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P.T. MAGAZIN 04/2014

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Gesellschaft 12

Gesellschaft 12 EZB-Euros für die Pleite-Banken in Südeuropa? Das ist, wie Eulen nach Athen zu tragen: Ein reichlich sinnbefreites Handeln. (Foto: Duncan Hull/flickr.com (CC BY 2.0)) ten können, und das hängt von vielen Kostenarten, von der Wettbewerbskraft ihrer jeweiligen Konkurrenten und vom Verhalten der Nachfrager ab. In Lehrbüchern, in denen handelnde Menschen im Mittelpunkt stehen, wird deshalb auch munter mit in jeder Richtung flexiblen Preisen das komplexe Wirtschaftsleben gedanklich durchdrungen. Die Mär von der Ausgabenbremse Wie sieht es mit dem behaupteten Attentismus der Konsumenten aus? Ist es wirklich plausibel, dass bei einem Sinken des allgemeinen Preisniveaus von beispielsweise einem oder zwei Prozent die Konsumenten auf die Ausgabenbremse treten und auf weiter sinkende Preise spekulieren? Das ist eher nicht zu erwarten. Auch für Konsumenten gilt, rele vant ist nicht das Preisniveau, relevant sind die Preise der konkret nachgefragten Konsumgüter. Diese können unterschieden werden in Güter des täglichen Bedarfs wie z. B. Lebensmittel, Kommunikation, Energie einerseits und Güter, die in nur längeren Zeitabschnitten erworben werden. Der tägliche Bedarf wird gewiss nicht wegen eines fallenden Preisniveaus hinaus geschoben. Die Butter wird heute für das Frühstücksbrötchen gekauft, und ein Telefonat wird ebenso wenig vertagt wie das Benzin für die Fahrt zur Arbeitsplatz. Diese Konsumnachfrage ist also nicht von Attentismus betroffen. Die Konsumgüter, die nur in längeren Zeitabschnitten gekauft werden, wie z. B. Möbel, Autos, Computer, Renovierung der Wohnung oder des Hauses sind in der Tat zeitdisponibler als Güter des täglichen Bedarfs. Aus Konjunkturstudien ist bekannt, dass der Kauf solcher Güter in konjunkturell verdüsterten Zeiten verschoben wird und die Sparquote steigt. Das wird dann als „Angstsparen“ erklärt. Korrespondiert diese Reaktion mit einem „Giersparen“ bei allgemein sinkenden Preisen? Zunächst einmal dann nicht, wenn die Preise der betrachten Güter selbst nicht nur nicht sinken, sondern sogar steigen. Aber auch wenn sie sinken, hängt das Verhalten der Konsumenten doch davon ab, ob es sich um Güter handelt, die sich noch ausbreiten, weil noch nicht alle relevanten Konsumenten ein solches Gut besitzen, und deren Preise ohnehin tendenziell sinken. Beispiele hierfür sind Fernseher, Waschmaschinen, Spülmaschinen, Mikrowellenwellenherde in den vergangenen Jahrzehnten, Handy, Computer in jüngerer Zeit. Übrig bleiben dann die Güter, deren Märkte weitgehend gesättigt sind. Die Preise dieser Güter steigen in der Tendenz, ein allgemein leicht fallendes Preisniveau wird diese Preissteigerungen vielleicht etwas dämpfen, aber nicht in Preissenkungen verkehren. Arbeitnehmerüberlassung Vermittlung von Fach- und Führungskräften Qualizierungsberatung für KMU ...zertiziert für faire Zeitarbeit ...tariiche Entlohnung nach tarifplus+ zeitarbeit ...ausgezeichnet für Familienfreundlichkeit ...Vorsitz des Verbandes werteverpichteter Personaldienstleister - vwpd Job nd 4 you Personalmanagement GmbH Hofkamp 8 48599 Gronau-Epe Telefon: 0 25 65 / 40 77 3-31 wendland@job nd4you.de weitere Infos unter www.jobnd4you.de

