen Erfolgsgeschichte stehen würden. Respekt und Achtung vor den Erfolgen des Wettbewerbers in der eigenen Branche, in der eigenen Region und auch darüber hinaus gehört zum Unternehmerleben dazu. Nicht jeder kann Preisträger werden, aber alle sind Gewinner des Wettbewerbs. Volles Haus beim Mittelstands-Ball Nachdem 1996 bereits 600 Gäste der Einladung zur Preisverleihung gefolgt waren, musste ein neues Konzept her. Denn bisher wurde der Abend ohne Eintrittsgelder organisiert. Auf Dauer konnte aber niemand einen so exklusiven Abend für mehrere hundert Gäste nur auf Kosten von Sponsoren erleben. Das würde scheitern. Aus diesem Grunde folgte der dritten Auszeichnungsgala 1997 erstmals ein Mittelstands-Ball. Das Veranstaltungsgelände war exklusiv ausgewählt: Die Glashalle der Leipziger Messe. Als Moderatorin trat die damalige Tagesschausprecherin Dagmar Berghoff auf. Ein Orchester aus Halle, eine Boygroup, eine Modenschau, ein Ballett und als Stargast des Abends Deborah Sasson traten auf. Obwohl im selben Jahr der Leipziger Opernball mangels Teilnahme ausfiel, folgten über 1.000 Gäste der Einladung der Oskar-Patzelt-Stiftung zur Auszeichnung der besten mittelständischen Unternehmen aus Sachsen und Sachsen-Anhalt. Auch die Anzahl der nominierten Unternehmen hatte sich auf 480 vervierfacht. Es wurde Zeit, der Initiative eine Schirmherr und Referent des 3. Wirtschaftssymposium war der damalige Bundeswirtschaftsminister Günter Rexrodt 15

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