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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Energie in Eigenregie

Energie in Eigenregie Wirtschaft PT-MAGAZIN 4/2016 46 Die Zahl der öffentlichen Energieversorger stieg zwischen 2003 und 2012 um 17 Prozent. Die Zahl der privaten Versorger stieg im selben Zeitraum um 49 Prozent – ist damit also fast dreimal so stark. Das belegt eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). „Von einer Verdrängung privater Energieversorger durch Rekommunalisierungen kann keine Rede sein“, sagt Astrid Cullmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Unternehmen und Märkte des DIW Berlin. Gemeinsam mit Maria Nieswand, Stefan Seifert und Caroline Stiel hat sie erstmals verfügbare Energiestatistiken und Jahresabschlüsse öffentlicher Fonds, Einrichtungen und Unternehmen sowie das Unternehmensregister ausgewertet. Auch die Umsatzentwicklung der Unternehmen liefert keine Anzeichen für einen Rekommunalisierungstrend. Im Gegenteil: Die öffentlichen Versorger haben weitere Umsatzanteile verloren. Sie erwirtschafteten 2012 nur noch etwas mehr als ein Viertel der Umsätze im Energiesektor, obwohl sie die Mehrheit der Unternehmen stellen. Dass die Zahl sowohl der öffentlichen als auch der privaten Energieversorger insgesamt immer weiter steigt, liegt nicht zuletzt © Mimi Potter / Fotolia Immer mehr Städte und Gemeinden in Deutschland erzeugen und vertreiben Strom, Gas und Wärme wieder selbst. an Umstrukturierungen der Branche im Zuge der Energiewende. So werden viele Unternehmen neu gegründet oder Bereiche aus bestehenden Unternehmen ausgelagert, um neue Geschäftsfelder und Technologien zu erschließen. Keine Effizienzunterschiede zwischen öffentlichen und privaten Energieversorgern In einer zweiten Studie haben Cullmann, Nieswand, Seifert und Stiel untersucht, ob private Energieversorger effizienter wirtschaften als staatliche Energieunternehmen. Entgegen der landläufigen Vermutung ist dies jedoch nicht so. „Unsere Analysen zeigen, dass kommunale Energieunternehmen ihre Leistung ebenso effizient erstellen wie private Unternehmen“, sagt Nieswand. „Das gilt nicht nur für den wettbewerblich organisierten Stromvertrieb. Auch die kommunalen Netzbetreiber arbeiten genauso effizient wie die privaten.“ Kritiker argumentieren immer, dass öffentliche Unternehmen ihre Netze weniger effizient betreiben würden. „Das Ergebnis unserer Studie ist insofern bemerkenswert, als dass öffentliche Unternehmen anders als private nicht auf reine Gewinnmaximierung abzielen, sondern weitergehende Interessen verfolgen“, erklärt Stiel. So haben

Sind wir mitten in einem Rekommunalisierungstrend? die kommunalen Unternehmen auch energie- und klimapolitische und nicht zuletzt fiskalische Ziele. Soll nun die Energieversorgung generell wieder in die öffentliche Hand zurückgeführt werden? Cullmann, Nieswand, Seifert und Stiel weisen darauf hin, dass aus ihrer allgemeinen Analyse keine unmittelbaren Rückschlüsse auf die Rekommunalisierungsvorhaben einzelner Kommunen zu ziehen sind: Rekommunalisierung müsse immer eine Einzelfallentscheidung sein. Trinkwasserversorgung: kaum Kostenvorteile durch Unternehmenszusammenschlüsse Einen weiteren Bereich hat der DIW- Wissenschaftler Michael Zschille in einer dritten Studie untersucht: die Entwicklung der Wasserversorgungsunternehmen. Mehr als 6.000 von ihnen gibt es insgesamt in Deutschland – die Monopolkommission hat daher bereits in der Vergangenheit eine Konsolidierung des Sektors empfohlen. Die Ergebnisse der DIW-Analyse deuten allerdings eher nicht darauf hin, dass größere Versorger kostengünstiger arbeiten und Trinkwasser zu niedrigeren Preisen anbieten können. Ausnahmen gab es nur in Einzelfällen – etwa bei sehr kleinen Unternehmen. Zschille spricht sich daher gegen eine Zusammenlegung von Trinkwasserversorgungsgebieten und -unternehmen in Deutschland aus: „Das würde vermutlich zu Nachteilen für die Versorger sowie Verbraucherinnen und Verbraucher führen.“ ó Wirtschaft PT-MAGAZIN 4/2016 47 hochgenau temperieren von -125 bis +425 °C F I N A L I S T Großer Preis des MITTELSTANDES Top-Arbeitgeber 2016 F I N A L I S T Großer Preis des MITTELSTANDES Wir bilden aus! Wir gelten als Technologieführer für hochgenaue Temperierlösungen in Forschung und Industrie. Unsere Produkte temperieren wissenschaftliche Versuchsaufbauten, Forschungsanlagen und Produktionsprozesse auf Temperaturen von -125 bis +425 °C. Einsatzgebiete für unsere Temperiergeräte gibt es z.B. in den Bereichen Materialprüfung, Umweltsimulation, Chemietechnik, Fahrzeugbau und Pharmaforschung. Peter Huber Kältemaschinenbau GmbH • 77656 Offenburg • Telefon 0781 9603-0 • www.huber-online.com

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