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PT-Magazin 04 2019

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Offizielles Magazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung.

Das Scale up - Der

Das Scale up - Der Maßstab für Unternehmen Ein neuer Begriff hält Einzug in die Unternehmenswelt: Immer mehr Unternehmen machen sich auf den Weg zum Scale-up. PT-MAGAZIN 4/2019 Wirtschaft 34 Erinnern Sie sich noch? Es ist erst 25 Jahre her, seit Hermann Simon eine besondere Spezies von Unternehmen sichtbar machte: die heimlichen Gewinner einer Branche, die Hidden Champions. Unternehmen, die Insidern bekannt sind, weil sie Marktführer in ihren Branchen sind. Seit dieses Phänomen bekannt ist, haben sich nicht wenige Unternehmen auf den Weg begeben, ebenfalls ein Wolf im Schafspelz zu werden. Neben den Hidden Champions kristallisierten sich die sogenannten Wachstums-Champions heraus. Unternehmen, die über einen längeren Zeitraum hinweg schneller wachsen als der Schnitt der Branche. Mit hohen Wachstumsraten, jedoch im Vergleich zu den Hidden Champions etwas niedrigeren Renditen. Roland Alter und Christian Kalkbrenner analysierten diese Unternehmen im deutschen Mittelstand im Jahr 2010 sehr ausführlich. Seit ein paar Jahren geistert nun der Begriff vom Einhorn oder Unicorn herum. Damit werden Unternehmen beschrieben, die in rasender Geschwindigkeit so viele Kunden gewinnen, dass sie binnen eines Jahres nach Gründung den Unternehmenswert von 1 Milliarde Dollar erreichen. Völlig unabhängig davon, ob sie Gewinne erzielen, die diesen wahnwitzigen Wert rechtfertigen. Es ist eine Wette auf die Zukunft. Doch es funktioniert. China hat hier mit derzeit etwa 130 den USA mit 100 den Rang abgelaufen. Viele dieser Unicorns in China beschäftigen sich mit Künstlicher Intelligenz und Zahlungssystemen. Die Technik der Einhörner Doch auch 50, 100 oder 500 Millionen Euro sind unvorstellbare Werte in kurzer Zeit. Hier hat Deutschland einige Unternehmen aufzubieten: ob mymuesli, die Bank N26 oder das Portal wir-kaufendein-auto.de, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Auch sie machen sich die Technik der Einhörner zu eigen: extrem schnell wachsen, um damit den Markt früh für sich einzunehmen. Dieser Start-up-Esprit färbt auf bestehende Unternehmen ab. Zum einen, weil die neue Generation der Unternehmenslenker neue anspruchsvolle Ziel sucht, um eigene Spuren zu setzen, zum anderen, weil die qualifizierten Fachkräfte die Wahl haben und viele von ihnen den dynamischen Spirit eines stark wachsenden Unternehmens bevorzugen. Sie alle fesselt die Vorstellung, für ein „Scale-up“ zu arbeiten. Utopie oder Realität Diese Scale-ups gibt es bereits bei uns in Deutschland. Die Miunske GmbH, ein mehrfach mit dem Großen Preis des Mittelstandes ausgezeichnetes, mit beiden Beinen auf dem Boden stehendes Unternehmen, bekennt sich dazu. Es spricht bei einem Kooperationsprojekt bewusst davon, dass es sich dabei nicht um ein Start-up, sondern ein Scale-up handelt. Die Sage GmbH, eine der großen Softwareschmieden im Mittelstand, ermuntert ihre Zielgruppe dazu, sich mit ihren IT-Tools erfolgreich zu einem Scale-up zu entwickeln. Und Deloitte, die größte Steuer-, Wirtschafts- und Unternehmensberatung der Welt, appelliert nicht nur an Unternehmen, sondern direkt an Regierungen: „Fangt an, stärker und dauerhaft zu wachsen. Skaliert stärker. Hebt euch von anderen Ländern ab. Werdet mit eurer Volkswirtschaft ein Scale-up.“

