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P.T. MAGAZIN 05/2012

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Fertigung) gehe es nicht

Fertigung) gehe es nicht darum, Bits in einem Rechner zu programmieren, sondern Atome außerhalb des Computers. Schon heute können Baupläne für Produkte heruntergeladen, gekauft oder auf kommerzielle Art und Weise erworben werden. Wirtschaft Die industrielle Revolution beginnt Die Autoren, Matthias Horx und Holm Friebe sind sich sicher: Die „Digitale-Massenkollaboration“ hat bereits begonnen. So sieht Zukunft aus: ein 3D-Drucker bei der Arbeit 3D-Drucker revolutionieren die Welt. Kunden werden zu Produzenten. Unternehmen fungieren nur noch als Ideengeber. Wunschwelten werden in die Realität transferiert und die Kreativität des Einzelnen wird zum Problem für die Industrie. Utopie oder Realität? Das Monatsmagazin Trend Update des Zukunftsinstituts feiert sein einjähriges Bestehen und geht dieser Frage in der Jubiläumsausgabe nach. Die Autoren, Matthias Horx und Holm Friebe, der Ausgabe August/2012 mit dem Titel „Vision: Unikatsgesellschaft“ sind sich sicher: Die „Digitale-Massenkollaboration“ hat bereits begonnen. Daten werden zu Objekten 3D-Drucker machen es möglich. Als Kreativwerkzeuge für Jeden erobern sie die Märkte von morgen und das kaum merklich für den Einzelnen. In sogenannten FabLabs (Fabrikationslaboren) wird heute schon nahezu alles gefertigt, was das Herz begehrt – von der Obstschale bis zum Blutgefäß. Revolutionär ist der Fertigungsprozess: CAD-Datensätze werden mithilfe von 3D-Druckern und Laser-Cuttern in dreidimensionale Gegenstände umgesetzt. Dafür wird schnell aushärtendes Material (z. B. Kunststoff) Schicht für Schicht aufgetragen. Der Ausdruck – und damit das individuelle Wunschobjekt – ist innerhalb weniger Stunden fertig. Das geschieht nicht hinter hohen Fabrikmauern sondern nach dem Open- Source-Prinzip. Jeder, der möchte, kann sich an den Projekten beteiligen, sie weiterentwickeln oder ganz neue Ideen vorstellen. So ist „Jeder“ stets in einem FabLab willkommen. Wichtig ist der Fabber-Community, dass ihr Wissen allen Menschen zugänglich gemacht wird. Angst vor Ideenklau gibt es nicht. Wer seine Ideen für sich behalten möchte, hätte einfach zu wenige, sind sich die Fabber sicher. Die Fab-Lab Community Heute gibt es ein internationales Netzwerk mit ca. 50 Hightech-Werkstätten, die daran arbeiten, durch eine neue Generation von Maschinen (3-D Drucker, Laser-Cutter, Fräsen, Plotter) den Herstellungsprozess auf den Kopf zu stellen. Eine der ersten in Deutschland befindet sich mit der „Dingfabrik“ in Köln. Trend Update sprach mit Alexander Speckmann, Maschinenbauingenieur und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FH Köln im Labor für Fertigungssysteme. Er ist einer der Initiatoren und Gründungsmitglieder von Dingfabrik Köln e.V., einem der ersten FabLabs in Deutschland. Er sprach mit Trend Update über seine Zukunftsvisionen und die Vernetzung von FabLabs mit der Forschung und Wirtschaft. Die Zukunft der Produktion Als Vorreiter der Entwicklung gilt der Mathematiker und Physiker Neil Gershenfeld vom Massachusetts Institute of Technology (MIT). Bereits 1998 gab er seine erste Vorlesung zu diesem Thema mit dem Titel: How to make (almost) anything. Ziel des Kurses war es, junge Menschen wieder in ihrer Fantasie anzuregen und dazu zu befähigen, selbst Dinge zu produzieren. Gershenfeld ist sich sicher, dass es neben der Massenproduktion immer mehr FabLabs geben wird, die neue Produkte für neue Märk te herstellen werden. Der große Vorteil ist, dass selbst kleinste Mengen produziert werden können und kompliziert geformte Bauteile kein Problem darstellen – egal ob Brillenbügel oder Ersatzteil für Ikea-Mobiliar. Die Kritiker dieser Entwicklung argwöhnen, dass es sich um ein unbedeutendes Randphänomen handelt. Vordenker Gershenfeld führt dann das Beispiel an, dass auch der PC lange verkannt und sein revolutionäres Potenzial nicht erkannt wurde. Bei der „Personal Fabrication“ (der individuellen (Foto: devopstom/Flickr.com) Müllberge sind die Goldgruben der Zukunft Welche Berge Müll versetzen kann, erfährt der Leser im Kapitel „Urban Mining“. Die Wiederverwertung von Müll wird zum zentralen Wirtschaftsfaktor für Städte, Umwelt und den Einzelnen. Die Abfallwirtschaft entwickelt sich zur Rohstoffindustrie – zum Big Business von morgen. Urban Mining, das Gewinnen von Sekundärressourcen, verändert bereits heute die Businesslogik von gestern. Müll ist nicht einfach nur noch Müll und somit Endprodukt. Vielmehr wird er Teil neuer Wirtschaftskreisläufe und veränderter Wertschöpfungsketten. Das Unternehmen Genan beispielsweise zerlegt Altreifen in ihre Grundkomponenten Gummi, Stahl und Textil, um daraus neue Produkte wie „Road+“ zu fertigen. Road+ zielt auf eine der innovativsten Anwendungen des Gummis: die Modifizierung von Asphalt und Bitumen. Durch gummimodifizierten Asphalt werden Straßen leiser, widerstandsfähiger (weniger Spurrinnen, weniger Risse), ihr Bau wirtschaftlicher und umweltverträglicher. Jüngst wurde eine der verkehrsreichsten Straßen Schottlands, auf der täglich 35.000 Fahrzeuge fahren, mit Road+ modifizierten Asphalt ausgelegt. n Matthias Horx Über den Autor n Matthias Horx ist Trend- und Zukunftsforscher (www.zukunftsinstitut.de) n Er gilt als einflussreichster Trend- und Zukunftsforscher im deutschsprachigen Raum (Foto: Klaus Vyhnalek) (Grafik: Zukunftsinstitut) (Foto: TrendUpdate/Zukunftsinstitut) 62 P.T. MAGAZIN 5/2012 5/2012 P.T. MAGAZIN 63

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