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PT-Magazin_05_2017

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Bohnen, Erbsen, Soja &

Bohnen, Erbsen, Soja & Co. EU-Projekt will Anbau von Hülsenfrüchten in Europa vorantreiben PT-MAGAZIN 5/2017 Südwestdeutschland 60 Weniger Importe, weniger Dünger, mehr Nachhaltigkeit – es gibt gute Gründe, den Anbau von Hülsenfrüchten in Europa auszuweiten. Bisher wachsen die wertvollen Eiweißpflanzen hier nur auf wenigen Flächen. Das EU-Projekt TRUE mit Partnern aus zehn Ländern will das ändern. Mit von der Partie sind Forscher der Universität Hohenheim. Sie nehmen Fallbeispiele unter die Lupe, loten die wirtschaftlichen Auswirkungen aus und sorgen für einen Wissensaustausch zwischen den Projektpartnern. Über 540.000 Euro erhalten sie dafür aus dem Fünf-Millionen-Projekt – ein Schwergewicht der Forschung an der Universität Hohenheim. Sie sind eine wertvolle Proteinquelle für Mensch und Tier: Hülsenfrüchte wie Erbsen oder Bohnen sind besonders für Vegetarier wichtig auf dem Speisezettel, und Soja ist aus der Tierernährung nicht mehr wegzudenken. Europa hat dabei jedoch ein Problem: Hülsenfrüchte – auch Körnerleguminosen genannt – wachsen nur auf gut zwei Prozent der Ackerflächen, so dass die EU in hohem Maße auf Importe angewiesen ist. Das will das neue, europaweite Forschungsprojekt TRUE (TRansition paths to sUstainable legume-based systems in Europe) ändern, an dem Pflanzenbau-Experten, Agrarökonomen und das Forschungszentrum für globale Ernährungssicherung und Ökosysteme (GFE) der Universität Hohenheim beteiligt sind. Insgesamt haben sich in dem Projekt 24 Projektpartner aus zehn europäischen Ländern und Kenia zusammengeschlossen, um Anbausysteme und Nahrungsmittelketten in der EU zu untersuchen. Hülsenfrüchte reduzieren Bedarf an Mineraldünger Leguminosen haben eine Eigenschaft, die ökonomisch und ökologisch von großem Vorteil ist: Sie binden mit Hilfe von Bakterien in ihren Wurzelknöllchen den Stickstoff der Luft. „Sie produzieren ihren Dünger gewissermaßen selbst und verbessern den Boden für die nachfolgenden Kulturen“, erklärt apl. Prof. Dr. Sabine Gruber, Pflanzenbau-Expertin an der Universität Hohenheim. Gemeinsam mit Dr. Sabine Zikeli, Koordinatorin für ökologischen Landbau und Verbraucherschutz der Universität Hohenheim, führt sie zwei der insgesamt 24 Fallstudien des Projektes durch. Die Erfolgsgeschichten von Linsen und Soja stehen im Fokus der Forscherinnen. „Sojaanbau gab es früher in Deutschland überhaupt nicht, und Linsen wurden nach den 1950er Jahren kaum noch angebaut“, so Gruber. „Doch in den letzten Jahren hat der Anbau bei beiden Pflanzenarten zugenommen. Bei Linsen wohl deshalb, weil die Verbraucher regionale Produkte heute sehr schätzen. Bei der Sojabohne, die eigentlich sehr wärmebedürftig ist, haben wir heute Sorten, die mit unserem kühleren Klima zurechtkommen. Und der Klimawandel tut ein Übriges.“ Leguminosen-Anbau vor allem bei Öko-Betrieben beliebt „Soja wird vor allem in Biobetrieben immer häufiger angebaut“, fügt Zikeli hinzu. „Das ermöglicht kurze Lieferwege durch regionalen Anbau, mehr Unabhängigkeit von Importen und mehr Sicherheit, denn Bio-Kunden wollen keine gentechnisch veränderte Soja. Da deren Anbau in Deutschland verboten ist, gehen die Erzeuger und Verarbeiter hier kein Risiko ein. Außerdem profitiert die Sojabohne vom steigenden Interesse an veganer Ernährung – viele Bio- Sojabohnen werden zu Tofu verarbeitet und nicht zu Tierfutter.“ Die Daten der Wissenschaftlerinnen sollen helfen, bes- Genossenschaftliche Beratung – Beratung, die anders ist. Von Mittelstand zu Mittelstand Bei uns als Genossenschaftsbank stehen Sie als Kunde und Mitglied mit Ihren Wünschen und Zielen im Mittelpunkt. Wir beraten Sie persönlich, individuell, fair, transparent und partnerschaftlich. Bankdienstleistungen orientieren sich bei uns an Ihren Bedürfnissen. www.voba-moeckmuehl.de

