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PT-Magazin 05 2020

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Offizielles Magazin der Oskar-Patzelt-Stiftung. Titelthema: Meilensteine.

50 Wirtschaft

50 Wirtschaft Cash-Engpass durch Corona? Der Insolvenzinfarkt droht! 5 Fragen und 5 Antworten für eine bessere Liquidität Fehlende Liquidität bringt ein Unternehmen in ernstzunehmende Schwierigkeiten. Doch muss es daran unweigerlich zugrunde gehen? Selbstverständlich nicht – zum Glück! Es gibt genügend Unternehmen, die unterschiedliche – auch finanziell bedrohliche – Krisen gemeistert haben. Gewusst wie, kann ein erfolgreicher Umgang mit der knappen Liquidität mittel- und langfristig die Existenz sogar besser absichern als je zuvor. Zurzeit erleben wir Beschränkungen des Geschäftslebens in einem nie dagewesenen und dramatischen Ausmaß. Der Verkauf sinkt, Lieferketten sind unterbrochen, Liquidität fließt ab – dafür steigt die Unsicherheit: Reichen unsere finanziellen Mittel, um den laufenden Kosten und Forderungen nachzukommen? Wie lange halten wir durch? Für manche Unternehmer fühlt es sich gerade tatsächlich an wie im Krieg, ein täglicher Kampf ums Überleben. Wenn die Zukunft unvorhersehbar ist … handlungsfähig bleiben Normalerweise sind wir es im wirtschaftlichen Umfeld gewohnt, Ziele zu planen und diese umzusetzen. In weitgehend stabilen Umgebungen mag das funktionieren. Aber das ist nicht mehr der Fall. Die geringe Vorhersehbarkeit der Zukunft macht uns zu schaffen wie ein hohes Maß an (Noch-)Nicht-Wissen. Ist ein Unternehmen von einem Cash-Engpass bedroht, gibt es ganz klare Prioritäten: • Arbeite mit dem, was du hast – auch wenn wir uns etwas ganz anderes vorstellen oder wünschen. • Das Durchhalten steht erst einmal im Zentrum – die langfristige Strategie kann warten. • Die Schlüssel zum Überleben lauten: Schnelle Einschätzung der Situation, eine (gute) Entscheidung und Umsetzen! Cash ist King! Fehlender Gewinn tötet ein Unternehmen langsam, wie Krebs. Fehlende Liquidität tötet ein Unternehmen sofort, wie ein Herzinfarkt. Und das ist auch so, wenn von der Bilanzseite her vielleicht durchaus noch Gewinn zu verzeichnen ist. Kein Cash führt ein Unternehmen schnell in eine (über-)lebensbedrohliche Krise. Eine Studie von JPMorgan zeigt auf, dass kleine Unternehmen nur über einen ausreichenden Bargeldpuffer verfügen, um durchschnittlich 27 Tage im Geschäft zu bleiben, wenn sie kein Geld mehr verdienen. Ein Viertel der kleinen Unternehmen hält sogar weniger als 13 Cash Buffer Days in Reserve. Wann droht der Insolvenz-Infarkt? Cash-Management ist also immer erforderlich. Allerdings mit unterschiedlicher Intensität und abhängig davon, wie „eng“ die Liquidität gerade ist, oder, anders formuliert, wie gefährlich es ist oder zu werden droht. Zu beachten ist dabei: Cash ist dann – und nur dann – der Engpass des Unternehmens, wenn • alle anderen „Zutaten“ für erfolgreiches Geschäft gegeben sind und • nur das Geld fehlt, das erforderlich ist, um Material oder Fremdleistungen einzukaufen, um die (ausreichend!) vorhandenen Aufträge zu erfüllen. In diesem Fall können Aufträge nicht erfüllt werden, wodurch weniger Geld eingeht … Ein Teufelskreis. Allerdings führt eine Liquiditätsspritze dann – und nur dann – auch direkt dazu, dass das Geschäft wieder „flüssiger“ läuft. Fehlen dagegen die Aufträge oder ist am Beschaffungsmarkt das erforderliche Material nicht verfügbar, ist Cash NICHT der aktuelle Engpass des Unternehmens. PT-MAGAZIN 5 2020 MobiDes togo 3 Desinfektion war noch nie so einfach Desinfektion muss nicht zeitaufwendig sein, sondern kann ganz einfach im Spaziergang vorgenommen werden . Der MobiDes togo 3 vereint unsere erfolgreich eingesetzten Komponenten der Raumluftvernebelung nun auch in der mobilsten Variante - dem akkubetriebenen MobiDes togo 3 . Ob in der Kantine, der Bahn, im Offi ce, dem Flur oder dem WC – die Einsatzmöglichkeiten vom MobiDes togo 3 kennen kaum Grenzen. Weitere Infos fi nden Sie unter www.mobides.de Großer Kamp 12 // D-49692 Cappeln Tel. +49 (0) 44 78 - 94 190 41 // info@mobides.de www.mobides.de IDEE + UMSETZUNG

