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P.T. MAGAZIN 05/2013

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

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(Foto: Wikimedia/CC-3.0/Bundesarchiv, B 145 Bild-F065084-0014 / Schaack, Lothar) (Foto:Gemeinfrei) (Foto: Wikimedia/GNU-1.2/Andrzej Barabasz) Gesellschaft Scheinriese Joschka Fischer Die zweifelhafte politische Karriere eines Steinewerfers Wer erinnert sich nicht an Jim Knopf und Lukas, den Lokomotivführer. Ihre Insel hieß Lummerland. Sie hatte zwei Berge. Regiert wurde das Eiland von König Alfons dem Viertelvorzwölften. Der telefonierte am liebsten ausgiebig mit seinen Untertanen. Jim Knopf, Lukas und Emma, die Lokomotive, mussten die Insel aus Platzgründen verlassen. Ihr Weg führte sie nach China. Dort trafen sie Tur Tur, den Scheinriesen. Der war zwar real so groß wie jede andere Figur. Wenn man sich von ihm entfernte, schien er allerdings größer zu werden. Die Geschichte schrieb Michael Ende. Inszeniert wurde sie - mit Marionetten - von der Augsburger Puppenkiste. Die Berliner Puppenkiste Die Parallelen zur Regierung Schröder sind verblüffend. Mal abgesehen davon, dass nicht immer klar war, wer bei der Berliner Puppenkiste die Fäden zog. Man ersetze lediglich Lummerland durch Deutschland. Legitimer Nachfolger von König Alfons dem Viertelvorzwölften war Gerhard der Fünfminutenvorzwölfte. Ersetzt man dann noch Emma durch die Magnetschwebebahn Transrapid, sind die Parallelen zur Bundesregierung aus dem Jahr 2005 nicht mehr von der Hand zu weisen. Auch der Transrapid fand bei uns keinen Platz. Er musste daher nach China ausweichen. Dorthin wollte Gerhard der Fünfminutenvorzwölfte am liebsten schon wieder Waffen liefern. Fehlt eigentlich nur noch Tur Tur, der Scheinriese. Mit einem Scheinriesen wäre die Inszenierung der Berliner Puppenkiste tatsächlich komplett. Doch fehlte Tur Tur wirklich? Hatten wir nicht auch einen veritablen Scheinriesen? Qualifiziertester Kandidat für die Rolle des Scheinriesen ist unser allseits beliebter ehemaliger Außenminister Joschka Fischer. Ein Mann, der neben einer Taxi-Lizenz keinerlei Zeugnis vorweisen kann. Weder eines der Reife noch ein anderes. Und das in Deutschland, wo jeder Fischer vom Ufer weg sofort verhaftet wird, wenn er keinen Angelschein besitzt. Trotzdem oder gerade deswegen war Joschka Fischer bis vor kurzem beliebtester Politiker zwischen Flensburg und Oberammergau. Er kam buchstäblich aus dem Nichts. Ein typisch deutscher Werdegang In Amerika wird man vom Tellerwäscher zum Millionär. In Deutschland vom Steinewerfer zum Politiker. Ob er mit seiner bislang nur in Teilen beleuchteten Historie auch in Amerika im State Department säße, ist mehr als fraglich. Doch keiner kann so betroffen gucken und mit ernster Stimme die leersten (Foto: Wikipedia, Großvater Röhl, gemeinfrei) Worthülsen dreschen. Ein typisch deutscher Werdegang. Viele Bürger haben ihn gerade für diesen erstaunlichen Aufstieg bewundert. Seine JoJo-Karriere „vom wandelnden Fass zum laufenden Asketen“ und zurück zum Fass können viele Menschen nachempfinden. Wer erinnert sich nicht an das Bild nach der Flutkatastrophe in Südostasien? Da sah er aus, wie das Fleisch gewordene Gummimännchen einer großen französischen Reifenfirma. Das schaut aber nicht so betroffen. 2001 löste Bettina Röhl mit der Veröffentlichung der so genannten Fischer-Prügel- Fotos ( von 1973 ) in Bild und stern und dem ebenfalls von ihr entdeckten Fischer-Prügel- Film in den Tagesthemen eine Debatte um die Vergangenheit von Joschka Fischer und „68“ aus. „Die Fischer-Affäre ist der Sündenfall der links-liberalen Übermachtpresse. Die Fischer- Affäre wird seit zehn Jahren ausgeblendet, als hätte es sie nie gegeben. Sie wird auf eine perverse Art tot geschwiegen.“ Bekennung zur „Minister-Verantwortung“ Wofür stand der Grüne Fischer? Insbesondere nach den Kriegseinsätzen auf dem Balkan und am Hindukusch? Zu den Waffen für China hörte man von ihm windelweich, er sei „skeptischer“. Dann stellte sich heraus, dass er politisch sehr zielgenau agieren kann. Für einen Vortrag bei Medien- und PR-Profi Hunzinger ließ er nicht etwa 20.000 DM zahlen. Nein, 19.999 DM sollten es sein. Damit musste das Geld nämlich nicht als Parteispende angegeben werden. Es fehlte genau 1 DM und damit - exakt - 50 ppm zur Deklarationsgrenze. Die lag bei 20.000 DM. Das galt in Deutschland offenbar parteiübergreifend als „politisch korrekt“. Die Grünen waren mit ihrem Scheinriesen Fischer inmitten der verfilzten deutschen Parteienlandschaft angekommen. Politisch sehr zielgenau. Seine aktive Rolle im Visa- Skandal musste er eingestehen. Er habe persönlich Fehler gemacht und bekenne sich zu seiner „Minister-Verantwortung“. Unter Verantwortung versteht man jedoch eigentlich die Bereitschaft, bzw. Pflicht, die Folgen für eigene oder fremde Handlungen zu tragen. Früher trat ein Minister nach persönlichen Fehlern zurück. Joschka Fischer definierte mit seinem Aussitzversuch politische Verantwortung neu. Der Scheinriese trug auch die Verantwortung offensichtlich nur scheinbar. Er sprach über sie, trug sie aber nicht wirklich. Da traf es sich gut, dass er Außenminister war. Scheinriese Joschka Fischer wuchs mit der Distanz zum Betrachter. Je weiter er sich entfernte, desto größer erschien er. Kein Wunder also, dass man ihn mitten unter uns einfach übersah. n Hans-Joachim Selenz Über den Autor n Prof. Dr.-Ing. Hans-Joachim Selenz ist Ingenieur, Politiker und Schriftsteller. Als ehemaliges Vorstandsmitglied der Preussag AG engagiert er sich gegen Wirtschaftskriminalität. 5/2013 P.T. MAGAZIN 15

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