© piyaset - stock.adobe.com ser zu verstehen, warum gerade diese beiden Leguminosen so erfolgreich sind. „Das kann auch anderen Leguminosen den Weg bereiten“, ist sich Gruber sicher. „Die Kichererbse steht bereits in den Startlöchern.“ Ökonomie und Ökologie im Fokus der Forscher Die wirtschaftliche Seite des Leguminosen-Anbaus betrachten an der Universität Hohenheim die Agrarökonomen rund um Prof. Dr. Enno Bahrs und Prof. Dr. Christian Lippert. „Der Mangel an Ertragssicherheit und mangelnde Wirtschaftlichkeit gelten bislang als die größten Hemmfaktoren“, berichtet Dr. Beate Zimmermann vom Fachgebiet Landwirtschaftliche Betriebslehre. „Wir wollen wissen, welche wirtschaftlichen Auswirkungen eine Ausweitung des Anbaus hätte und wie es mit der Wettbewerbsfähigkeit aussieht.“ Die Forscher stellen anhand der Daten typischer Betriebe einer Region zunächst die Ist-Situation dar und simulieren anschließend am Computer, wie neue Produktionsverfahren, stabilere Erträge oder Preise die Wettbewerbsfähigkeit des Leguminosenanbaus verändern würden. „Auch die Auswirkungen verschiedener politischer Förderinstrumente beziehen wir ein“, erklärt Zimmermann. Wichtig sei auch die Akzeptanz bei den Landwirten. „Vor allem in Bezug auf die Ertragsvarianz möchten wir wissen, welches Risiko Landwirte bereit sind einzugehen.“ Hinzu kämen bei der Betrachtung auch ökologische Größen wie Treibhausgasemissionen oder Stickstoff-Bilanz. Austausch mit Praxis und Politik sicherstellen Koordiniert werden die Arbeiten an der Universität Hohenheim am Forschungszentrum für globale Ernährungssicherung und Ökosysteme (GFE). „Bei TRUE ist uns der Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis besonders wichtig“, betont der Koordinator des Teilprojekts Henrik Maaß vom GFE. Dazu organisiert das Forschungszentrum Veranstaltungen, an denen sich die Projektpartner mit Landwirten, Firmen, Organisationen und Verbrauchern treffen. Neuigkeiten verbreiten sie zum Beispiel über Newsletter oder Social Media-Kanäle. Bis zum Ende des Projektes soll so ein europaweites Leguminosen-Netzwerk entstehen. Auch der Dialog mit der Politik hat einen hohen Stellenwert in dem Projekt. „Ein konkretes Ziel des Projektes ist die Erarbeitung von politischen Empfehlungen“, erklärt Alicia Kolmans, Leiterin des GFE, „etwa für Förderinstrumente im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU, die die Wettbewerbsfähigkeit der Leguminosen-Anbauer gewährleisten.“ ó Über den Autor Henrik Maaß, ausgebildeter Landwirt und Masterabschluss in Ökolandbau, ist im Forschungszentrum für Globale Ernährungssicherheit und Ökosysteme der Universität Hohenheim für die Koordinierung des Arbeitspaketes „Wissensaustausch und Kommunikation“ im TRUE-Projekt zuständig. www.true-project.eu (Projekt-Homepage) 61 PT-MAGAZIN 5/2017 Südwestdeutschland CAD/CAM über CATIA, Tebis, DepoCAM und AutoCAD-Inventor CNC-Fräsen auf NC-Fräsmaschinen 3-/4-/5-Achsen bis 5000 x 3000 x 1500 mm CAQ mit Messbereich bis 3000 mm über Wenzel CNC- und Stiefelmayer Messmaschine (PowerInspect), sowie mit Faro Messarm (CATS Mess-Software) HFM sagt Danke! Die HFM Modell- und Formenbau GmbH wurde als Finalist beim „Großen Preis des Mittelstandes“ der Oskar-Patzelt-Stiftung ausgezeichnet. Der Wettbewerb fand bereits zum 22. Mal statt. Dieses Jahr waren 4.796 Unternehmen nominiert. Wir möchten uns bei der Jury und bei unseren Mitarbeitern bedanken, ohne die dies nicht möglich gewesen wäre. F I N A L I S T Großer Preis des MITTELSTANDES HFM Modell- und Formenbau GmbH | Ostergasse 10 | 88356 Ostrach / Kalkreute hfm-modellbau.de | schnetz-formenbau.de | nhw3d.de

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