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P.T. MAGAZIN 05/2012

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Museen für die Zukunft!

Museen für die Zukunft! Technik die begeistert – in Hessen, genauer in Bad Schwalbach, steht eine weltweit einzigartige Sammlung Regional-Special Woran denken Sie, wenn Sie an Museen denken? An staubige Dinosaurierskelette? An alte Gemälde? Oder an Technik, die vor nicht allzu langer Zeit Hightech war und uns noch immer nicht nur Ehrfurcht, sondern auch so manche brillante Idee lehren kann? So beeindruckend Dinosaurierskelette sind, so schön so manches Kunstwerk anzusehen ist – eines vermochten sie beide nicht: Unsere Welt in einem Maße zu beeinflussen, wie es die uns umgebende Technik tut. Eine schwer fassliche Geschwindigkeit Brauchen wir darum mehr Technikmuseen? Ja, unbedingt! Die Bemerkung George Santanayas: „When experience is not retained, as among savages, infancy is perpetual. Those who cannot remember the past are condemned to repeat it.“ trifft auf kaum einen Bereich mehr zu, als den der Technik. Kaum eine Wissensform ist schwerer von einer Generation an die nächste weiter zu geben. Erschwerend kommt die nur schwer fassliche Geschwindigkeit hinzu, mit der sich die Technik in allen Bereichen weiter entwickelt. Während in den schönen Künsten in Jahrhunderten oder zumindest Jahrzehnten gedacht wird, sind im Bereich der Technik bereits Jahrzehnte oder nur wenige Jahre schiere Ewigkeiten. (Foto: Bernd Ulmann) Beeindruckend aber nicht funktional Mit dieser Geschwindigkeit zum einen, aber auch mit der nahezu unüberschaubaren Themenvielfalt, welche technologische Entwicklungen mit sich bringen, sind herkömmliche Museumsansätze oftmals überfordert. Zwar gibt es wunderbare Technikmuseen, aufgrund ihres mehr oder weniger öffentlichen Auftrages und der Notwendigkeit wirtschaftlich erfolgreich zu sein, sind diese jedoch meist gezwungen, ein möglichst breites und publikumswirksames Spektrum der Technik darzustellen, was zur Folge hat, dass die Mehrzahl der Exponate meist im gleichen Zustand wie ein gut gepflegtes Dinosaurierskelett ist – beeindruckend anzusehen, aber nicht mehr funktional. Dies ist jedoch mehr als nur bedauerlich – wer kennt nicht den Anblick von Schulklassen, die mehr oder weniger lustlos durch Ausstellungsräume laufen und sich bestenfalls über vage bekannte Maschinen amüsieren? Der Vorteil privater Museen Genau das ist jedoch fatal, wird hierüber doch nicht nur übersehen, welche Auswirkungen frühere Entwicklungen auf unsere Zeit hatten, sondern auch und vor allem, welches Potenzial für neue Entwicklungen mitunter in ihnen schlummert! Weiterhin werden heute oft aus schierer Unkenntnis bezüglich früherer Entwicklungen aufwändige und teure Entwicklungswege beschritten, die sich bereits in der Vergangenheit als so nicht praktikabel erwiesen haben und vermeidbar gewesen wären. Wie lässt sich verhindern, dass das unschätzbar wertvolle technische Vermächtnis unserer Vorgänger in Vergessenheit gerät? Einen wichtigen Teil dieser Aufgabe haben in den letzten Jahren private Sammler geschultert, die kleine und oftmals hochspezialisierte Sammlungen aufgebaut haben, die oftmals liebe- und wissenschaftlich durchaus anspruchsvoll dokumentiert und dargestellt werden. Im Unterschied zu staatlichen Museen haben solche privaten Sammler den Vorteil, sich ganz einer Sache verschreiben zu können, ohne durch externe Vorgaben, etc. eingeschränkt zu werden. Wichtig ist, dass wir als Gesellschaft den Wert solcher Sammlungen erkennen und aktiv dafür Sorge tragen, dass Sammlungen nicht verloren gehen, wenn wir unsere technologische Zukunft nicht auf's Spiel setzen wollen. Ein unersetzliches Werkzeug Ein kleines Beispiel mag den Wert solcher Sammlungen demonstrieren: Ein unersetzliches Werkzeug in Technik und Naturwissenschaften, war der Analogrechner. Leider sind derartige Rechner aus einer Vielzahl durchaus nachvollziehbarer Gründe fast vollständig in Vergessenheit geraten und von den heute dominierenden speicherprogrammierten Digitalrechnern verdrängt worden. Dennoch haben Analogrechner, die auf der Bildung von Modellen beruhen und damit grundsätzlich anders als unsere heutigen, abstrakten Computer arbeiten, einen inhärenten Vorteil: Sie sind extrem schnell! Zwar nur in wenigen Bereichen (konkret bei der Lösung von Differentialgleichungen, wie sie in Technik und Naturwissenschaft fast stets auftreten), aber dafür sind sie dort so schnell, dass mitunter manches Museumsstück auch einem modernen Digitalrechner Paroli hinsichtlich Problemlösungsleistung bieten kann. Wissensschatz bewahren Macht man sich nun die Mühe, die fast vergessenen Grundideen der Analogrechentechnik mit modernen Mitteln umzusetzen, lassen sich Rechner bauen, die heutigen leistungsmäßig bei bestimmten, technisch/wissenschaftlich und wirtschaftlich hochinteressanten Aufgaben, weit überlegen sind. Weiterhin ist die Leistungsaufnahme solcher Rechner oft deutlich geringer als die traditioneller Digitalrechner, was zu entsprechenden Einsparungen im Betrieb führen kann. In den letzten Jahren haben sich einige (wenige) Enthusiasten dieser Idee angenommen und begannen, Maschinen auf dieser Grundlage zu entwickeln, die beispielsweise in der Finanzmathematik, Oskar-Patzelt S T I F T U N G INITIATIVE FÜR DEN MITTELSTAND GmbH ■ Metall-/Stahlbau ■ Fassaden-/Fensterbau ■ Rohrleitungsbau ■ Energie/Anlagenbau ■ Sägewerk ■ Holzprodukte Rudolf-Diesel-Straße 33 D - 56220 Urmitz Phone: 0049 (0) 2630 / 960 520 Fax: 0049 (0) 2630 / 960 52 57 E-Mail: info@colak.eu aber auch in Forschung und Lehre sowie für komplexe Simulationen eingesetzt werden können. Möglich sind solche Entwicklungen jedoch nur, wenn der Wissensschatz unserer Vergangenheit bewahrt und Interessierten zugänglich gemacht wird. Weltweit einzigartig Falls Sie übrigens neugierig geworden sind und mehr über die faszinierende Welt der Analogrechner wissen möchten, besuchen Sie beispielsweise das Analogrechnermuseum online (www. analogmuseum.org) oder persönlich (nach Voranmeldung). Hier können Sie Exponate sehen, die weltweit einzigartig sind und einen www.colak.eu » SÄGEWERK IN SARAJEVO umfassenden Überblick über ein beinahe vergessenes Kapitel der Technikgeschichte geben. ■ Über den Autor Bernd Ulmann ■ Der Informatiker Bernd Ulmann ist Professor an der Hochschule für Oekonomie & Management in Frankfurt am Main. Im Jahr 2000 eröffnete er ein Museum für Großrechner in Heidenrod- Kemel und unterhält in Bad Schwalbach eine weltweit einzigartige Sammlung von Analogrechneranlagen. ENSINGER IST SPORT DIE Calcium-Magnesium-POWER-QUELLE 66 P.T. MAGAZIN 5/2012

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