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P.T. MAGAZIN 06/2012

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Gesellschaft Der Euro

Gesellschaft Der Euro steht unter Druck und 1,41 Prozent in der Eurozone sowie 0,53 Prozent in der Schweiz. Anfang Juni 2012 ist die Umlaufrendite aller am Markt befindlichen Bundesanleihen auf das historische Tief von 0,92 Prozent gefallen (WamS 9.9.2012, Seite 45). Durch die Abgeltungssteuer sinkt diese Rendite netto um mehr als ein Viertel. (Foto: Lupo/pixelio.de) Rekordhalter nachhaltiger volkswirtschaftlicher Agonie Die deutschen Lebensversicherungen (91 Mio. Verträge) haben die Gelder der Versicherten zu einer Quote zwischen 86 und 98 Prozent in Rentenpapieren angelegt. Mit der genannten Rendite ist nicht einmal mehr der abgesenkte Garantiezins zahlbar. In Japan, das bereits früher in eine solche Lage kam, wurden Versicherungen insolvenzreif, man ließ sie aber überleben. Japan ist nun Rekordhalter nachhaltiger volkswirtschaftlicher Agonie mit über 200 Prozent Staatsverschuldung und 0-Zins-Politik. Selbst wenn Lebensversicherungen, Pensionskassen und Versorgungswerke auf andere Assetklassen umsteigen sollten, wird das kaum zu einer Renditeerhöhung führen. Gold hat sich seit sieben Jahren im Preis vervierfacht, in Bezug auf Anlageimmobilien ist zutreffend von einer Immobilienblase die Rede. Der amerikanische Aktien-Leitindex Dow Jones liegt knapp unter Allzeithoch, die Technologiebörse Nasdaq darüber. Deutsche Anleger lei- „ Bedeuten Branchenzuschläge mehr Verwaltung? Für Sie nicht. Weil wir wissen, wie es geht. Jetzt informieren! „ www.die-pa.de © Tulic, fotolia

Modern, leistungsfähig, effektiv und höchste Qualität Präzise Ihr Gewinn den noch unter den Folgen der durchweg insolventen Steuersparimmobiliengesellschaften und der sich verlustreich abwickelnden offenen Immobilien-Fonds. 2. Keine Änderung in Sicht Mit der Münchhausenlösung, dass sich Staaten bei sich selbst verschulden, indem die Zentralbanken die Anleihen kaufen und die Zinsen künstlich niedrig halten, ist die Inflationierung aller Vermögenswerte seit vier Jahren in vollem Gang, auch wenn der Warenkorb der statistischen Inflation davon zuletzt erfasst wird. Dies geschieht, wenn Lohnerhöhungen und Steuergeschenke nach den Lehren von Paul Krugman & Co. erfolgen, um sodann von Preiserhöhungen vernichtet zu werden. Legende von den Auflagen Die mantrahafte Ankündigung, die Geldmengenausweitungen seien vorläufiger Natur, ist nicht ernst zu nehmen. Denn die Geldkanonen beheben die Krise nicht. Sie schütten im Kern Subventionen aus und verstärken die Fehlallokationen zu Gunsten der Finanzwirtschaft. Die Neuordnung Europas, selbst wenn sie gelänge, wäre ein Neustrukturierung von Bürokratie, Demokratie, etc., aber kein Ende der Staatsschulden. Wie die USA zeigen, sind auch Vereinigte Staaten nicht geeignet, eine übermäßige Verschuldung zu verhindern. Nicht ernst zu nehmen ist auch Draghis Legende von den Auflagen, die vor dem Anleiheankauf zu erfüllen seien. Die EZB wird das Instrument Anleihekauf gerade dann nutzen, wenn ein Land behauptet, wegen der Schwere der Krise Auflagen nicht erfüllen zu können. Politik und Zentralbanken agieren zudem in dem Irrtum, der staatliche Befehl „Wirtschaft wachse“ werde erfolgreich, wenn er als Geldgeschenk an die Finanzwirtschaft erfolgt. Retter der letzten Instanz Die Rechnung bezahlen die Inhaber aller Assetklassen zuerst. Die deutsche Rente ist keine Hilfe, sie bleibt eine Spekulation auf Vollbeschäftigung in Deutschland und 45 Jahre durchschnittliche Lebensarbeitszeit, rentabel ab dem 91. Lebensjahr. Die Leistungsfähigkeit des deutschen Steuerzahlers als „Retter der letzten Instanz“ Europas wird, nach dem enttäuschenden ESM-Urteil des Bundesverfassungsgerichts, rascher an ihre Grenzen stoßen als viele erwarten. Die Frage lautet jetzt nur noch: Kommt der Euro als Weichwährung (Post-Vietnam-Szenario der US-Staatsschulden)? Oder kommt die dauerhafte Rezession, eingeleitet von einem liquiditätsverzögerten Double Dip nach dem vergleichsweise kleinen Crash 2008? Gravierende Umwälzungen Die geschilderten Verhältnisse werden zu gravierenden Umwälzungen führen und damit zu hoher Krisenanfälligkeit. Eine Exit-Strategie bestünde vermutlich nur noch in einem Austritt Deutschlands (als neue Schweiz mit der Option, die Mark an den Euro zu koppeln) oder in der Lösung von Olaf Henkel: Eine Eurozone mit stabilen Staaten, der Rest mit zwei Währungen. Ohne klare Lösung produziert das extrem teure staatliche Durchwursteln durch die Krise kein Vertrauen, so dass Investoren und Privatleute Geld zurückhalten, verstecken, ausgeben, usw., nur nicht in den Wirtschaftskreislauf einführen. Niemand hat Planungssicherheit, solange die verschuldeten Staaten kippen können. Das im Moment laufende volkswirtschaftliche Experiment, die Finanzmärkte „ewig“ mit Geld zu fluten, bis die Wirtschaft dem Tagesbefehl „Wirtschaft wachse“ gehorcht, ist zum Scheitern verurteilt. (Vereinfacht: “Don`t fight the Fed, but Fed, don`t fight the market”). ■ Volker Gallandi Über den Autor ■ Dr. Volker Gallandi ist Rechtsanwalt für Wirtschaftsstrafrecht ■ Seit 1988 führt er seine eigene Kanzlei mit heutigem Sitz in Gorxheimertal bei Mannheim (Foto: Volker Gallandi) • Maschinenbau • Werkzeugbau • Vorrichtungsbau • Sondermaschinenbau 6/2012 P.T. MAGAZIN 17 Röllgassgarten 6 · 35274 Kirchhain-Anzefahr www.aschenbrenner-gmbh.com

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