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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

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Wirtschaft PT-MAGAZIN 3/2016 Bild: hreniuca/fotolia.com Schnörkellos kommunizieren, bitte! 38 weiß nicht mehr, wie ich etwas formulieren soll, das von meinen „Ich Teamkollegen nicht zurückgewiesen wird mit dem Hinweis, ich sei nicht genügend wertschätzend oder empathisch“, klagt die erfahrene Projektleiterin. Die Klage steht für einen Zusammenhang von Haltung, Erwartung und Nutzung von Sprache, der für Unternehmen zunehmend problematisch wird. Sprachliche Empfindsamkeit Will ein Unternehmen attraktiv erscheinen, gute Noten in sozialen Netzwerken, Arbeitgeberrankings und dergleichen erhalten, muss es heutzutage nachweisen, dass es ein „rundum gutes“ Unternehmen ist. Als Nachweis zählt neben der Übernahme sozialer Verantwortung, demokratischen Strukturen und Abläufen ein Sprachgebrauch, der psychologischen und psychotherapeutischen Konzepten und moralischen Kategorien eingrenzbarer Lebenswelten entspringt und der vor allem Empfindsamkeit bedient. Keine Firmen-Repräsentation ohne Betonung des Mitfühlens und der Wertschätzung. Auch in Unternehmen weht das Pathos eines Verständnisses von Empathie und Wertschätzung, das hochgradig psychologisiert ist und mit dem Impetus einer unabdingbaren und anthropologisch notwendigen Norm lautstark proklamiert wird. Da Menschen vor allem verbalsprachlich kommunizieren, färbt das Pathos notwendig die Redeweisen. Die gebrauchte Sprache muss einfühlsam, sozial und individuell, politisch und moralisch korrekt sein. Die dafür geltenden Kriterien liefern neben so genannten Fachleuten vor allem öffentliches Reden über Empathie, Inklusion, Gender und Egalisierung im Rahmen des Hypes um demokratische Unternehmensführung, die eine empathische Sprache bedingten. Mit Sicherheit gut versorgt. Ihr kompletter Non-Food-Bedarf aus einer Hand • Reinigungschemie & -zubehör • Waschraumhygiene • Arbeitsschutzausrüstung • Verpackungs- & Serviceartikel • Medizinischer Bedarf • Büroartikel & Geschäftsausstattung • Hotel- & Gastronomiebedarf Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.eichler-kammerer.de friedrich CliniCare Mit Sicherheit gut versorgt Kammerer GmbH & Co. KG John-Deere-Str. 13 • 76646 Bruchsal 07251 782-0 • kammerer@igefa.de Hegro Eichler GmbH Darmstädter Straße 64 • 64572 Büttelborn 06152 948-0 • hegro@igefa.de igefa Leipzig GmbH & Co. KG Zweenfurther Straße 1a • 04827 Machern OT Gerichshain 034292 706-0 • igefa.leipzig@igefa.de Friedrich CliniCare GmbH & Co. KG Odenwaldstraße 2 • 64646 Heppenheim 06252 96572-0 • info@friedrich-clinicare.de www.eichler-kammerer.de www.igefa.de

PT-MAGAZIN 3/2016 „Sprich so, dass das Gegenüber sich keinesfalls verletzt, mindergeschätzt oder außerhalb von Augenhöhe angesprochen fühlen kann. “ Das Problem der Leistbarkeit Der Einfluss der Forderung nach allseitiger Empathie im Sinn des Ein- und Mitfühlens steht in deutlichem Kontrast zu Leistbarkeit, Anzahl der Denkfehler und empirischer Bestätigung der funktionalen Wirkung. Leistbar ist Empathie als Hineinfühlen in die Seelen/Gefühlswelt des Gegenübers a) nur unter der Bedingung der Ähnlichkeit (weil mensch Anknüpfungspunkte braucht), b) selbst dann nur annäherungsweise (weil mensch in das Innerste eines anderen nicht eintauchen kann, sondern auf Annahmen angewiesen ist) und ist c) irrtumsanfällig (aus den genannten Gründen und deren Implikationen). Einer der Denkfehler liegt darin, einen Mangel an Empathie mit dem Mangel an Partnerorientierung oder schlicht Freundlichkeit zu identifizieren. Das ist insofern unangemessen, als Empathie über eine emotional distanzierte, die Individualität des Gegenübers respektierende Zuwendung hinausgeht und durchaus als „intrusive“ gelten kann, Distanzgrenzen überschreitend. Empathie wird zudem als Bedingung der Möglichkeit für Verstehen und angemessenes Eingehen auf die Anliegen des Gegenübers propagiert sowie für eine wertschätzende Atmosphäre. Empirisch zeigt sich inzwischen allerdings, dass es der Mangel an emotionaler Distanz ist, der die Hoffnung auf das Erfüllen dieser Funktionen relativiert. Es ist die kognitive Übernahme von Perspektiven, der mentale Rollen- oder Seitenwechsel, der Verstehen und entsprechendes Anschlussverhalten in Aussicht stellt. Dass diese intellektuellen Akte neurophysiologisch emotional eingebettet sind, schränkt das Plädoyer für mehr Kognition statt Emotion und analog für mehr nüchterne statt emotionalisierte Sprache nicht ein. Es geht um die Verschiebung des Fokus`. Umdenken? Und die ist dringend geboten. Auch wenn Rhetorik und Praxis im Horizont von Industrie 4.0, Führung 4.0, Internet der Dinge mantraartig Empathie zur Conditio für Kooperation und Erfolg stilisiert wird, zielen die Ausführungen weniger auf das Erfordernis von mehr Emotionalität, sondern von kognitiv geleiteter Multiperspektivität und mentaler Offenheit. Diese Erkenntnis hat sich indes noch nicht durchgesetzt. Das ist aber nötig; denn Emotionalisierung und Psychotherapeutisierung von Empathie und Sprachpraxis mindern Effizienz und Effektivität – und häufig auch Engagement: „Wenn ich kritisches Feedback gebe, habe ich unzählige Gesprächsrunden vor mir, weil mir mangelnde Wertschätzung vorgeworfen wird! Also lasse ich das lieber.“ Zielhorizont empathischer Sprache sind psychische Zustände. Kernanliegen ist, das Wohlbefinden des Angesprochenen zu erhalten (wenn auch mit der Absicht, die eigene Intention durchzusetzen). Als Devise: „Sprich so, dass das Gegenüber sich keinesfalls verletzt, mindergeschätzt oder außerhalb von Augenhöhe angesprochen fühlen kann.“ Zielhorizont kognitiv geleiteter, nüchterner und verbindlicher Sprache ist, in der beruflichen Kommunikation das sachliche oder inhaltliche Anliegen akkurat zu formulieren. Weniger das Wie (empathisch) als das Was (inhaltlich), weniger Gefühl als kognitives Verständnis stehen im Lichtkegel. Direkt, freundlich, klar Es geht nicht darum, das empathische Momentum auszuschalten, sondern aus dem Zentrum zu nehmen. Je intensiver Menschen sich bemühen, empathisch zu formulieren, desto mehr Zeit und psychische Energie benötigen und desto mehr ˘

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