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P.T. MAGAZIN 06/2014

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Der französische

Der französische Patient Wirtschaft Grafik R.Eichner-Ernst/OPS Netzwerk GmbH 74 Das südländische Verständnis von soliden Finanzen treibt uns alle in den Abgrund. Die EZB, Frankreich und Italien machen den Euro zur Weichwährung. „Demokratie hin, Demokratie her, Wahlen hin und her, repräsentative Demokratie kann nur erfolgreich sein, wenn irgendeiner sich hinstellt und sagt: So ist das. Ich verbinde meine Existenz mit diesem politischen Projekt." Helmut Kohl zur Einführung des Euro Die Einführung des Euro war der Preis, den Deutschland für die Vereinigung zahlen musste. Helmut Kohl machte uns die neue Währung schmackhaft, indem er den Vertrag von Maastricht als deutschen Sieg und den Euro als so stark wie die DM anpries. Die Südländer verfolgten aber von Beginn an das Ziel, den Euro eher als Nachfolgewährung zu Franc und Lira anzusehen. Der hauptsächliche Unterschied zwischen beiden Philosophien: die DM schützte die Wirtschaft mit einer stabilen, kalkulierbaren Währung, die Sparer und Rentner mit einer garantierten Werthaltigkeit. Die Club-Med-Länder folgten einer „Nachuns-die-Sintflut-Strategie“, gezeichnet durch Schuldenrausch, Inflation und Abwertungen. Das so entstandene Wohlstandsgefälle zwischen Süd und Nord, so der Plan, sollte durch eine Verstrickung Deutschlands und anderer solider Staaten in die Schuldentilgung ausgeglichen werden. Der Plan wird gelingen. Die europäische Zentralbank EZB mit dem Italiener Draghi an der Spitze vollzieht nach 13 Jahren Euro nun, was immer geplant war. Durch eine Null- Zins-Politik, unbegrenztem Gelddruck, dem Ankauf von eigentlich wertlosen Staatspapieren der potentiellen Pleiteländer und jetzt auch gebündelten Bankkredit-Papieren (wie damals in Amerika mit den Hypotheken) wird die EZB zum Komplizen der Versager-Regierungen und treibt Deutschland (mit einem Gesamthaftungsanteil von ca. 40%) in die Schuldenfalle. Frankreich und Italien haben es versäumt, Ihren Arbeitsmarkt zu reformieren, die Wirtschaft von verkrusteten Strukturen zu befreien und die Gängelei durch die Gewerkschaften einzuschränken. Billige Anbiederei beim Wahlvolk zählt mehr als Ehrlichkeit und entschlossenes Handeln. Der italienische Premier Renzi gibt den schneidigen Dynamiker aber Italien trickst munter weiter, Frankreichs Regierung knickt schon bei den kleinsten Reförmchen vor den Linken ein. Billiger ist es, Deutschland des Spardiktats, der „Austerität“, anzuklagen. Dabei hat Frankreich noch keinen Cent eingespart. Und jetzt kommt der ironische Höhepunkt: der französische und kürzlich entlassene Finanzminister Moscovici wird wohl neuer Finanzkommissar der EU, ein Verschuldungs-Mann der in seiner Amtszeit keinen einzigen EU-konformen Haushalt auf die Beine gestellt hat. Da wird die Erwartungshaltung in Rom und Paris, sich zu Lasten Deutschlands zu sanieren, nochmals wachsen. Die EZB verkommt zur Bad Bank, die Rezession klopft in Deutschland an, unser Haftungsrisiko steigt und die Wirtschaftsleistung Europas liegt auf dem Stand von 2008. Aufwachen Leute, uns wird mit der Rente63 und sonstigem Sozialklimbim nur Sand in die Augen gestreut, statt wirkungsvoll EZB und EU auf dem Katastrophenkurs auszubremsen und die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu fördern. Na ja, auf der Titanic spielte die Tanzkapelle ja auch bis zum Schluss. ■ Günter Morsbach Über den Autor Journalist und Kolumnist Günter Morsbach ist Herausgeber des „Reitenden Boten“, der kürzesten Wochenzeitung der Welt. P.T. MAGAZIN 6/2014

Esco – denkanstößig Über den Autor ■ Menschen. Marken. Märkte. Kreative Kommunikation. Esco Schrader – der Markenmann. Weissekreuzstr. 18 30161 Hannover Fon +49 (0)511 – 3 88 01 17 Fax +49 (0)511 – 3 88 01 17 Mail: esco-schrader@freenet.de Bild: DAVIN TAYLOR Markenkommunikation GmbH Stellenanzeigen? Machen Sie doch mit links! P.T. MAGAZIN 6/2014 Eine Stellenanzeige gilt dann als erfolgreich, wenn sie Ihnen einen möglichst großen Haufen zusätzlichen Papierkrams auf den Schreibtisch schaufelt. Hirnverbranntes Geld. Stellenanzeigen sollen nicht möglichst viele Bewerbungen bringen, sondern die wenigen, aber genau richtigen, passend zur ausgeschriebenen Position! Daran, nur daran sollte der Erfolg gemessen werden! Ein klassisches Beispiel: In der Londoner Presse erschien folgende Anzeige (in sinngemässer Übertragung): „Männer gesucht für gefahrvolle Reise. Niedrige Entlohnung, bittere Kälte, lange Monate in vollständiger Dunkelheit, ständige Gefahr, sichere Rückkehr zweifelhaft. Ehre und Anerkennung im Erfolgsfall.“ Inserent war Sir Ernest Shackleton, der berühmte Antarktis- und Polarforscher. Er fand für seine nächste Expedition die wenigen richtigen Männer, die er brauchte: Beinhart, abgebrüht, gewöhnt an den täglichen Überlebenskampf. Sir Ernest hätte auch so schreiben können: „Adliger Abenteurer bietet ambitionierten Himmelsstürmern Gelegenheit zur 'Einmal-im- Leben-Reise'. Herausforderungen und Kameradschaft in exotischer Umgebung erwarten Sie. Ungewöhnliches Honorar-Paket schließt freie Reisekosten und die Aussicht auf Unsterblichkeit ein.“ Was hätte er darauf bekommen? Wahrscheinlich hunderte Bewerbungen, - alles Weicheier, die bei den ersten Minusgraden gejammert hätten, beim ersten Schneesturm aus den Latschen gekippt wären. Zwischen-Fazit: Es lohnt sich, auch in Stellenanzeigen klar und wahr zu sein. Ein Beispiel – für Sie kostenlos zum Abschreiben oder Nachmachen! „Völlig demotiviertes Unternehmen sucht Vorstandsvorsitzenden. Der Bewerber muss geschickt genug sein, täglich eine Riege selbstverliebter Vorstandsmitglieder zu überlisten, energisch genug, um ein Jahrzehnt unternehmerischer Selbstzufriedenheit zu überwinden, dickfellig genug, um den täglichen Hohn der Fachpresse zu ignorieren, diplomatisch sanft genug, um desillusionierte Investoren und Aktionäre ruhig zu stellen, und pragmatisch genug, um zu wissen, dass seine Erfolgsaussichten minimal sind. Einzig gut an Allem ist nur das Gehalt, - so lange es dauert...“ Fazit: Ach, wissen Sie - machen Sie ihre Stellenanzeigen vielleicht doch lieber weiter mit links...

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