Über den Autor n Peter Heimann arbeitete bei der IHK Karlsruhe, als Hauptgeschäftsführer der IHK Halle-Dessau und als Honorarprofessor für Volkswirtschaft der Martin-Luther-Universität Halle- Wittenberg. Das energieeffiziente Schallschutzhaus! P.T. MAGAZIN 4/2014 Insgesamt ist nicht zu erkennen, dass eine leichte Deflation auf breiter Front zu einem Konsumattentismus führen könnte. Freilich ist der Makroökonomie, die nur „den“ Unternehmer oder Konsumenten kennt, zuzugestehen, dass ihrer gedachten Makrowelt solche Differenzierungen fremd sind. Es wäre aber deshalb auch angemessen zu erwarten, dass Makroökonomen, Makropolitiker und Makrojournalisten, die meinen, Deflationsängste befördern zu müssen, sich der selbst gesetzten gedanklichen Beschränkungen bewusst bleiben. Schließlich ist auf abstrakterer Ebene noch daran zu erinnern: Ein im Durchschnitt aller Preise sinkendes Preisniveau erhöht das Realeinkommen der Konsumenten. Mit demselben monatlichen Geldeinkommen (nominal) können mehr Konsumgüter (real) gekauft werden, mithin steigt die Produktion. Auch dieser so genannte „Realeinkommenseffekt“ stützt die hier vertretene These: Es wird ein Gespenst gejagt. Ein letztes Argument der Protagonisten von noch mehr Geld zu noch niedrigeren Zinsen sei auch angefügt: Seht her, so kann man lesen und hören, all die Billionen Euros, Dollars, Yen und Pfund hätten der Stabilität des Geldes doch gar nicht geschadet, das Gegenteil sei der Fall, die Inflationsrate sinke doch. Der Beschreibung ist hinsichtlich der Lebenshaltungskosten nicht zu widersprechen. Wohl aber, dass die Geldschwemme und die real auf weniger als null Prozent gedrückten Zinsen der Währung nicht schade. Man hat nämlich zu fragen, was mit dem Geld geschieht. Die Antwort geben die weltweit fast verdoppelten Aktienkurse und die exzessiven Boni der Investmentbanker, die wieder fröhliche Urstände feiern. Und Antwort wird der europäische „Banken- Stresstest“ geben. Es ist zu erwarten, dass etliche der größeren Banken vor allem in Südeuropa mit EZB-Euros über Wasser gehalten werden, obwohl sie nach allen Maßstäben pleite sind. Sie werden despektierlich auch „Zombie“- Banken genannt, also Untote, die ihrer Seele beraubt sind. Draghi-Rätsel Passend zum Schlussakkord dieser Betrachtungen ist die FAZ-Meldung: „EZB-Präsident Draghi verschärft Warnung vor starkem Euro“ Und weiter wörtlich: „Die Stärkung des Eurokurses erfordert weiteren monetären Stimulus“. Man darf rätseln, was der EZB- Präsident im Schilde führt. Ohne Zitat wird ausgeführt, Mario Draghi sehe einen Zusammenhang zwischen dem steigenden Eurokurs und der niedrigen Inflationsrate. Das ist trivial, je stärker der Euro, desto billiger sind Importgüter, insbesondere die in Dollar notierte Energie. Laut Drahgi wurde die Inflationsrate durch die Euroaufwertung um „grob 0,4 Prozentpunkte“ gedrückt (nach FAZ, Nr. 104/2014, S. 17). Es bleibt offen, was daran problematisch sein soll. Jedenfalls kann nicht die neueste makropolitische Verirrung gemeint sein, die in Exportüberschüssen hier und Importüberschüssen dort per se gefährliche globale Schieflagen erkennt. Solchen angeblichen Schieflagen wirkt ein steigender Eurokurs ja gerade entgegen, weil er Importe begünstigt und Exporte erschwert. Außerdem: Aufwertungen können auch Folge eines „autonomem Kapitalimportes“ sein, der nicht auf Güter-Exporte und/oder Güter-Importe zurückgeht. Was an Kapitalimporten von Euroland problematisch sein soll, das erschließt sich ebenfalls nicht: europaauswärtige Kapital-Investoren sehen in Euro-Anleihen gute Anlagen. Draghi kann ja wohl kaum daran gelegen sein, dass das internationale Kapital einen Bogen um Euroland macht. Man kommt nicht umhin, tatsächlich die die europäische Inflationsrate drückenden Importpreise als Draghis Problem zu identifizieren, dann aber leidet er an einer Deflationsphobie und bläst zur Gespensterjagd. Denn er zeigt sich gleichzeitig überzeugt: „Unsere Projektionen zeigen, dass unsere Inflationsraten nicht mehr weiter sinken und schrittweise in Richtung zwei Prozent bis Ende 2016 steigen dürften“, mithin: Deflation ist ein Gespenst. n Peter Heimann Das Paket macht den Unterschied: - modernste, monovalente Wärmepumpentechnik (ohne Heizstab) - Wärmedämmung aus Steinwolle für hohen Schall- und Brandschutz - hochwertige Fenster mit 6-Kammer- Profil und 3-Scheibenverglasung Besserer Schallschutz Besserer Brandschutz Unsere Bonität - Ihre Sicherheit - Fertigstellungsbürgschaft - Vertragsgestaltung nach BGB - feste Handwerksfirmen - ökologische Bauweise mit modernster Anlagentechnik Informationen erhalten Sie unter: Lorenzweg 71 39128 Magdeburg Tel. 0391 - 28 96 71 0 info@aktuell-bau.de www.aktuell-bau.de

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