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P.T. MAGAZIN 04/2012

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Die autofreie Stadt Das

Die autofreie Stadt Das nachhaltige Bauprojekt von IKEA in London Wirtschaft (Fotos: LandProb/Inter IKEA Systems) Ein ganzes Quartier mit 1.200 Wohnungen, riesigen Büroflächen und viel Grün wird zum nachhaltigen Vorzeigeprojekt in der Metropole London. Mit Fertighäusern überraschte der schwedische Möbelhersteller IKEA seine Kunden zuletzt. Was in Skandinavien und Großbritannien funktionierte, floppte jedoch auf dem deutschen Markt. Ganze acht Häuser wurden hierzulande verkauft. Möglicherweise auch, weil die Objekte bei der Stiftung Warentest nicht überzeugt haben. Deshalb hat sich der Konzern wohl erneut die Insel als Standort für sein neuestes Großprojekt ausgewählt. Genauer gesagt: London. Hier soll gleich eine ganze Stadt entstehen. 10 Hektar Strand East Man nehme 10 Hektar Industriebrache, ergänze Design, Kreativität, Nachhaltigkeit und einen echten Sinn für Gemeinschaft. Schon entsteht ein neues Vorzeigequartier in East London, das Wohnen in 1.200 energieeffizienten und familienfreundlichen Wohnungen mit Arbeit und Freizeit verbindet. Eines der nachhaltigen Vorzeigebauprojekte derzeit in Europa, „Strand East“ genannt. Alles in einem Arbeiten, Wohnen und die Freizeit verbringen, alles in einem. Gerade in einer Stadt, in der extrem lange Wege für Arbeitnehmer zum Alltag gehören und Wohnungen für Familien Mangelware sind, ist dieses neue Vorzeigeprojekt des Unternehmens LandProp ein nachhaltiges Vorzeigeprojekt. LandProp, Teil der InterIKEA-Gruppe, baut hier ausschließlich Mietshäuser und -Wohnungen. Dies ist nicht zuletzt eine Maßnahme gegen die stetig steigende Zahl an Investitions- und Spekulationsobjekten, die die Mietpreise immens in die Höhe getrieben haben im London der letzten Jahre. Gerade in East London sei es nicht unüblich, dass Häuser gekauft und teuer vermietet werden, deren Besitzer indes in den günstigeren Vororten leben. Energieeffizient, familienfreundlich und zu einem gewissen Teil auch für Geringverdiener zahlbar. Der hier gezeigte Turm ist bis zum Sommer fertig. Aus zertifiziertem Holz und mit LED-Beleuchtung wird er zum Wahrzeichen des Stadtteils. Nachhaltigkeit prägt die Planung Durch und durch nachhaltig wurde das Vorzeigeprojekt im Londoner Osten ge plant. Wohnen und Arbeiten – insgesamt 58.000 m 2 für Büros, Gemeinschaftseinrichtungen, Restaurants, Ge - schäfte und ein Hotel – an einem Ort spart Zeit, Kosten und Energie. Idyllisch 46 P.T. MAGAZIN 4/2012

Wie eine Insel - braun eingefärbt - sieht die alte Industriebrache aus, die bereits ab 2013 zum schönen Wohnquartier in Londons Osten in unmittelbarer Nähe zum Olympiastadion wird. an der Themse gelegen, sollen mindestens 25 Prozent der Gesamtfläche als Park angelegt werden. Alles auf Level 4 Neben der Familienfreundlichkeit, schickem Design und der Nähe zum Arbeitsplatz wird nachhaltig auf Energieeffizienz gesetzt. So sollen alle 1.200 Wohnungen dem britischen „Level 4“ für Energieeffizienz entsprechen und auch auf Regenerative Energiequellen setzen. Dieser besagt, dass die Wohnungen 44 Prozent energieeffizienter sind als Häuser die dem Mindeststandard entsprechen. Vermeidung von Individualverkehr Die Stadtpolitik setzt aufgrund der starken Luftverschmutzung schon seit einigen Jahren auf die Vermeidung von Individualverkehr in der Metropole. Stattdessen wird die Elektromobilität in der Hauptstadt mit Ladestationen für emissionsfreie Elektrofahrzeuge gefördert. Strand East soll nun komplett autofrei werden. Stattdessen wird auf ein gut ausgebautes Rad­ und Fußwegenetz gesetzt, das die Bewohner schnell beispielsweise zu U­Bahn­Stationen gelangen lässt. Nur eine Buslinie wird diese umweltfreundliche Stadt in der Stadt durchqueren. Bleibt zu hoffen, dass IKEA mehr als acht Personen im neuen Stadtviertel unterbringen kann. Die Stiftung Warentest gibt es in England nicht. n Jürgen Rösemeier 4/2012 P.T. MAGAZIN 47

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