Aufrufe
vor 5 Jahren

P.T. MAGAZIN 05/2012

  • Text
  • Unternehmen
  • Magazin
  • Vertrauen
  • Wirtschaft
  • Deutschland
  • Mitarbeiter
  • Wettbewerb
  • Berlin
  • Leipzig
  • Entwicklung
Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Gesellschaft (Foto: Lisa

Gesellschaft (Foto: Lisa Spreckelmeyer/pixelio.de) BRD oder DDR – welcher Staat gewährte seinen Bürgern keine Reisefreiheit? bar zugänglich ist, erzürnt sie manche Geschichtsdidaktiker. Sie möchten den Schülern lieber allerlei Kompetenzen nahebringen, anstatt diese mit vermeintlich unnützem Wissen zu belasten. Allerdings hat dieser Ansatz einen Haken. Denn so wünschenswert es ist, dass sich Kinder zu politischen, eigenständig denkenden und urteilenden Erwachsenen entwickeln, bleibt es doch schwer vorstellbar, wie ein Mensch diese Fähigkeiten nutzen soll, wenn er nicht einmal weiß, wovon er redet. Es gilt: je mehr die Jugendlichen wissen, desto häufiger designing the future werden sie den NS-Staat und die DDR als Diktatur einschätzen, die beiden Bundesrepubliken dagegen als Demokratie. Unwissen schadet nicht Bedauerlicherweise jedoch ist die Ansicht, dass Unwissen allenfalls minder schädlich sei, recht verbreitet. Beispielsweise sahen die nordrhein-westfälischen Lehrpläne bis vor kurzem vor, dass sich Jugendliche weniger mit Fakten quälen als sich vielmehr ihrer Interessen und persönlichen Betroffenheit bewusst werden. Doch dieser Rekurs auf die marxistische Klassentheorie ist wenig geeignet, den Schülern das nötige Rüstzeug für das Leben in einer freiheitlichen Demokratie zu vermitteln. Auch das zeigen die Ergebnisse der Studie. Die Vorstellung, Jugendliche könnten Kompetenzen ohne zumindest grundlegendes Wissen entwickeln, ist absurd. Unkenntnis über politische Systeme Ein Urteil über einen unbekannten Gegenstand kann nicht fundiert sein, sondern allenfalls zufällig mit den gewählten Maßstäben übereinstimmen. Von dieser zufälligen Art jedoch sind die Urteile Jugendlicher über politische Scil Proteins vereint Kompetenz und Erfahrung in folgenden Bereichen: Protein Wirkstoffforschung Protein Arzneimittelentwicklung Protein Arzneimittelherstellung Besuchen Sie unsere Webseite: www.scilproteins.com oder zeithistorische Fragen häufig und so erklärt sich die offensichtliche Diskrepanz zwischen den abstrakten politischen Vorstellungen und den konkreten Antworten. Weil sie wenig wissen, scheitern die Schüler, wenn sie ihre Maßstäbe auf konkrete politische Fragen, historische Ereignisse oder Gesellschaften übertragen sollen. Dieser „Übersetzungsfehler“ ist nicht allein Folge des geringen zeitgeschichtlichen Wissens, sondern auch ihrer weitgehenden Unkenntnis über die Grundlagen und Funktionsweisen politischer Systeme und komplexer Gesellschaften. „Kein Plan“ Einem sehr großen Teil der Jugendlichen ist nicht bewusst, wie eine liberale Demokratie funktioniert. Die meisten wissen nicht, dass Freiheit die Voraussetzung für Frieden und Wohlstand ist. Und hinsichtlich wirtschaftlicher Grundkenntnisse sieht es noch magerer aus. Sie haben verinnerlicht, dass die Nazis die Schurken waren, aber worin abgesehen von Holocaust und Weltkrieg das Problem dieser Ideologie gelegen haben könnte, das wissen viele nicht. In den Worten der Jugendlichen: „kein Plan“. Offensichtlich werden den Jugendlichen diese Zusammenhänge entweder gar nicht vermittelt oder jedenfalls nicht so, dass sie diese verstehen. Die Suche nach Schuldigen Die vermeintliche Diktaturverharmlosung oder gar Diktaturaffinität der Jugendlichen steht somit in einem ganz anderen Kontext. Ihre zum Teil geradezu abenteuerlichen Äußerungen sind allenfalls in Einzelfällen Ausdruck einer Sympathie für autoritäre Regime. Vielmehr sind sie in der Regel das Ergebnis misslungener Transferversuche. Sie beruhen auf gedanklichen Kurzschlüssen. Die Suche nach den Schuldigen für diese Misere scheint einfach. Es mangelt den Jugendlichen an historischpolitischer Bildung, also haben wohl die Schulen versagt. Schließlich ist die Gegenleistung für die jahrelange Überlassung der Kinder an die Schule das Versprechen, dass diese schlauer aus den Bildungseinrichtungen wieder herauskommen, als sie hineingegangen sind. Über die Autorin ■ Dagmar Schulze Heuling ist Mitautorin der Studie „Später Sieg der Diktaturen?“, die kürzlich vom Forschungsverbund SED- Staat der Freien Universität Berlin veröffentlicht wurde. Schule ist nur das halbe Leben Wird dieses Versprechen nicht oder nur ungenügend eingelöst, fühlen wir uns betrogen und sind empört. Und tatsächlich gibt es an vielen Stellen im Schulsystem Optimierungspotential. Aber die Schule ist allenfalls das halbe Leben. Die Jugendlichen werden nicht zuletzt von ihrer Umwelt geprägt. Und das Lernen am Modell funktioniert auch außerhalb der Schule hervorragend. Dort erleben Jugendliche unablässig, wie demokratische und freiheitliche Prinzipien durchbrochen werden, als Begründung müssen wahlweise der Sachzwang, die Systemrelevanz oder der Einfluss der zu Privilegierenden herhalten. Während in der Schule die Gewaltenteilung behandelt wird, berichten die Medien über Drohungen und Erpressungsversuche an die Adresse des Bundesverfassungsgerichts. Ist es da verwunderlich, dass die Haltungen der Jugendlichen auch ein Abbild solcher Widersprüche sind? ■ Dagmar Schulze Heuling Dieser Artikel erschien ungekürzt zuerst im Cicero DESIGn THInKInG, SofTWaRE & EnGInEERInG Ganzheitliche Produktentwicklung ist unser Geschäft: von der strategischen Ideenfindung bis zur Serieneinführung. Wir unterstützen und beraten führende Mittelständler und internationale Großunternehmen aktiv in der Realisierung von erfolgreichen Produkt-, Software- und Service-Innovationen. Unser Kompetenz-Schwerpunkt gilt der Usability. Die Bandbreite unserer Erfahrung reicht von der Gestaltung einzelner Produkte bis zu übergreifenden Interaktionskonzepten komplexer Hard- und Software-Systemportfolios. Wir freuen uns auf Sie! www.ma-design.de Gewinner des Finalistenpreises 2011 5/2012 P.T. MAGAZIN 9 ma design GmbH & Co. KG • Düvelsbeker Weg 12 • 24105 Kiel

