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PT-Magazin 05 2018

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

„Ich bin nur

„Ich bin nur schneller!“ Gesellschaft PT-MAGAZIN 5/2018 6 Hugo Eckener, Porträit von Alex Eckener Vor 150 Jahren am 10. 8. 1868 wurde der in seiner Heimat vergessene „International Hero“ Hugo Eckener geboren. Im Oktober 1924 überführte er non-stop erfolgreich den Zeppelin LZ126 als Reparationslieferung in die USA. Er brauchte knapp 75 Stunden für mehr als 9.000 Kilometer. Das sorgte im zivilen Luftschiffbau in Deutschland für einen Aufschwung. Ein Transatlantikflug bot in den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts den Komfort der ersten Klasse eines Ozeandampfers. Im Bordrestaurant servierte der Steward an gedeckten, blumengeschmückten Tischen mehrgängige © Christian Wolter 4 Sterne Menüs auf Designergeschirr zu einer großen Auswahl erlesener Weine. In der Lounge wurde Konzerten gelauscht - dargeboten auf einem Leichtmetallflügel. Im Salon durfte geraucht werden. Besonders gerne standen die Passagiere an den riesigen, aufklappbaren Fenstern und schauten auf Kirchtürme, Schlösser, fahrende Züge, Küstenlinien oder Delphine und Wale, die in der Tiefe vorbeizogen. Wer müde war, konnte sich in seine komfortable, ruhige Kabine mit fließend Warm- und Kaltwasser zurückziehen. Auch die Führergondel des Zeppelins erinnerte eher an die Brücke eines Schiffes, als an ein Cockpit. Der Kapitän stand hinter einem riesigen Steuerrad und blickte durch eine übermannshohe Rundumverglasung in die Wolken. Voraussichtlich wird man diesen Flair, den die Passagierluftfahrt gleich zu ihrem Beginn bot, nie wieder genießen können. Die Ära der Riesenzeppeline dürfte unwiederbringlich vorbei sein. Zu groß ist der Zeitvorteil des Flugzeugs. So dauerte die Reise von LZ 127 „Graf Zeppelin“ von Friedrichshafen nach Lakehurst bei New York mindestens 55 Stunden, nach Rio de Janeiro war der Fluggast im Durchschnitt 95 Stunden in der Luft. Ein Dampfer benötigte für die Strecke freilich 3 Wochen. Die prägende Persönlichkeit unter den Zeppelinkapitänen war Dr. Hugo Eckener. Der Name ist heute nur noch wenigen geläufig, doch damals war Eckener ein Weltstar. Im Oktober 1924 hatte das Luftschiff LZ 126 unter seiner Führung in 77 Stunden von Friedrichshafen aus im Non-Stop-Flug erstmals den Atlantik überquert. Als LZ 126 am 16.Oktober 1924 in Lakehurst landete, jubelten dort Hunderttausende, die mit dem Auto und 30 Extrazügen aus dem 100 Km entfernten New York angereist waren. Im dichten Konfettiregen, begleitet von hunderten berittenen Polizisten, rollte Eckener bald im offenen Wagen durch New Yorks Häuserschluchten. Zehntausende säumten die Strecke. US- Präsident Calvin Cooldige ließ es sich

PT-MAGAZIN 5/2018 nicht nehmen den „International Hero“ im Weißen Haus zu empfangen. Nur Charles Lindbergh hat nach seinem legendären Atlantikflug drei Jahre später eine vergleichbare Triumphfahrt erlebt. Der studierte Psychologe, Philosoph und Volkswirt war ursprünglich Journalist bei der „Frankfurter Zeitung“, dem Vorläufer der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Den Grundstein seiner Luftschifferkarriere legte ein Artikel am 19. Oktober 1900 in dem Eckener die Flugtauglichkeit der Starrluftschiffe des Grafen Zeppelin kritisierte. Daraufhin suchte ihn Graf Zeppelin in seiner Friedrichshafener Wohnung auf. Zwischen den beiden Männern entbrannte ein heftiges Streitgespräch. Schließlich lud Graf Zeppelin Eckener ein, sein Mitarbeiter zu werden. Als Ferdinand Graf von Zeppelin am 8.März 1917 in Berlin starb, erschien es als selbstverständlich, dass nur Hugo Eckener in die Fußstapfen des Grafen treten könne. Von allen „Silberzigarren“ brachte es der 236,6 m lange LZ 127 „Graf Zeppelin“ auf die größte Fahrleistung von unfallfreien 1.695.272 Fahrtkilometern. Am 15. Oktober 1928 war Hugo Eckener mit LZ 127 nonstop in die USA geflogen. Vom 15.8.-4.9.1929 unternahm Eckener eine Weltfahrt und umrundete erstmals mit einem Luftschiff die Erde. In Japan wie den USA führte die Zwischenlandung des Zeppelins zu Staatsakten und Volksaufläufen. Kaiser Hirohito empfing Eckener feierlich im Palast. Eckener wollte nun die Tauglichkeit des Zeppelins für einen regelmäßigen Passagierverkehr nach Südamerika nachweisen. Die typische Flughöhe eines Zeppelin liegt mit einigen hundert Metern voll im Wettergeschehen. Als problematisch galt die Zone bei etwa 5 Grad nördlicher Breite, in der der kühle Nordostpassat in die schwülwarme Kalmenzone eindringt. Hier toben fast unablässig schwere Gewitter. In solchen tropischen Regenböen war der Zeppelin Urkunde Äquatortaufe, Alex Eckener bisher unerprobt. Am 18.Mai 1930 startete er deshalb mit LZ 127 „Graf Zeppelin“ zu einer Dreiecksfahrt von Friedrichshafen über Rio de Janeiro nach New York und zurück nach Friedrichshafen. Die Fahrt ging zunächst das Rhonetal hinunter über Gibraltar nach Sevilla, um dort zwischenzulanden. Der weitere Kurs führte über Teneriffa und die Kapverdischen Inseln. Es war eine mondlose Nacht als LZ 127 blind in die befürchteten regenschwangeren Böen hineinstieß und mit Tonnen von Wasser begossen wurde. Eckener: „Es war zeitweise so, als ob wir durch eine Art Niagarafall führen“. Doch alles ging gut. Für die Fahrgäste war © Christian Wolter selbst diese kritische Phase im Luftozean leichter zu ertragen als schwere See auf einem Dampfer. Erst am folgenden Tag wurden die Passagiere des „fliegenden Hotels“ tatsächlich nass. Bei der Äquatorüberquerung wurden die Damen mit Kölnisch Wasser bespritzt, die Herren mit Selterswasser. Dazu erhielten die Passagiere eine Taufurkunde, die von Eckeners Bruder Alex, Professor und Direktor an der Kunstakademie Stuttgart, gestaltet war. Als das Luftschiff mit dem monotonen Brummen der fünf Maybach-Motoren mit insgesamt 2650 PS in der Morgensonne über der traumhaft schönen Bucht von Rio kreuzte, begrüßte es die 7 Gesellschaft

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