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PT-Magazin_05_2017

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Eigentumsvorbehalt

Eigentumsvorbehalt sichern ‚Kleine‘ Formulierung mit großer Wirkung PT-MAGAZIN 5/2017 Wirtschaft 38 Einen Satz wie „Die Ware bleibt bis zur vollständigen Bezahlung im Eigentum des Verkäufers.“ hat wahrscheinlich jeder schon einmal gelesen, vielleicht stand er auf einem Angebot, einer Auftragsbestätigung usw. „Aber immer noch ist zu wenigen bekannt, was sich hinter dieser Formulierung verbirgt“, weiß Bernd Drumann, Geschäftsführer der Bremer Inkasso GmbH. „Noch längst nicht alle Unternehmer treffen Vereinbarungen zu dem so genannten Eigentumsvorbehalt, um den es im oben erwähnten Satz geht oder wissen, wo und wie so eine Vereinbarung in die Geschäftsabläufe und -papiere einfließen sollte. Die richtige Formulierung und Anwendung aber kann den Unternehmer u. U. vor Schaden bewahren“, so Drumann - im Folgenden mit ein paar Tipps und Erklärungen zum Thema. Eigentum und Besitz ist nicht dasselbe „…und den Unterschied sollte man kennen“, so Drumann, „dann ist auch der Begriff ‚Eigentumsvorbehalt‘ besser zu verstehen. Besitz bedeutet, dass man die tatsächliche Herrschaft über eine Sache hat. Eigentum bedeutet, dass einem eine Sache rechtmäßig gehört. Man kann also etwas in seinem Besitz haben, was rechtlich aber einem anderen gehört, und Besitz und Eigentum an einer Sache können, müssen aber nicht bei ein und derselben Person liegen.“ Eigentumsvorbehalt „Als Eigentumsvorbehalt wird eine besondere Verabredung bei einem Kaufvertrag über ‚bewegliche‘ Sachen bezeichnet, die besagt, dass der Käufer mit Lieferung der Ware zwar ihr Besitzer wird, ihr Eigentümer aber bleibt der Verkäufer. Der Eigentümer behält sich das Eigentum bis zu dem Zeitpunkt vor, bis die Ware vollständig vom Käufer bezahlt wurde. Erst dann, mit der Bezahlung der Rechnung, wird der Käufer automatisch auch zum Eigentümer der Ware, vorher hat er nur ein so genanntes Anwartschaftsrecht. Ist o. g. besondere Verabredung nun Bestandteil des Vertrages, sichert der Eigentumsvorbehalt dem Verkäufer bei Vertragsabschluss das Eigentum an der Ware - bis zu ihrer vollständigen Bezahlung“. Vereinbarung schriftlich treffen, aber wo und wie? „Zur schriftlichen Niederlegung der Vereinbarung über den Eigentumsvorbehalt sind am allerbesten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) © Torbz - fotolia geeignet“, so Drumann. “Dort sollte die Vereinbarung unbedingt aufgenommen werden. Wichtig ist, dass die eigenen AGB immer die Grundlage aller selbst abgeschlossenen Verträge bilden bzw. in diese mit einbezogen werden. Am besten werden die AGB auch auf der Rückseite von Angeboten und Auftragsbestätigungen abgedruckt. Ein Hinweis darauf, dass die AGB rückseitig zu finden sind, sollte dann aber auf der Vorderseite nicht fehlen“. „Hat man keine eigenen AGB - was nach meiner persönlichen Meinung für ein Unternehmen schon fast fahrlässig zu nennen ist - so sollte die Vereinbarung über den Eigentumsvorbehalt zumindest auf allen Geschäftspapieren wie z. B. Angebot, Auftragsbestätigung, Lieferschein und Rechnung zu finden sein“, so Drumann weiter.