Jahrgänge

PT-Magazin 01 2020
PT-Magazin 01 2019
PT-Magazin 02 2019
PT-Magazin 03 2019
PT-Magazin 04 2019
PT-Magazin 05 2019
PT-Magazin 06 2019
PT-Magazin 06 2018
PT-Magazin 05 2018
PT-Magazi 04 2018
PT-Magazin 03 2018
PT-Magazin 02 2018
PT-Magazin 01 2018
PT-Magazin 06-2017
PT-Magazin_05_2017
PT-Magazin_04_2017
PT-Magazin_03_2017
PT-Magazin_02_2017
PT-Magazin_02_2017_Regional
PT-Magazin_01_2017
PT-Magazin_06_2016
PT-Magazin_5_2016
PT-Magazin_4_2016_komplett
PT-Magazin_4_2016_regional
PT-Magazin_03_2016_Komplett
Magazin_03_2016_Regional
PT-Magazin_02_2016_Komplett
PT-Magazin 01_2016_Immer wieder Neues wagen
PT-Magazin_06_2015
PT-Magazin_06_2015_regional
Pt-Magazin_5_2015_regional_OPS Netzwerk.pdf
P.T.MAGAZIN 03/2015
P.T. MAGAZIN 02/2015 - Regional
P.T. MAGAZIN 02/2015
P.T. MAGAZIN 01/2015
P.T. MAGAZIN 06/2014
P.T. MAGAZIN 05/2014
P.T. MAGAZIN 04/2014
P.T. MAGAZIN 03/2014
P.T. MAGAZIN 01/2014
P.T. MAGAZIN 06/2013
P.T. MAGAZIN 05/2013
P. T. MAGAZIN 04/2013
P.T. MAGAZIN 03/2013
P.T. MAGAZIN 02/2013
P.T. MAGAZIN 01/2013
P.T. MAGAZIN 01/2011
P.T. MAGAZIN 02/2011
P.T. MAGAZIN 03/2011
P.T. MAGAZIN 04/2011
P.T. MAGAZIN 05/2011
P.T. MAGAZIN 06/2011
P.T. MAGAZIN 06/2012
P.T. MAGAZIN 05/2012
P.T. MAGAZIN 04/2012
P.T. MAGAZIN 03/2012
P.T. MAGAZIN 02/2012
P.T. MAGAZIN 01/2012

Anzeigenformate, Hinweise und AGB

Anzeigenformate 2020
Anzeigenpreisliste 2020
Anzeigenpreisliste Regional 2020
Anzeigenpreisliste Nur für Special-Partner 2020
Anzeigenpreisliste Regional Nur für Special-Partner 2020
Technische Angaben Druckunterlagen 2020
Themenplan 2020
Mediadaten 2020 komplett
Kurzporträt 2020
Online Mediadaten - Nur für Special-Partner 2020
Online Mediadaten 2020