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P.T. MAGAZIN 06/2012

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

100.000 Masterpläne Es

100.000 Masterpläne Es sind die 100.000 besten, kleinen und mittelständischen Firmen, die dieses Land immer wieder voran bringen Wirtschaft Sind es ausschließlich die DAX-30-Unternehmen, die Deutschland nach der Krise im internationalen Vergleich so gut dastehen lassen? (Foto: Wikimedia/CC-3.0/Dontworry) Wenn man danach fragt, warum Deutschland international betrachtet trotz der Wirtschaftskrisen der letzten Jahre so gut dasteht, dann denken viele an die berühmten Großunternehmen wie Volkswagen, Siemens oder Lufthansa. Aber: So bedeutend sind die Unterschiede zwischen unseren DAX-30-Unternehmen und den Großunternehmen anderer Länder nicht wirklich. Der Letzte seiner Zunft Den Unterschied machen auch nicht die Masterpläne von Behörden und Institutionen in Berlin oder Brüssel aus. Egal ob hier eher technokratisch, bürokratisch oder neosozialistisch gedacht wird: Es bleiben planwirtschaftliche Masterpläne mit allen Vor- und Nachteilen zentralistischer Perspektiven und Instrumentarien. Wir haben großes Glück, dass unter all den Planwirtschaftlern in unseren Regierungsebenen wenigstens an der Spitze der Bundesbank mit Jens Weidmann jemand steht, der unerschütterlich an der Geldwertstabilität des Euro festhält. Er, der nahezu Letzte seiner Zunft, wurde deshalb als „Wirtschaftsförderer des Jahres“ 2012 ausgezeichnet. Die Macht der 100.000 Masterpläne Den wirklichen Unterschied zwischen Deutschland im Verhältnis zu Frankreich, Griechenland, Italien und auch zu den USA macht der unternehmerische Mittelstand: Es ist die Macht der 100.000 Masterpläne, der 100.000 besten kleinen und mittelständischen Firmen, die dieses Land immer wieder voran bringen. Diese unternehmerische Tradition gehört zum kulturellen Erbe dieses Landes, sie ist ein Gemeingut im Sinne der „Commons“ der jüngst verstorbenen Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom. International und Heimat verbunden Diese Tradition muss – wie alle Traditionen – gepflegt werden, wenn sie erhalten bleiben soll, wenn sie nachhaltig über Generationen hinweg Nutzen stiften soll. Diese „industrial heritage“ wird in den Familienunternehmen von Generation zu Generation weiter gegeben. In den letzten 120 Jahren überstand der deutsche Mittelstand auf diese Weise zwei katastrophale Weltkriege, Staatszusammenbrüche, Regierungswechsel einschließlich des Wechsels von Demokratie zur Diktatur und zurück, Weltwirtschafts- und Finanzkrisen und auch die mit der Globalisierung der letzten 30 Jahre verbundenen Herausforderungen. Stets entwickelte er sich weiter, hochinnovativ, flexibel, risikobewusst, bei aller internationalen Ausrichtung stets der heimatlichen Region fest verbunden und dort verwurzelt. Die „Hidden Champions“ Prof. Hermann Simon hat mit dem Begriff der „Hidden Champions“ die internationale „Klasse“ dieses deutschen Mittelstandes beschrieben und in zahlreichen Fallstudien und Büchern analysiert. Er ist deshalb vor drei Wochen mit dem Titel „Mittelstands-Buch 2012 der Oskar-Patzelt-Stiftung“ ausgezeichnet worden. Doch nicht nur die globalen Wirtschaftskreisläufe, auch die nationalen und sogar die regionalen und lokalen Wirtschaftskreisläufe hängen viel weniger von einzelnen starken Großunternehmen oder kompetenten und sachkundigen Behörden und Institutionen ab, sondern vor allem von einem sich immer wieder erneuernden unternehmerischen Mittelstand. Nicht die Großunternehmen, nicht die Ministerien und Großbanken, sondern der unternehmerische Mittelstand trägt in Wahrheit dieses Land und seine Fähigkeit zur Wohlfahrtsgesellschaft. Die Flamme unternehmerischen Geistes Dazu gehören Unternehmen, die in ein oder zwei Generationen Hunderte oder sogar Tausende von Arbeitsplätzen aufgebaut haben: Erwähnt seien beispielhaft die Lindner Group, Iloxx oder die Heiligenfeld-Kliniken in Bayern, Solarworld und ONI in Nordrhein-Westfalen, Schoepe in Brandenburg, die Marburger Tapetenfabrik in Hessen oder die Jenaer ASI aus Thüringen. Dazu gehören altehrwürdige kleinere Firmen, die die Flamme unternehmerischen Geistes nie ausgehen ließen: Die älteste jemals ausgezeichnete Firma in diesem Wettbewerb ist die Fessler Mühle in Baden-Württemberg, deren Gründung ins 14. Jahrhundert zurückgeht, und die heute am selben Standort noch immer Korn mahlt, auch wenn sie davon allein heute nicht 46 P.T. MAGAZIN 6/2012