PT-MAGAZIN 5 2020 Wichtige Fragen und Antworten Falls es – eine Zeit lang – unmöglich ist, Aufträge oder das erforderliche Material zu bekommen, kann fehlende Liquidität die Existenz des Unternehmens bedrohen, weil es nicht mehr in der Lage ist, seine anderen finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen. Ausgehend von diesen Überlegungen gibt es wichtige Fragen und To-dos, die Unternehmen in Krisenzeiten und der Gefahr fehlender Liquidität kennen sollten: Wie kann die (noch vorhandene, knappe) Liquidität geschützt und bestmöglich genutzt werden, um das Überleben des Unternehmens in und nach der Krise zu sichern? To-do: • Alle Cash-Abflüsse unterbrechen, die nicht erforderlich sind, um a) das Überleben des Unternehmens sicherzustellen und b) den aktuellen Durchsatz (!) zu sichern. • Alles andere sorgfältig überprüfen, ob es jetzt erforderlich ist. • Cash-Reserven verfügbar machen, auch wenn das (annehmbare) Kosten erzeugt (z. B. durch Skontierung) Wie müssen die Entscheidungswege und -kriterien im Unternehmen schnell angepasst werden, um die knappe Liquidität zu schützen und für die Zukunft zu nutzen? To-do: • Cash-Buffer (rot-gelb-grün) definieren. • Entscheidungswege und -kriterien festlegen in Abhängigkeit vom Buffer-Status (in der roten Zone gelten andere Regeln als in der grünen Zone). Wie kann – neben öffentlicher Förderung – zusätzliche Liquidität beschafft und sinnvoll eingesetzt werden (und zwar ohne sich in gefährliche Abhängigkeiten zu begeben)? To-do: Ausgehend von der Annahme, dass es wieder irgendeine Form von „Normalität“ geben wird, in der das Unternehmen wieder Geld verdienen kann: • Unternehmer/Eigentümer haben in der Vergangenheit Geld entnommen. Wenn sie das Unternehmen fortführen wollen, um damit zukünftig Geld zu verdienen, können sie jetzt Liquidität ins Unternehmen zurückbringen. • Mitarbeiter können durch Investition in ein an sich gesundes Unternehmen deutlich höhere Zinsen bekommen, als bei der Bank. Meist gibt es eine hohe Bereitschaft dazu. Vorausgesetzt die Mitarbeiter verfügen über Privatvermögen / eigene Cash-Reserven, die sie einbringen können. Wie behält das Management stets den vollen Durchblick? To-do: • Tägliches Review von „Days Cash On Hand“. • Trend, aktueller Stand und Prognose für 13 Wochen im Voraus. Wann muss das Management seinen Fokus verschieben – von „Cash“ auf einen anderen Engpass? • Wenn der Cash-Buffer nicht mehr „rot“ ist! Eine notwendige Voraussetzung dafür, dass ein Unternehmen nachhaltig Erfolg hat, ist, dass es (mehr und mehr) Geld verdient. Also der Durchsatz des Unternehmens (immer wieder) schneller wächst als die Betriebskosten. Um das zu erreichen, braucht das Management immer volle Fokussierung auf den gerade operativen Engpass. Das gilt erst recht in Krisensituationen, in denen sich der Engpass möglicherweise schneller ändert, als man sich das vorstellen kann. Auch wenn es schwer ist, weil wir durch schnelles Umfokussieren Maßnahmen gar nicht mehr umsetzen können, so ist es doch möglich – vor allem, wenn man sich bewusst macht: Alles andere beschädigt – gerade jetzt – das Unternehmen. ó Über den Autor Uwe Techt ist Geschäftsführer der VISTEM GmbH & Co. KG und gilt als Vorreiter im deutschsprachigen Raum für die Nutzung der Theory of Constraints (TOC) und des Critical Chain Projektmanagements. Als strategischer Denker für grundlegende Verbesserungen und Durchbruchsinnovationen ist der Topmanagement Coach auch gefragt als Speaker und Autor. Weitere Informationen unter www.vistem.eu Über 25 Jahre Erfahrung und Kompetenz in der Automatisierungs technik DELTA LOGIC-Know-how ist häufig im Einsatz, wo es Automatisierungstechnik und Steuerungen gibt. Unsere innovativen Hard- und Softwarekomponenten sind in allen Branchen und Sparten gefragt. Unabhängig, ob es sich um Getränke-Abfüllanlagen, Kühlräume auf Kreuzfahrtschiffen, Industrieofenanlagen oder komplett vollautomatische Fertigungsstraßen handelt. www.deltalogic.de

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