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P.T. MAGAZIN 04/2011

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

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Ökonomisch gesehen vermehrt sich in einem System von Teilreservebanken die umlaufende (Buch-)Geldmenge. Denn einerseits sind die Inhaber der Sichteinlagen nach wie vor rechtmäßige Eigentümer des Geldes und können es jederzeit für Überweisungen gebrauchen; andererseits wird das Geld jedoch zugleich von den Banken verwendet, die es in Form neuer Kredite an Dritte gewährt. Untergeschlagung? Vom Wesen her ähnelt das Verleihen von Sichteinlagen also dem Fall einer veruntreuenden Unterschlagung, denn die Banken verpflichteten sich ja dazu, das Geld bei Verlangen sofort auszuhändigen. Dieses Versprechen können sie aber unmöglich erfüllen, da sie nicht mehr über genügend Reserven verfügen, um alle unmittelbar fälligen Einlagen auszuzahlen. Ein solches Bankensystem – sprich: das gegenwärtige Bankensystem – verletzt die klar definierten Eigentumsrechte, ohne die kein Markt funktionieren kann. Die Kreditinstitute erhalten durch das Privileg der Teilreservepraxis nicht weniger als eine „Lizenz zum Gelddrucken“, sodass die Papiergeldmenge selbst dann expandieren kann, wenn das Bankensystem formal mit einem Goldstandard arbeitet. Steigbügelhalter Die anfänglich noch vorhandene Empörung über das dubiose Geschäftsmodell der Teilreservebanken wurde nicht zuletzt dank der ökonomischen Profession immer leiser. Namhafte Wirtschaftstheoretiker, wie etwa John Law, John Maynard Keynes, aber auch „Marktradikale“ wie Milton Friedman verdingten sich allzu leichtfertig als Steigbügelhalter der von Inflationsgelüsten getriebenen Regierungen. Denn Geldschöpfung ist für viele Ökonomen und auch Politiker beinahe das, was der „Stein der Weisen“ für die Alchemisten darstellte. Die meisten von ihnen sehen in ihr die Möglichkeit, Prosperität und (Preis-)Stabilität zu erzeugen und die Wirtschaft im jeweils gewünschten Sinne zu „managen“. Während man in der Chemie den Versuch längst aufgegeben hat, Gold aus Blei zu gewinnen, finden vergleichbare Theorien in der Geldpolitik offenbar nach wie vor ihre Anwendung – mit verheerenden Konsequenzen, wie die gegenwärtige Krise erneut beweist. Lenin hat recht? Um den Kapitalismus zu zerstören, sagte Lenin einmal, müsse man lediglich sein Geld vernichten. 8) Wenn man sich heute umsieht, scheint es, als habe Lenin nicht nur recht, sondern auch Erfolg gehabt. In der Tat wurde das Geld des Kapitalismus allmählich durch ein staatlich kontrolliertes Papier- bzw. Buchgeld ersetzt, von dem behauptet wird, es sorge für „Stabilität“, wobei es doch das genaue Gegenteil bewirkt und so die kapitalistische Wirtschaftsform allmählich aushöhlt. Kein Wunder also, dass die Verfechter des Geldmonopols die Verantwortung an der Misere lieber dem Markt zuschieben, der womöglich nicht überall perfekt, jedoch zumindest an dieser Stelle völlig schuldlos ist. Sofern die politisch Verantwortlichen das ehrliche Anliegen verfolgen, die nächste Konjunktur- und Bankenkrise abzuwenden, sollte dem Bankensystem das Privileg entzogen werden, Geld aus dem Nichts zu schaffen. Reservepflicht Dafür ist eine vollständige Reservepflicht auf alle unmittelbar fälligen Einlagen nötig. Erstaunlicherweise wurde ein ähnlicher Vorschlag in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts auch von renommierten Ökonomen diskutiert. Walter Eucken Anmerkungen beschreibt z. B. einen Ansatz von Irving Fisher: „Der Grundgedanke dieses Planes ist es, dass alles Giralgeld (Scheckdepositen) der privaten Banken zu 100 % gedeckt werden soll. Danach würde jede Bank in zwei Abteilungen zerfallen: in die Giralgeldabteilung und die Bankabteilung.