(Foto: iloxx AG) (Foto: Solarworld) Unternehmen, die in ein oder zwei Generationen Hunderte oder sogar Tausende von Arbeitsplätzen aufgebaut haben: Solarworld oder die iloxx AG mehr leben könnte und daher Fitness, Lifestyle und andere Geschäftsgebiete erobert haben. Es kommt auf die Nachhaltigkeit an Dazu gehören genossenschaftliche Rechtsformen, die als Hilfe zur Selbsthilfe auf die berühmten Namen Raiff eisen und Schulze-Delitzsch zurückgehen und in zahlreichen kleineren und auch größeren Strukturen oder in der regionalen Bankenstruktur fortleben. Dazu gehören nicht zuletzt Hightech-Schmieden wie die Urenco aus Gronau, deren Kapitalbedarf mitunter jenseits der Möglichkeiten von Einzelunternehmen, Gesellschaften oder Genossenschaften liegt. Es kommt im unternehmerischen Mittelstand weniger darauf an, wer Kapitaleigner ist. Es kommt vielmehr darauf an, dass mit einem hohen Maß an Nachhaltigkeitsund Risikobewusstsein unternehmerisch flexibel vor Ort entscheiden und gehandelt werden kann. Das ist in der Regel dort am ehesten gewährleistet, wo die Eigentümer- und die Geschäftsführungsfunktionen zu - sammenfallen: bei den Familienunternehmen, egal ob sie als eingetragene Kaufleute, als Genossenschaft, als Personen- oder als Kapitalgesellschaft firmieren. Viele Stunden diskutiert Der Wettbewerb „Großer Preis des Mittelstandes“ trägt dazu bei, diese Funktion des Mittelstandes für die Gesellschaft, für die Gemeinschaft, zu popularisieren, zu präsentieren, Mut zu machen, Mut für Existenzgründer, für Unternehmer, für die Beschäftigten im Mittelstand, für die Partnerstrukturen des unternehmerischen Mittelstandes bei den regionalen Kreditinstituten und den regionalen Behörden. Die Oskar-Patzelt-Stiftung meint, dass eigentlich alle Mittelständler einen Preis, eine Auszeichnung verdient hätten. Eigentlich gehören sie alle auf die Bühne und vor die Foto- und Fernsehkameras. Die Juroren haben sich in den vergangenen 18 Wettbewerbsjahren die Entscheidung nie einfach gemacht. Manches Mal wurde viele Stunden lang diskutiert, bevor man sich auf eine einheitliche Final-Entscheidung festlegen konnte. Seien Sie stolz! All denen, die bisher nicht als Finalist oder als Preisträger ausgezeichnet wurden, sei ausdrücklich gesagt: Seien Sie nicht enttäuscht! Im Gegenteil! Seien Sie stolz! Sie gehören zu den Besten! Sie gehören zu denen, die dieses Land tragen. Sie gehören zu denen, die anderen positiv aufgefallen sind, die deshalb von Dritten zu diesem – wichtigsten – deutschen Mittelstandswettbewerb nominiert wurden. Sie gehören zur Elite der Unternehmer in diesem Land. Es gibt für niemanden unter den Nominierten einen Grund, nicht stolz zu sein auf die eigenen und gemeinsam vollbrachten Leistungen. Die für den 18. Wettbewerb 2012 nominierten 3 589 Unternehmen beschäftigen zusammen rund 629.000 Mitarbeiter, was einer Steigerung in den letzten fünf Jahren - trotz Krise!! - von 28,3 Prozent entspricht. Ihre Ausbildungsquote beträgt 7,6 Prozent. Sie realisierten doppelt so viele Investitionen wie der Durchschnitt der KMU in Deutschland und verstärkten in vielen Fällen die Investitionen antizyklisch - gerade im Krisenjahr 2009. Sie erwirtschaften Steuer- und Abgabenzahlungen von 30 Mrd. Euro p.a. Opwerken! Der Wettbewerb und die Oskar-Patzelt- Stiftung, verstehen sich als Plattform nicht nur zur Präsentation von Erfolgen, sondern auch zum Kontakten, zur Geschäftsanbahnung, zum Netzwerken. In den achtzehn Jahren des Wettbewerbs gab es keinen Galaabend, zu dem sich nicht Menschen getroffen hätten, die sich zuvor nicht kannten, die einander plötzlich als Ergänzung, als Partner erkannten, die mit dem Anstoß dieses Abends miteinander nicht nur zu Bekannten, zu Freunden wurden, sondern auch Geschäfte miteinander machen konnten: im vier-, fünf-, sechsund siebenstelligen Bereich. Dafür hat sich ein eigenes Wort entwickelt: Opwerken. Christian Kalkbrenner macht in seinem neuen Buch darauf aufmerksam. Bei der Reflektion über Erreichtes und neue Aufgaben, bei der Kontaktpflege und –anbahnung wünscht die Stiftung Zielklarheit, viel Erfolg und das immer nötige Quäntchen Glück! n 6/2012 P.T. MAGAZIN 47

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