Aktuelles Buch Christian Kalkbrenner: „Der Bambus-Code 4.0. Erfolgreiche Wachstumsstrategien für den digitalen Wandel“, Norderstedt 2018 (ISBN: 978-3748130307), Preis: 19,95 Euro © Annie Spratt by Unsplash Wir sind also längst über den Ideenstatus hinaus. Doch wie kann sich nun ein „normales“ Unternehmen zu einem Scale-up entwickeln? Die Antwort auf diese Frage ist einfach: Das Unternehmen muss dazu seine Daseinsberechtigung aus der Vogelperspektive überdenken und erweitern. Entscheidend ist der Kernprozess Dazu eine kleine Anekdote. Mitte der 80-er Jahre teilten sich Coca-Cola und Pepsi den Markt der koffeinhaltigen Softdrinks in etwa wie folgt auf: zwei Drittel Coca-Cola und ein Drittel Pepsi. Beide Marken hatten ihren Wachstumszenit erreicht. Dann kam ein neuer CEO zu Coca-Cola, der das Unternehmen aus der Vogelperspektive betrachtete. Er richtete mit wenigen Worten das komplette Unternehmen neu aus. Sinngemäß lautete sein Weckruf: „Meine Damen und Herren, wir halten einen beachtlichen Marktanteil von 66 % bei Softdrinks. Doch gemessen am Durst der Welt, verfügen wir gerade einmal über einen Anteil von 0,1 %. Und ich glaube, dass wir das in den nächsten 10 Jahren verdoppeln können!“ Damit brachte er den Kernprozess von Coca-Cola so allgemein auf den Punkt, dass der Markt wesentlich größer wurde. Nicht nur Softdrinks, sondern alle Getränke, ob Wasser, Kaffee, Tee, Bier, Wein, Milch oder Säfte, waren auf diese Weise der Wettbewerb. Um in diesem neuen Markt Fuß zu fassen, brauchte Coca-Cola die passenden Getränke. Daher war dieser Weckruf auch die Geburtsstunde neuer Produkte im Sortiment „Light“. In den nächsten Jahren erreichte das Wachstum von Coca-Cola einen neuen Schub und das Unternehmen skalierte. Wenn Sie also Ihr Unternehmen zum Skalieren bringen wollen, versuchen Sie als erstes den Kernprozess so einfach wie möglich zu formulieren. Dann erkennen Sie, ob Sie mehr Produkte benötigen oder mehr Serviceleistungen oder beides. Und, ob Sie den Vertriebsweg dann aus eigener Kraft, über Online-Kanäle und oder Partner stemmen, ist eine Folgeentscheidung. Über den Autor Christian Kalkbrenner, Dipl. Kfm. (univ.), entwirft und begleitet seit Jahren skalierende Geschäftsmodelle für seine Kunden, um deren Umsätze und Gewinne zu vervielfachen. Das Siegel „Wirtschaftsmagnet“, das er ins Leben gerufen hat, steht für ganzheitliche, erfolgreiche Unternehmensführung. Der Weg zum Scale-up Dazu noch ein weiteres Beispiel. Ein Skihersteller analysiert, dass die Drehfreudigkeit seiner Skier nicht nur mehr Fahrspaß bringt, sondern auch der Ermüdung vorbeugt und damit die Verletzungsgefahr reduziert. Daraus leitet er die neue Vision ab, ab jetzt ausschließlich verletzungsminimierende Sportartikel zu entwickeln. Diese einzigartige Vision ermöglicht ihm ein weltweites Skalieren. Leistet das Ihre heutige Vision auch schon und ermöglicht sie ein zweistelliges jährliches Wachstum? Falls ja, dann ist Ihr Unternehmen bereits ein Scale-up oder auf dem besten Weg, eines zu werden. Falls noch nicht, dann wissen Sie jetzt, welche Antworten Sie finden müssen, um sich auf den Weg zu machen. Denn das Potenzial, ein Scale-up zu werden, hat jedes Unternehmen. Es ist nur eine Frage des Denkens und der Haltung. ó 35 PT-MAGAZIN 4/2019 Wirtschaft

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