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P.T. MAGAZIN 03/2014

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Drehmomente Wolfsburg,

Drehmomente Wolfsburg, Ingolstadt und … Frankfurt(Oder). Im aktuellen Regionalranking sorgen zwei brandenburgische Kommunen für positives Aufsehen. Brandenburg a.d. Havel und Frankfurt (Oder) entwickeln sich nämlich prächtig. (Foto: mr172/flickr.com (CC BY-NC-SA 2.0)) Spezial | Regional 60 Deutschland geht es im internationalen Maßstab vergleichsweise gut und weist eine sehr hohe Standortqualität auf. Dennoch stehen die einzelnen Regionen in Deutschland vor großen Herausforderungen. Deutschland wird in den kommenden Jahren massiv Einwohner verlieren. Auch verlieren ländliche Räume zusehends an Attraktivität. Zudem wird die private als auch gewerbliche Mobilität weiter zunehmen. Für die einzelnen Regionen bedeutet das einen permanenten Handlungsbedarf, einen ständigen Wettbewerb um Investitionen, Arbeitsplätze, Strukturmittel und qualifizierte Einwohner. Starke Aufholeffekte im Berliner Raum Die IW-Studie bringt zweierlei ans Licht: Das Niveauranking zeigt, wie eine Region absolut abschneidet, das Dynamikranking hingegen wertet die Entwicklung einer Region. Die relevanten Untersuchungsbereiche sind Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt und Lebensqualität. Das ließ dann auch einige Experten staunen: Brandenburg an der Havel landet beim Vergleich der wirtschaftlichen Entwicklung auf dem fünften Platz, Frankfurt an der Oder, zuletzt durch den Zusammenbruch der deutschen Solarindustrie arg gebeutelt, belegt den 19. Platz – noch vor Leipzig, München und Köln. Zusammen mit Potsdam sind Brandenburg an der Havel und Frankfurt an der Oder sogar die drei besten ostdeutschen Kommunen – wohlgemerkt nur im Vergleich der Dynamik. „Im Niveauvergleich sind die Unterschiede zu manchen westdeutschen Regionen vor allem noch bei den Einkommen und der dahinter stehenden Produktivität der Wirtschaft sehr groß.“, sagt IW-Experte Michael Bahrke gegenüber den PNN. „Der Aufholeffekt in Ostdeutschland ist eingeschlafen, mit einer Ausnahme – das Land Brandenburg und dort vor allem das Berliner Umland“, sagt Bahrke. Kreativität Ideenreichtum ∙ Flexibilität • Aufbautenhersteller für Kommunalfahrzeuge (Schneepflüge, Frontkehrbesen, Anbau-/Aufsatzstreuer, Spezialaufbauten) • Zuschnittarbeiten Laseranlage (bis 20 mm Stärke) Drehen, Fräsen, Hobeln • Stahlhandel und -anarbeitung • Metallbau und Edelstahlverarbeitung Tore -Treppen -Geländer -Zäune • Anfertigung von Hydraulikschläuchen nach Kundenwunsch Wölmsdorfer Weg 3 ∙ 14913 Niedergörsdorf Tel. 033741 / 8051-0 ∙ Fax 033741 / 8051-51 www.kif-niedergoersdorf.de ∙ info@kif-niedergoersdorf.de

Think global, act local Einen Grund, warum Berlin und Brandenburg größere Erfolge als andere ostdeutsche Bundesländer melden können, sieht das IW in der regionalen Fokussierung. So ist die Wirtschaftsförderung in Brandenburg seit vielen Jahren auf die Förderung regionaler Cluster und Unternehmensnetzwerke ausgerichtet, die auch die Forschungsaktivitäten stärken sollen. Trotz einiger Rückschläge in der Förderung von Großprojekten hat diese Wirtschaftspolitik zu einer Stabilisierung der regionalökonomischen Entwicklung beigetragen. Brandenburg an der Havel ist dafür ein gutes Beispiel. Die Stadt hat bereits vor der Wende über eine gewachsene Infrastruktur verfügt, weshalb in den Neunziger bzw. Nullerjahren weitere industrielle Schwergewichte wie die Zahnradfabrik Friedrichshafen oder die Heidelberger Druckmaschinen AG nach Brandenburg gelockt werden konnten. Aufbauend auf diesen „harten Standortfaktoren“ haben sich weitere Zulieferbetriebe und Dienstleistungsunternehmen angesiedelt. Hinzu kommt ein weiterer zentraler Faktor: Brandenburg an der Havel profitiert – wie auch das gesamte Bundesland – von der geografischen Nähe zu Berlin. Im Dynamikvergleich zeigt Berlin unter den Großstädten die besten Entwicklungsschritte seit 2007. Die umliegenden Standorte erhalten durch den Boom Berlins zusätzliche Impulse, die sich durch die Standortvorteile auf der Kostenseite noch verstärken. Und noch ein Plus: Lebensqualität In den vergangenen Jahren hat sich vor allem die Arbeitsmarktsituation deutlich verbessert. Auch die Lebensqualität ist gestiegen. Kriterien für die Lebensqualität sind bspw. die Zahl der Straftaten, die Ärztedichte und die Arbeitsplatzwanderung. Bei allen drei Faktoren hat Brandenburg an der Havel überdurchschnittlich gut abgeschnitten. Gleiches gilt im Prinzip auch für Frankfurt/O. „Frankfurt ist einer der wenigen Standorte, wo der Gewerbesteuerhebesatz gesenkt wurde. Dazu hat sich die Steuerkraft aus Gewerbe-, Einkommen- und Grundsteuer vergleichsweise stark entwickelt“, so Bahrke. Außerdem sei in Frankfurt ein starker Rückgang bei der Kriminalität und privaten Schuldnern zu verzeichnen. Alles gut also? Die Medaille hat immer zwei Seiten. Bei all den positiven Nachrichten darf man nicht aus den Augen verlieren, dass im Niveauranking (wo vor allem Patentdichte, Bruttowertschöpfung, Lohnniveau etc. berücksichtigt werden) noch viel Luft nach oben ist. Frankfurt/O. belegt hier Platz 325, Brandenburg an der Havel Platz 360. Hier liegen die deutschen Autostädte weit vorn, wie auch die süddeutschen Regionen insgesamt dominieren. Im Osten zeigt sich, bis auf die beiden Ausnahmen Potsdam und Jena, dass noch größere Abstände zum Erfolgsniveau in Westdeutschland bestehen. Doch viele Regionen sind auf einem guten Weg. Brandenburg an der Havel, übrigens auch als „Kommune des Jahres“ 2012 beim Großen Preis des Mittelstandes ausgezeichnet, und Frankfurt an der Oder können hier Orientierung bieten. Beide zeigen, dass regionalökonomischer Erfolg gestaltbar ist: Mit Überzeugung, Ideen, kommunalpolitischer Flexibilität und unternehmerischem Ehrgeiz. n Jörg Petzold

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