Was nützt der Eigentumsvorbehalt, wenn der Käufer nicht zahlt? „Als Verkäufer kann man in der Regel vom Vertrag zurücktreten, wenn der Kunde in Zahlungsverzug gerät (ggf. ist dem Käufer eine Nachfrist zu gewähren), und die unter Eigentumsvorbehalt stehende Ware herausverlangen. Natürlich macht ein Rücktritt vom Vertrag nur Sinn, wenn der Kunde die Ware noch auf Lager und man selbst auch noch Verwendung dafür hat. Der Verkäufer kann sich aber durch den Eigentumsvorbehalt gegenüber anderen Gläubigern seinen Zugriff auf die Ware sichern. Dies gilt ebenso für den Fall der unerlaubten Weiterveräußerung an Dritte“. Insolvenz des Kunden – mit Eigentumsvorbehalt mehr Erfolg „Ist z. B. bei der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen noch etwas von der gelieferten (unbezahlten) Ware auf Lager, ist der Verkäufer ebenfalls abgesichert“, so Drumann. „ Sollte der Insolvenzverwalter nicht bereit sein, den (ungekürzten) restlichen Kaufpreis zu zahlen, kann der Unternehmer hier ebenfalls vom Vertrag zurücktreten. Er kann ein sog. Aussonderungsrecht geltend machen. Als Eigentümer der Sache muss er nicht am Insolvenzverfahren teilnehmen und kann ihre Herausgabe vom Insolvenzverwalter verlangen“. Verlängerter Eigentumsvorbehalt „Der verlängerte Eigentumsvorbehalt besagt, dass der Kunde die Ware, auch wenn sie noch nicht vollständig bezahlt ist, verarbeiten oder weiter verkaufen darf – ein im Geschäftsleben durchaus übliches Vorgehen - der Lieferant aber dennoch grundsätzlich abgesichert bleibt. Bei einer Verarbeitung erwirbt der Lieferant nämlich unmittelbar das Eigentum an der neu hergestellten Sache (eventuell anteilig), bei einem Verkauf (auch der neu hergestellten Sache) erwirbt er automatisch die Kaufpreisforderungen gegen die Kunden seines Käufers (auch hier evtl. anteilig).“ Insolvenz des Kunden – mit verlängertem Eigentumsvorbehalt gute Karten „Hat man sich bei Vertragsabschluss den verlängerten Eigentumsvorbehalt gesichert und kommt es bei einem Kunden dann zu einer Insolvenz, so hat man als Gläubiger recht gute Karten“, weiß Drumann aus Erfahrung. „Der Insolvenzverwalter darf nämlich das sog. Sicherungsgut, z. B. die verarbeitete Ware oder die Kaufpreisforderungen, durch Veräußerung oder Einziehung verwerten; er hat aber den ‚abgesicherten‘ Gläubiger aus dem Erlös vor den anderen Gläubigern zu befriedigen. Zuvor darf der Erlös allerdings durch den Insolvenzverwalter um vier Prozent Feststellungskosten und im Regelfall fünf Prozent Verwertungskosten sowie um etwa anfallende Umsatzsteuer gemindert werden“. Kurzum: keine Wortklauberei „Bei dem ‚Eigentumsvorbehalt‘ und dem ‚verlängerten Eigentumsvorbehalt‘ geht es nicht um Wortklauberei, sondern um sorgfältig ausgearbeitete Formulierungen, die, sind sie Bestandteil der eigenen Allgemeinen Geschäftsbedingungen, unter Umständen bares Geld wert sein können.“ ó Zum Gesprächspartner Bernd Drumann ist geschäftsführender Gesellschafter der Bremer Inkasso GmbH. Das 1984 von ihm gegründete Unternehmen ist seit 1996 unter dem Namen Bremer Inkasso GmbH tätig und beschäftigt rund 20 Mitarbeiter in der Firmenzentrale. Die Sachbearbeitung erfolgt überwiegend durch speziell ausgebildete Volljuristen. www.bremer-inkasso.de 39 PT-MAGAZIN 5/2017 Wirtschaft

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