“ 9) Leider löste sich Eucken von diesem Vorhaben und machte deutlich, dass er am staatlichen Geldmonopol festhielt. Sicher, die Chance, demnächst Menschen auf europäischen Straßen zu entdecken, die „End the ECB!“-Schilder emporheben, ist noch denkbar gering. Dennoch können künftige Spekulationskrisen wahrscheinlich nur dann wirksam abgewendet werden, wenn der künstlichen Vermehrung des Papiergeldes ein Riegel vorgeschoben wird. Dafür ist keine allumfassende Regulierung der Banken vonnöten, denn diese erfüllen eine viel zu wichtige Funktion, um sie unter einer Flut neuer Vorschriften zu erdrücken. Erforderlich ist vielmehr die 100-prozentige Deckung des gesetzlichen Zahlungsmittels, das heute im doppelten Wortsinn nur noch als „Schein-Geld“ bezeichnet werden kann. ■ Malte Tobias Kähler -Dieser Artikel erschien ungekürzt zuerst in NovoArgumente 102 (09-10/2009) - 1) Siehe z.B. „Ron Paul – End the Fed“ auf youtube.com. 2) Anna Schwartz: „Bernanke Is Fighting the Last War“ in: The Wall Street Journal, 18.10.08. 3) Vgl. Malte Tobias Kähler: „Die Politik ist verantwortlich für die Finanzkrise“ in: Novo98 (1–2 2009) sowie „Unser Papier-Geld und seine Produzenten“ in: Novo99 (3–4 2009). 4) Thorsten Polleit, „Die Geldordnung muss reformiert werden“ in: Handelsblatt, 9.2.09. 5) Milton Friedman und Anna Schwartz: A Monetary History of the United States 1867–1960, New York 1971, S. 15. 6) Zum Thema Deflation vgl. Philipp Bagus: „Five common errors about deflation“, philippbagus.com. 7) Siehe Jesús Huerta de Soto: Money, Bank Credit, and Economic Cycles, Auburn 2006, Kapitel I – III. 8) W. I. Lenin zitiert nach J.M. Keynes: The Economic Consequences of the Peace, New York 1920, Kapitel 6. 9) Walter Eucken: „Über die Verstaatlichung der privaten Banken“ in: Walter Oswald (Hrsg.): Ordnungspolitik, Münster 1999, S. 54f. Wir sind ein handwerklicher Dienstleister und Partner mit derzeit 320 Beschäftigten, inkl. 40 Auszubildende. Unser erfahrenes und hoch qualifiziertes Team ist vorwiegend im regionalen Bereich tätig. Leistungsangebot: Beratung, Planung, Ausführung, Reparatur, Revision, CAD: ■ Heizungs-/Lüftungs-/ Sanitärtechnik ■ Elektro-/Sicherheitstechnik ■ Maschineninstandhaltung ■ Malerarbeiten / Trockenbau ■ Technische Leistungen für Hausmeisterdienste ■ Erneuerbare Energien ■ Thermografi e THS GmbH Die 100%ige Tochtergesellschaft, Technische Hausservice GmbH in Erfurt – www.erfurt-ths.de – mit ca. 70 Beschäftigten betreut die technischen Anlagen für Haushalt, Gewerbe, Wohn- und Industrieimmobilien analog der ASI GmbH für die Region Erfurt. Kontakt ASI Anlagen, Service, Instandhaltung GmbH Geschäftsführer: Gerhard Schade Göschwitzer Straße 22 07745 Jena Tel.: 03641 686-102 Fax: 03641 686-109 gerhard.schade@asi-jena.de www.asi-jena.de 18 P.T. MAGAZIN 4/2011 4/2011 P.T. MAGAZIN 19 2007 ausgezeichnet mit dem „Großen Preis des Mittelstandes“

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